Dienstag, 7. März 2017

Three Knights in Shining Armour

Mit einer Woche Verspätung nach diversen Geburtstagsfeierlichkeiten, Last-Minute-Nähen, Schulanmeldung, Kinderkrankheiten etc. wird es höchste Zeit für die Faschingsnachlese.

Unsere Kinder waren sich dieses Jahr absolut einig in ihrer schon fast erwachsenen und auf alle Fälle coolen Kostümwahl. Einerseits schön, andererseits auch ein bisschen langweilig. Ich wollte so gern noch mal ein Prinzessinnenkleid nähen. Ich habe gebettelt, gefleht, geschmeichelt ... Nein, hab ich nicht. Nur einen klitzekleinen Überredungsversuch muss ich tatsächlich zugeben. Hatte aber sowieso keinen Zweck. Die Großen wollten Sternenritter sein, also musste es für die Kleine auch ein Sternenritterkostüm sein. Da beißt die Maus keinen Faden ab, und so blieb mir nichts übrig, als selbst zu Schere, Nähmaschine und Zwirn zu greifen.


Ich wollte es mir ja gern möglichst einfach machen und nur den Teil nähen, der auch alltagstauglich ist. Männliche Sternenritter brauchen blaue Shirts, eine Hose und natürlich den Brustpanzer mit Logo. Ritterinnen tragen blaue Tuniken mit schrägem Saum, braune Leggins und ebenfalls die unvermeidliche Rüstung.
Hosen hat der Herr im Schrank. Leggins für die Damen wurden schnell gekauft, da Braun sonst nicht in unser Beuteschema gehört. Blieben Shirts und Brustpanzer. Erstere sind schnell genäht - das Raglanshirt und -kleid von Klimperklein sind schließlich wandelbar. Letztere ließen sich auch kaufen, jedenfalls fast. Einfache silberne Papprüstungen tun es prima, dachte ich. Nichts ist für die Ewigkeit, und Kinderkostüme schon gar nicht. Nur das Logo musste irgendwie noch drauf. Ein bisschen Ideenwälzen brachte mich schließlich auf blaue selbstklebende Hologrammfolie. Das Angebot des Bastelladens in der Stadt passte zum Glück zur Idee, so dass das realisierbar war. Jedenfalls für die größeren zwei der drei Orgelpfeifen.


Glücklicherweise hatte die Jüngste sich eine Winzigkeit später als die großen Vorbilder für das Kostüm entschieden, sodass erstmal nur zwei Papppanzer bestellt worden waren. "Passt unserm 4jährigen prima." hatte in den Bewertungen gestanden. Kleine Zitterpartie, ob auch ein 10jähriger noch reinpassen würde ... völlig unnötigerweise, wie schnell zu sehen war. Da muss es wohl 4jährige von gaaanz anderem Format geben ... Die Größeren können die Panzer mehr als bequem tragen. Das fünfjährige Minikind würde allerdings glatt durchrutschen. Da musste wohl oder übel doch die Nähmaschine ran. Besagtes Raglanshirt kann ja noch mehr, wenn es drauf ankommt. Ärmel verbreitert und Saum zur Achsel hin gerundet, Shirt gekürzt und abgerundet, Vorderteil und Ärmel gedoppelt und mit Volumenvlies gefüttert, Rückenteil bleibt ungefüttert. Das Ganze ist aus sehr dehnbarem Silberstoff (buttinette) und lässt sich so prima an- und ausziehen und bequem tragen, auch draußen über der Jacke, wenn es sein muss. Und es musste ... :-) Das Logo ist genau wie bei den Pappmodellen einfach aufgeklebt. Das hält wider Erwarten bombenfest und war die einzige Möglichkeit, da weder Aufbügeln noch Applizieren auf dem Foliendruck Optionen sind.

