Sonntag, 31. Januar 2016

Mein Kind kann bloggen!

Gerade stöbere ich in einem Blog. Die Jüngste kommt dazu und fragt nach der Frau auf dem gezeigten Bild: "Wer ist das?" - "Na, auch eine Frau, die bloggt." - "Wie geht bloggen?" - Na, man hat einen Blog und schreibt da was rein." (Zugegeben, eine spärliche Beschreibung. :-) ) Kind meint: "Ah, das kann ich auch!" und tippelt zielstrebig davon.
Irgendwann kommt's wieder und ist still beschäftigt. Ich hab gar nicht hingesehen, was es treibt, bis es begeistert ruft: "Guck, ich hab gebloggt!" Die kleine Bloggerin hatte ihren Malblock geholt und "EMILIA" reingeschrieben.
Klar, hatte ich doch so gesagt, oder nicht? "Man hat einen Block und schreibt was rein."
Made my Sunday ...

Mittwoch, 27. Januar 2016

MMM mit Neuem und Altbewährtem

Heute raffe ich mich, wenn auch spät, dann doch mal wieder auf zum Sprung in den MeMadeMittwoch. Da der Mann krank und daheim ist, können die Kinder nicht Amok laufen, während ich hinter verschlossener Schlafzimmertür hocke. ;-)
Von letzteren sind auch zwei krank, aber irgendwie immer noch voller Energie zum Toben oder Streiten. Wie machen Kinder das bloß immer? Für kurze Zeit sind sie völlig hinüber, fiebern, jammern und husten einem zu jeder Tages- und Nachtzeit ins Gesicht. Dann geht das Fieber, Husten und Schnupfen bleiben allerdings, sodass der Kindergartenbesuch außer Frage steht. In diesem Zustand wird Kind zwar schnell müde, ist aber nur äußerst mühevoll zum Schlafen zu bewegen, spielt und kaspert lieber, bis ihm etwas gegen den Strich geht (was so ungefähr aller 3 Minuten der Fall ist), dann heult es fürchterlich um kurze Zeit später den gleichen Zyklus von vorn zu beginnen. Natürlich unterbrochen von den Phasen, in denen es wegen Meinungsverschiedenheiten mit den Sorgeberechtigten einen richtigen Wutanfall bekommt, der noch etwas lauter und natürlich auch länger ausfällt. Ausgeprägte Erziehungsresistenz beschreibt meine Sichtweise des Zustands ziemlich gut. Das Kind sieht das wohl etwas anders. Puuh ... Am Ende eines solchen Tages können Freud und Leid ganz eng beieinander liegen, vor allem, wenn ein kleines, süßes, blondgelocktes Mädchen ankommt, einem liebevoll die Ärmchen um den Hals schlingt und dabei zärtlich säuselt: "Weißte Mama, ich mag dich, aber leider bist du manchmal so fies." Ähm *nach Luft schnapp* - Was soll man dazu sagen?
Mein Immunsystem hat sich wohl angesichts hartnäckiger Hustenattacken von außen gedacht: "Och komm, machen wir ihnen die Freude und lassen ein paar Viren rein. So'n kleiner Schlagabtausch kann ja nicht schaden ... oh Mist, die sind stärker, als die aussehen ... Sch...husten!" Tja, so langsam, aber wirklich nur langsam gewinnen die Abwehrtruppen wieder die Oberhand. Ich hoffe, die lassen sich nicht noch auf ein Duell mit den Durchfallviren vom anderen Kind ein ...