Langer Rede kurzer Sinn - 3 Sternenritter zogen am Faschingsdienstag zufrieden los in Schule und Kindergarten und kamen glücklich zurück, weil sie auch als solche erkannt und für cool befunden worden waren. Wobei Kind 3 etwas mehr zu erklären hatte. Schließlich lesen Kindergartenkinder noch nicht so viel. Aber auch da gibts das eine oder andere Mädel mit großen Brüdern. :-)


Auf Shirt und Tuniken habe ich noch einmal das Sternenritter-Logo appliziert. So steigt der Coolnessfaktor in den Augen der Kinder immens, man kann den Panzer auch mal ablegen, wenn er unbequem wird, und trotzdem sind die Teile alltagstauglich.
Mathildas Tunika ist ein Raglankleid (134), das ich zum Saum hin etwas verschmälert und natürlich abgeschrägt habe. Bei Emilias Tunika (110) habe ich den Shirtschnitt als Grundlage genommen und verlängert, da das Kleid in den kleineren Größen noch nicht figurangepasst geschnitten ist.


Bei Raphael tat es der Shirtschnitt unverändert. Allerdings stelle ich wieder mal fest, dass der junge Mann sehr lange Arme hat. Während es die Hosen in 134 grad noch tun, gibts beim Shirt schon in 140 keine Zuwachsreserve mehr. An das neue Lieblingsteil werde ich wohl früher oder später noch Ärmelbündchen anbauen müssen ...

So weit zu diesem Thema ... Als nächstes sollte dann Frühlingsgarderobe aktuell werden, hoffe ich doch.

Mittwoch, 8. Februar 2017

Blumengrüße aus Bullerbü

Dieses Jahr stand schon im Januar der Fototermin in Kindergarten an - verständlicherweise. Denn diese Woche ist unsere letzte im lieben, vertrauten Kindergarten. Danach wird umgezogen und die alte, baufällige aber so schön gemütlich gewohnte Baracke abgerissen. Das stellt einen Einschnitt ins Kinderleben dar, der ein ganzes Thema für sich ist.

Jetzt geht's erstmal wieder um Klamotten. Irgendwie ist es zur Tradition geworden, dass es zum Besuch des Fotografen ein neues Outfit gibt. Für mich ein Anlass, meinen Lieblingsschnitt aus meinem Weihnachtsgeschenk auszuprobieren: "Anna" aus dem Buch "Kinderkleider". Ich hatte es an eine zukünftig dreifache Mädchenmama verschenkt, weil es Mädchensachen pur bietet. Kleidchen ohne Ende und noch so ein paar andere Ideen zum Schmücken und Spielen, die kleine Fräuleins garantiert begeistern. Und dann blieb mir nichts übrig, als es mir selbst zu wünschen, weil ich dem typisch skandinavischen Bullerbü-Charme, den das Buch zweier finnischer Autorinnen verströmt, einfach nicht widerstehen konnte. Es ist sooo süß, einfach nur zum Anschauen. Danach nähen kann man natürlich auch. :-)

Und da kommen wir zu ein paar kleinen Haken. Was mir weniger gefällt, sind die fehlenden Angaben zur benötigten Stoffmenge für die Schnittmuster. Das ist laut Text bewusst so gehalten, um die Kreativität beim Kombinieren nicht einzuschränken. Funktioniert so bei mir nicht. Dass ich mangels jedes sinnvollen Anhaltspunkts zum Stoffverbrauch erst aufwändig rumprobieren muss, würde mich eher davon abhalten, noch mal schnell so ein Kleidchen zu nähen, als die Kombifreudigkeit anzuregen. Die kommt von selber beim Blick ins Stoffregal.
Aber das nehme ich in Kauf. Der Bullerbü-Faktor ...

Beim Nähen fiel mir dann ein weiteres Problem auf: Ärmelschnittteile ohne Passzeichen. Das geht eigentlich gar nicht, zumal die Schnittmuster auf Webware ausgelegt sind. Da kann man nicht so hier und da ein bisschen zurechtdehnen. Das muss passen und sitzen. Und das ist nun mal ohne Markierungen nicht leicht zu erreichen. Es geht schon irgendwie, aber schön ist anders. Überhaupt ist ein bisschen Erfahrung beim Nähen nach diesem Buch nötig. Zum Beispiel sind auch keine Schlitzmarkierungen für den Knopfverschluss vorhanden. Es wird zwar erklärt, wie der Schlitz gearbeitet wird. Wie groß man ihn macht, muss man selbst entscheiden. Da kann man sich leicht verschätzen und der Kopf ginge dann nicht durch. Insgesamt fehlt mir da doch so ein bisschen die Professionalität. Aber - siehe oben ...

Positiv fällt mir nach dem Nähen des einen Schnittmusters auf, dass die Ärmelansatznähte fein an der richtigen Stelle sitzen. Das ist bei Schnittmustern für so weite, lässige und aus Begeisterung für schöne Stoffe gebastelte Schnittmuster nicht selbstverständlich, muss aber sein, damit's richtig hübsch wird. So ist es ein weites, aber kein übergroßes Kleid. Genau das gefällt mir.

Fazit zum Buch: Durch übergroße Professionalität glänzt es nicht. Also lieber Erfahrung sammeln mit ein paar wirklich guten! ausführlichen E-Books von Profi-Erstellerinnen. Dann kann man nachvollziehen, was die näherfahrenen Bullerbü-Mamas mal eben aus dem Handgelenk schütteln und die durchaus süßen Kleidchen nacharbeiten.

So wie Emilias Fotografenkleid 2017:


"Anna" in 110/116. Blümchen und Pünktchen fanden sich im Stoffregal, haben wohl irgendwann vom Stoffmarkt hergefunden. Der zarte Blümchenlook passt gut zu genau diesem Fräulein. Bester Beweis: Es mag das Kleid, obwohl es rosa ist und Kind neuerdings erklärt, dass Rosa eigentlich nicht mehr ginge und Blau DIE Farbe wäre. Ich glaube, es wird groß ...
 

Blitzfotos am frühen Morgen zeigen natürlich nicht die ganze Schönheit. Reh, Brosche und Leggins sind eigentlich lila, und zwar nicht finsterlila, sondern schön gedämpft farbig. Mal sehen, ob der Fotograf das besser kann ...

Wir grüßen hiermit also dem Winter zum Trotz mit bunten Blümchen und wünschen uns bald den Frühling her - für noch mehr Bullerbü-Kleidchen.

Montag, 6. Februar 2017

Die Vogelscheuche im Samtkleid


Da ist sie - Mathilda. Und dass sie im neuen Weihnachtsoutfit wie eine Vogelscheuche aussähe, ist natürlich keinesfalls meine Behauptung. Sie meinte selbst beim Posieren, dass sie jetzt eine Vogelscheuche darstellen würde. Guter Versuch, meine ich. Die Haltung stimmt schon mal. Aber wer so süß lächelt, bietet keinen wirklich erschreckenden Anblick. Deswegen kann man die kleine Vogelscheuche im Galaoutfit mit diesem Titel wohl auch nicht beleidigen. :-)


Das Weihnachtskleid 2016 ist ein "Silver Touch" (Ottobre 4/16), allerdings mit ein paar kleinen Änderungen. Der Schnitt gefiel uns sofort, war aber leider erst ab Größe 134 vorhanden. Aktuell ist Mathilda bei 128, und man kennt ja die lässige Weite vieler Ottobre-Sachen. Ich habe also einfach in der Mitte ein paar Zentimeter herausgenommen, so dass die Schulterbreite passt, und den Ausschnitt wieder zurechtgerückt. Etwas mehr Ärmelweite stört nicht, wenn sowieso ein Shirt untergezogen wird. Weil wir ein richtiges Kleid statt einer Tunika wollten, habe ich den Rock noch etwas verlängert. Bei der Suche nach dem passenden Stoff für ein feines Festtagskleid fiel mir im dunkelblauen Stadtkaufhaus ein großzügiger Rest warmgrauer Samt in die Hände. Das ist so ein Glücksgriff auf den zweiten Blick. Fällt erstmal nicht auf, wenn man in der Restekiste stöbert, aber wenn man dann kapiert, was man da in der Hand hält - yeehaa! Elastischer Baumwollsamt - angenehm zu tragen, streichelweich, vielseitig kombinierbar und schick. Gibt ein super weihnachtsfeines Kleid für 6 Euro! Auf dem schlichten Stoff darf's dann gern noch ein bisschen glitzern. Aufgebügelte Sternchen gehen nicht nur zur Weihnachtszeit.
Elastische Webware verhält sich anders als Jersey, deswegen fiel die im Schnitt vorgesehene Bandversäuberung für Ausschnitt und Ärmel natürlich aus. Es wurde also mit Beleg verstürzt bzw. ein Saum genäht.
Die sportlich wirkenden untergelegten Originaltaschen passten auch nicht so recht zum Gesamteindruck. Weil Taschen trotzdem ganz praktisch sind zu Schnupfenzeiten, wurden sie in Nahttaschen umgewandelt.