Jetzt bin ich aber irgendwie mächtig vom Thema abgekommen. MMM, das wollte ich eigentlich. Also, ich trage heute, und dieses Mal wirklich tagesaktuell, Kleid und Strickjacke, die neu, weil noch nicht hier vorgestellt worden sind. Altbewährtes ist trotzdem dabei, denn es handelt sich wieder um meinen Lieblingskleiderschnitt Ella von Pattydoo.
So lümmele ich heute noch leise vor mich hin hustend zu Hause herum und stricke:


Natürlich nicht in Stiefeletten. Die hab ich nur an, weil ich wohl oder übel gleich einkaufen muss. Die Strickjacke muss ich noch ausziehen, denn bei 15 °C Januartemperatur wird das so zu warm unterm Mantel. Die Jacke ist eine Miette, vielfach bei anderen Bloggerinnen bewundert, im Urlaub mal in Angriff genommen und Anfang dieses Jahres endlich fertigbekommen. Das allein ist für mich ein Grund, ein bisschen stolz auf mich zu sein. Schließlich ist das erst das zweite gestrickte Kleidungsstück meines Lebens, das ich nicht nur angefangen habe. :-) Das Jäckchen besteht aus billiger Synthetikwolle. Ich musste ja erstmal probieren, ob das was Brauchbares wird mit mir und dem Stricken wirklich tragbarer Kleidung. Geworden ist es, war auch nicht schwer. Nur etwas groß geraten ist das Teil. Nun gut, aller Anfang ... Für zu Hause ist es ganz gemütlich. Und ich weiß jetzt, wie es geht und was ich gern anders hätte. Zum Beispiel einen engeren Ausschnitt und einen etwas längeren Saum. So habe nämlich immer das Gefühl, dass ein kleiner Streifen vom Rücken frei liegt, der auch noch gewärmt werden sollte. Was ich an dieser Jacke liebe, ist die Technik - Raglan von oben. So hat man das Gefühl, dass man das Stück nicht mühsam Teil für Teil zusammenstoppelt und irgendwie nie fertig wird, sondern es wächst einem von Anfang an das ganze erkennbare Kleidungsstück unter den Händen. So lässt es sich auch gut anpassen. Diese neue Strickerfahrung hat die Lust auf mehr geweckt. Also habe ich mit etwas Internetrecherche und Rumprobiererei inzwischen schon eine zweite Jacke fertig, der allerdings noch die Knöpfe fehlen. Die ist schon viel besser ausgefallen. Garn für eine NOCH bessere Strickjacke 3.0 liegt bereits da. Mal sehen, bei welcher Versionsnummer ich angekommen bin, bis ich bis ins letzte Detail zufrieden bin ... :-)

Ein Foto vom Tage gibt es heute zwar, allerdings habe ich vergessen, das Kleid auch mal ohne Jacke fotografieren zu lassen. Also doch noch ein mieses älteres Blitzfoto. :-p


Ella in Gr. D (38) mit 3/4-Ärmeln und einem Ausschnitt mit innen liegender Bandversäuberung, der irgendwo zwischen der engen und der weiten Variante im Schnittmuster liegt. Das Material ist irgendeine Mischung, die ich schon länger daliegen hatte. Da der Stoff nur querelastisch ist, habe ich dieses Mal einen Brustabnäher in die Ella eingefügt. Der tut dem Sitz im Ärmelbereich zusammen mit den bei der Vorversion vorgenommenen Änderungen sehr gut. Immerhin ist die altbekannte Falte jetzt schon fast weg (je nachdem, wie ich dastehe). :-) So ist das Kleid angenehm zu tragen, durchaus wärmend und so knitterfrei, dass es schnell zum Alltagshelden avanciert. Sein Debüt hat es allerdings ganz festlich als mein Weihnachtskleid gegeben, mit schmalem schwarzem Gürtel und Granatschmuck dazu. Mit rotem Gürtel und Blümchenohrringen kombiniert hat es mich ins Theater begleitet. ("Drei Männer im Schnee" von Kästner im Kleinen Haus hier in Dresden. Durfte überraschend meinen Vater begleiten. Hat man auch nicht alle Tage. War toll! Würde ich durchaus ein zweites Mal anschauen.)
Zurück zum Kleid - wie man sieht, wieder ein vielseitiges Lieblingsteil.