Drunter trägt die junge Dame ein schon mehrfach bewährtes "Roundabout" Shirt (Ottobre 1/12). Den Stoff hat sie selbst ausgesucht - trotz Riesenauswahl ein schlichtes, leicht meliertes Türkis. Meine Tochter ... :-)

Vogelscheuche? Doch wohl eher nicht.

Mittwoch, 11. Januar 2017

MMM - Lieblingsstück 2016

Die Nähdamen vom MMM führen heute ihre Top-Hits des vergangenen Jahres vor, und da möchte ich mich gern wieder einmal einreihen. Der Dauerbrenner in meinem Kleiderschrank ist nicht ein einziges Stück, sondern viel mehr ein Schnitt - Marly von schnittquelle. Ich habe davon inzwischen sage und schreibe 5 Varianten auf der Stange hängen. Und dabei wirds wohl nicht bleiben. Der Schnitt ist so optimal für mich geeignet, dass ich immer wieder danach greife und fröhlich dran rumbastle, denn auch dafür bietet er sich an. Durch Unterbrustnaht und -abnäher und Abnäher im Rücken lässt sich der Schnitt mit recht wenig Aufwand prima an die eigenen Kurven anpassen. Außerdem kann man durch die Teilung auch schön mit verschiedenen Rockformen experimentieren. Der Ausschnitt lässt sich ebenfalls variieren ... unendliche Möglichkeiten, dazu ruckzuck umzusetzen. Perfekt für mich, wo ich doch dazu neige, immer mal noch schnell über Nacht ein neues Kleidungsstück zu brauchen. ;-)

Zuerst zeige ich das neueste Kleid aus der Reihe - mein Weihnachtskleid und tatsächlich auch das, was ich am heutigen MMM wieder trage. Ich glaube, es hing noch nie im Schrank:


Die Rückseite wurde, abgesehen von den individuellen Anpassungen, nach dem Originalschnitt genäht. Dem Vorderrock habe ich ein paar Zentimeter Breite zugefügt und eine Kellerfalte gelegt. Der Ausschnitt ist mit Beleg gearbeitet, weil ich das an einem eher "feinen" Kleid schicker finde als Bündchen oder Einfassband. Am Saum habe ich 6cm zugegeben, damit aus dem Kassak ein Kleid wird (jedenfalls für mich :-) ).

Das Material ist ein Jaquard von Stoff und Stil - ein Traum. Ich hatte mich schon im Katalog in das Design verliebt. Und als ich im Urlaub in das Paradies in Lübeck tatsächlich live betreten konnte, wurde das Geburtstagsgeld dafür auf den Kopp gehauen. :-) Baumwollmix, nicht zu fest und nicht zu labberig, gut zu verarbeiten, gut zu tragen, schick, aber nicht zu sehr, wunderbar.