Das nächste wird aber keine Ella, ich reiß mich ganz sehr zusammen. Ich hab doch so viele schöne Schnittmuster ... :-D

Und jetzt ab damit zum MMM. Und mal schauen, wer sich dort heute noch präsentiert.

Donnerstag, 7. Januar 2016

Die Adventskollektion, Teil 1

Ich habe es immer noch nicht geschafft, die organisierte, vorausschauende Mutter und Näherin zu werden, die ich gern wäre. Statt eine umfassende Ausstattung zu nähen, die den Kleiderschrank in einer neuen Kleidergröße wieder gut auffüllt, bevor es dringend wird, lande ich immer wieder bei Hauruck-Aktionen, die meist auch nicht gerade zur passendsten Zeit stattfinden. Vor Weihnachten war es wieder mal so weit. Bei den Mädels fehlte einiges in der Alltagsgarderobe. Also habe ich fleißig zugeschnitten, die Overlock und die Nähmaschine bemüht und die abends fertiggestellten Sachen am Morgen dann praktischerweise gleich in den Adventskalender gesteckt. ;-) So verbindet sich das Angenehme mit dem Nützlichen, für die Kinder und mich auch. Weder Kleinkram noch Süßes nötig an diesen Tagen. Für irgendwas muss das Kamikaze-Nähen ja doch gut sein. :-)

Manchmal muss es auch noch schneller gehen. Zur Weihnachtszeit gehört für uns als Familie immer ein gemeinsamer Striezelmarktbesuch. (Damit der auch wirklich schön wird, gibt es von vornherein klare Vorgaben, wofür wir Geld springen lassen und wofür nicht. Vorher müssen alle satt sein, denn Essen im Weihnachtsmarktgedränge mit Kindern ist nicht lustig und nicht billig, sparen wir uns also. Wir alle drehen eine Runde auf dem Riesenrad, wer möchte, darf noch Eisenbahn fahren. Außerdem kaufen wir uns eine große Tüte gebrannte Mandeln. Die teilen wir dann, wenn wir wieder schön daheim im Warmen bei unserem eigenen Kinderpunsch und Glühwein sitzen. Ansonsten darf geschaut, gehorcht, geschnuppert werden - kostenlos. Die erzgebirgische Schauwerkstatt war zum Beispiel ganz toll. So klappt es auch mit der Familie auf dem Weihnachtsmarkt.)
So, wo war ich jetzt ... ah ja. Wir wollten also auf den Striezelmarkt. Dazu muss man sich natürlich angemessen warm anziehen. Ohne Kopfbedeckung gehts auch bei mangelhaftem Winterwetter nicht. Als ich aber das Jüngste vom Kindergarten abholte, sah dessen Mütze sowas von nicht mehr präsentabel aus. Und leider war das auch nicht zum ersten Mal vorgekommen, so dass die Zweitmütze noch in der Wäsche lag. Keine Ahnung, was 4jährige Räuberprinzessinnen im Kindergarten unternehmen, dass ausgerechnet der Kopf derartig in Mitleidenschaft gezogen wird ... Hatten wir so auch noch nicht. :-)
Tja, Waschen war innerhalb einer Stunde keine Option mehr. Was soll's, solange es die Minutenmützen gibt, ist Nähen der willkommene Ausweg. Also schnell die Reste durchwühlt, etwas Passendes gefunden, schnipp  und schnapp und rattattatat. Fertig. Gut, nicht ganz so problemlos, wenn man die falsche Naht am Oberkopf zuerst näht ... :-p Irgendwie ging's trotzdem und keiner musste frieren oder sich mit verdrecktem Kind blamieren. :-)


Ein kleines bisschen Schnickschnack für den individuellen Touch muss trotz Zeitknappheit drin sein - in diesem Fall eine Schneeflocke, für die ein Plätzchenausstecher als Schablone herhalten durfte, und ein paar Glitzersteinchen.
Leider erwies sich mit der Zeit dieses Mützenmodell als etwas knapp. Der dicke Kuschelstoff hätte doch die nächste Größe erfordert. Nach einem weihnachtlichen Ausflug an unserem Kind, auf dem wir das Teil immer wieder über die Ohren zupfen mussten, kann diese Mütze nun also doch besser jemand anderen weiterwärmen.

Für unsere kleine Expertin, die die Drecksarbeit offenbar gern mit dem Kopf erledigt, gab es dann noch mal ein neues Mützenset, natürlich in den Adventskalender. Von diesem Stoff war auch noch genug für einen Halswärmer da:


 Dieses war der erste  - Teil der Adventskollektion. Fortsetzung folgt. :-)

Mittwoch, 6. Januar 2016

Auf ein Neues ...

Ich melde mich nach langer Zeit zurück. Der neue Arbeitsplatz ist wirklich nicht gut für meine Bloggermoral ...
Ich werd mir Mühe geben im neuen Jahr, aber ich verspreche lieber nichts. ;-)

Es gibt einiges nachzuholen, denn ich hab mich zwar lange nicht an den Schreibtisch gesetzt, an die Nähmaschine aber schon. Das kommt jetzt nach und nach und ganz in Ruhe ins Blog, denn neue Nähwerke wird's noch nicht so schnell geben. Bis zum Wochenende besetzt der Weihnachtsbaum bei uns noch den Platz für die Nähtechnik. Man muss das positiv sehen, so kann ich mich an die Dokumentation setzen, ohne dass ich mich eigentlich zu Nähaktivitäten genötigt fühlen würde. :-)

Zunächst möchte ich noch ein paar herzliche gute Wünsche fürs neue Jahr in die Runde werfen! Nehme sich jeder davon, soviel er braucht.

Auch der Bloggeburtstag soll nicht unerwähnt bleiben. Mit dem 2. Januar 2016 geht es in die 7. Jahresrunde für "Himmelblau und Sommerbunt".

Und nun schauen wir mal, was das neue Jahr bringt.


Ich grüße all die lieben Leser, die noch nicht vor Langeweile aufgegeben haben, noch mit einem unserer Lieblingsbilder aus der diesjährigen Weihnachtszeit. Wir hatten dort einen schönen Nachmittag mit den Kindern. Ich sage nur "Aschenbrödel". Die kleinen Prinzessinnen waren sowieso begeistert, und der coole große Kerl hat auch zugegeben, dass es ihm gefallen hat. ;-) Die Ausstellung läuft noch bis Februar und ist für Kinder und auch erwachsene Nostalgiker, die am Film und dem Drumherum interessiert sind, wirklich zu empfehlen.

Montag, 14. Dezember 2015

Kuschellook für kleine Prachtkerle

Heute muss ich dringend noch eine Schuld einlösen. Ich habe nämlich wieder einmal probegenäht für "Prachtkinder" und das Modell noch gar nicht gezeigt. Hach ja, kranke Kinder daheim und der Computer an der schon erwähnten abgelegensten Stelle der Wohnung ... Da kommt in Sachen Blog nicht viel raus dabei. Nu aber:


Es handelt sich um Pulli Anton. Da er in erster Linie für Jungs konzipiert wurde, habe ich die gute Gelegenheit ergriffen, wieder einmal für den kleinen Prachtkerl der Familie zu nähen. Er mag es kuschelig und er mag Grün. Da traf es sich gut, dass der Schnitt einen schönen Kragen und das Nähstübchen einen weichen grün gestreiften Stoff im Angebot hatten. So ist ein neuer absoluter Lieblingspulli entstanden.
Ich muss ihn quasi gewaltsam zum Waschen einziehen und von der Leine landet er meistens direkt wieder am Kind. :-)


Aus einem ganz weich aufgerauhten Baumwoll-Synthetik-Mischmaterial ist der Pulli auch warm genug für Fotos im Treppenhaus und macht außerdem so einiges mit.


Der Kuschelkragen hält den Hals warm. Bei unserem Probemodell sitzt er noch relativ locker, aber brauchbar. Für's fertige E-Book wurde die Form selbstverständlich noch perfektioniert, die Schulterbreite ebenfalls, so dass ich es bedenkenlos empfehlen kann.


Auch von hinten nicht zu verachten, verleiht Mut für jede Art von gerade noch akzeptabler Frechheit. ;-)


Der Schnitt bietet verschiedene Ärmelformen (Saumbündchen, Daumenloch, Umschlag). Auch den unteren Saum kann man mit Umschlag oder Bündchen arbeiten. Hier habe ich noch ein bisschen variiert und als kleines Extra in den einfachen Saum Ösen und eine Gummikordel mit Kordelstopper eingearbeitet. Dazu ein kleines Webbandschnippsel von Blaubeerstern, mehr Schnickschnack brauchen die lebhaften Streifen zusätzlich zur interessanten Kragenlösung nicht.


Ein toller Pulli für Jungs und auch Mädels. Vielleicht kann man damit den Winter und ein bisschen Schnee herbeilocken? Den Versuch wär's wert. :-)

Zu bekommen ist das E-Book hier.

Mittwoch, 9. Dezember 2015

MMM im Lieblingskleid

Spät kommt er, aber er kommt - mal wieder ein Beitrag zum Me Made Mittwoch. Ich hab was Neues, und auch wieder nicht, denn es ist nun schon zum vierten Mal die Ella von Pattydoo geworden. Ich kann nichts dafür, das ist einfach mein Kleid. ;-)

Vor einer Woche ergab sich wieder einmal ein netter Vormittagsnähtreff mit Malou und Frauenoberbekleidung. Das kommende Weihnachtsfest bestimmte die Schnittauswahl. Es wurden teils Weihnachts- teils sozusagen Vorweihnachtskleider zugeschnitten. Bei mir war's letzteres. Denn ich möchte auch zu Weihnachten eine Ella, hatte mir aber vorgenommen, bevor ich sie aus dem "guten" Stoff zuschneide, mein Armausschnittproblem an diesem Schnittmuster anzugehen und ein Testkleid mit Änderung zu nähen.

Also bastelte ich ein bisschen an Armausschnitt und Ärmel und schnitt dann mutig zu wie sonst auch, mit leicht verlängertem Vorderteil (wegen der Oberweite) und etwas verlängertem Rock, und zwar aus Courtelle-Jersey von Stoff und Stil. Mit der Overlock-Maschine war das Kleid schnell zusammengetackert.

Ich probierte es an und dachte: "Na toll, ein Nachthemd."
Aus diesem Stoff fiel das Teil deutlich größer aus als sonst und der recht schwere Rock zog die Taillennaht zu weit nach unten. Eigentlich war's überall zu lang, wo es nur zu lang sein kann. Das lässt sich zum Glück ändern. An der Taille etwas raus, Rock kürzer, Ärmel auch. Die Weite ist OK, so wirkt das Kleid etwas lässiger als die ganz körpernahe Variante. Die Änderung am Ärmel ist dadurch zwar nicht zu erkennen, aber ich denke, bei einem weniger elastischen Stoff wird sie sich schon positiv bemerkbar machen.

Und da ist die Ella in Antik-Blau (Zum Glück hab ich Fotos vom Sonntag, als es im Treppenhaus noch Sonne gab. Heute wär's hoffnungslos gewesen.):


Für etwas Wärme und einen weniger blassen Akzent am Hals habe ich mir noch einen Loop zum Kleid genäht. Dunkelblau mit weißen Pünktchen, sehr synthetisch, fällt aber schön. Aus der Restekiste beim dunkelblauen Kaufhaus:


Und da ich Dreiviertelärmel mag, es draußen aber doch etwas wärmer brauche, habe ich mir noch ein Paar Armstulpen gestrickt:


So viel von mir zum MMM, jetzt stöbere ich noch mal bei den anderen Nähdamen.


Samstag, 5. Dezember 2015

Adventskalender Absolutely Upcycled

Der Adventskalender - eine immerwährende Herausforderung. Vor dem Kopfzerbrechen über die Füllung steht zunächst die Frage nach den Äußerlichkeiten. Was das betrifft, bin ich für Dauerlösungen. So haben die Kinder schon seit mehreren Jahren ihre genähten Modelle (1 und 2), die immer wieder neu gefüllt werden. Genauso lange strebe ich schon etwas ähnlich Dauerhaftes für den Mann und mich an. Aber wie's so ist - erst ist der Dezember noch fern und die Motivation für weihnachtliche Handarbeiten hält sich stark in Grenzen. Und dann ist er - ups - plötzlich doch schon da, und was Schnelles muss her.

Noch bewahre ich den Butterbrottüten-Kalender in der Adventskiste auf, der trotz seiner Fragilität dank pfleglicher Behandlung schon drei Jahre überstanden hat. Er hätte es gut und gerne ein weiteres Jahr getan. Aber irgendwie hatte ich keine Lust drauf. Die zündende Idee für eine Alternative fehlte allerdings auch. Und da der Mann nun nicht wusste, wohin mit seiner ersten Adventskleinigkeit für mich, nahm er die Sache auf seine schlicht pragmatische Art in die Hand. Die sah so aus:


Marmeladenglas, Papierzahl, fertig. So bewichtelten wir uns jeden Tag gegenseitig. Bis heute. Angesichts dieser minimalistischen Ausführung eines Adventskalenders packte mich nämlich doch noch die Inspiration. Heute konnte sie sich nun endlich in einer kleinen Bastelorgie am Küchentisch erfolgreich Bahn brechen und kulminierte in meiner nicht ganz so spartanischen Variante des Marmeladenglas-Kalenders. Ein absolutes Upcyclingprojekt, denn alles, was benötigt wurde, war im Haushalt vorhanden, bisher übrig bis überflüssig und wurde nun einer ganz neuen Bestimmung zugeführt:


Tadaa: Man nehme ein leeres Pflaumenmusglas, einen passenden Schraubdeckel mit Pünktchen, transparente Glasnuggets, den magnetischen Teil von Notizblöcken für die Kühlschranktür, eine verzinkte Metallscheibe, die zur Verpackung von Magneten aus dem Bastelladen gehört hatte, einen Spitzenrest, ein Schnipsel Webband, ein Stückchen rot-weißes Paketband, dazu nahezu mikroskopisch kleine Fitzel von Designpapieren mit Winter- und Weihnachtsmotiven, Powerkleber, Stylefix und einen weißen Gelstift.
 

Die etwas angestaubten Glasnuggets werden gewaschen und poliert. Auf ihre flache Seite wird ein passender Papierkreis geklebt. Kleber nicht zu sparsam verwenden, denn zwischen Bild und Glas darf keine Luft bleiben. Das magnetische Wasauchimmer von den Notizblöcken (Vom Möbelschweden. Und ja, ich hebe sowas auf. Man weiß nie, wann man mal was Magnetisches gebrauchen kann. Sieht man ja hier. :-)), ja, also das magnetische Zeugs ist so weich, dass man es mit der Küchenschere in passende Stückchen zerkleinern kann. Die werden hinter die bebilderten Nuggets geklebt. Mit dem Gelstift kann man nun Zahlen auf die Nuggets schreiben. Für den Adventskalender brauchen wir 0 bis 9 und 1 und 2 jeweils doppelt. Auf dem Schraubdeckel warten die nummerierten Magnete auf den Tag ihres Einsatzes.


Die Metallscheibe bekommt mittels Hammer und Nagel ein Loch verpasst und kann so mit Paketschnur am Glas befestigt werden. Spitzenband und Webband werden mit Stylefix befestigt.

Fertig ist der etwas andere Adventskalender. Auf dem Metallschild kann man nun die Tage bis Weihnachten magnetisch mitzählen und und einem lieben Menschen die Wartezeit mit einer Überraschung im Glas versüßen. Mir gefällts. Nicht genäht und trotzdem gut. :-)