Im Sommer entstanden gleich mehrere verschiedene Marly-Adaptionen. Eine sommerlich gemusterte fehlt mir noch in der Fotodokumentation. Aber es gibt ja noch zwei:


Einmal in Blau aus Viskosejersey (billiger Test-Rest). Hier habe ich statt Abnähern einfach mal nur Falten in das Rockteil gelegt, und zwar vorn und hinten. Die Form hat mich überzeugt, das blaue Kleid ist trotzdem kein Lieblingsstück an sich, weil der Jersey einfach nichts verzeiht. Der zeichnet alles ab. :-p Außerdem pillt er. Angenehm zu tragen ist er trotzdem, kommt also bei großer Hitze gern daheim zum Einsatz.


Dann ist da noch dieses Modell. In Lieblingspetrol ja schon mal prädestiniert für einen der vorderen Plätze. Wurde dann auch oft und noch lange in den Herbst hinein getragen. Hier habe ich einen weiteren Rock ohne Abnäher angesetzt und am Ausschnitt und unter der Brust gemusterte Einsätze reingebastelt.

Noch einem kleinen verspielten Detail konnte ich nicht ganz wiederstehen:


Auch die armen Einzelstücke aus der Knopfkiste brauchen schließlich ein nettes Zuhause. :-)

Die erste Marly ist schon mal beim MMM erschienen und soll hier der Ordnung halber auch erwähnt werden. Zu den Allroundtalenten gehört sie auf alle Fälle:


Dann war da noch ein tolles schickes Sommerkleid nach Stoff und Stil-Schnitt, das es bisher nicht auf ein akzeptables Foto geschafft hat. Wird nachgeholt, versprochen. Wenn es wärmer ist.

Dieses Jahr müssten wohl mal wieder Oberteile im großen Stil drankommen. Da fehlts momentan im Schrank. Also ein Hoch auf die vorhandenen Lieblingsstücke und auf zu neuen Taten!

Und jetzt lasse ich mich noch von den anderen Lieblingssachen beim MMM inspirieren.

Montag, 9. Januar 2017

This is a man's ... hoodie

Genug des Geredes zum neuen Jahr, jetzt gehts wieder an die Nähwerke. Ich kann eine Premiere feiern: Zum ersten Mal überhaupt habe ich ein Kleidungsstück für den Mann genäht! Ne Mütze gabs schon mal, aber die zählt nicht wirklich. Dieses Mal ist es ein richtiger tragbarer Pullover geworden.

Ich fand die Form ja während des Entstehungsprozesses echt seltsam. Mehrmals habe ich misstrauisch das geklebte Schnittmuster überprüft, ob ich nicht doch eine Reihe Blätter in der Mitte vergessen hätte. Aber nein, alles passgenau zusammengesetzt. Dabei sahen die Schnittteile unheimlich kurz und breit aus. Der fertige Pullover dann auch. Sehr komisch. Da hieß es hoffen und bangen, denn das gute Stück sollte des Mannes Weihnachtsgeschenk sein und war aus feinstem kuschligem Baumwollfleece mit echten Lederdetails genäht. Wenn das nicht passen würde, müsste man sich in den Po beißen, und das geht dann wieder nicht ... Das Ding muss einfach passen.

Und siehe da, das tut es auch. Was schließen wir daraus? Männer haben komische Proportionen. :-D
Spaß beiseite, der selbstgenähte Pullover ist besser als jeder gekaufte. Sogar die überlangen Arme meines persönlichen Alltagshelden sind optimal verpackt. Da, ich darf ihn sogar zeigen:


Nicht optimal zurechtgezupft, aber man erkennt die Grundidee. :-) Passt genau so, wie Mann es mag, lässig, aber auch nicht riesig. Mein hauseigener Computernerd trägt kaum etwas anderes als "farbenfrohes Schwarz" (O-Ton). Macht also keinen Sinn, bei der Stoffauswahl kreativ zu werden. Für den individuellen Touch sorgt dann eben das bisschen rotes Leder an Ösen und Kordelenden und als kleine, harmlose Minitüddelei. So viel muss erlaubt sein. ;-)
Scheint auch nicht falsch zu sein, denn er wurde mehrmals gefragt, ob der Pullover von einer bekannten coolen Marke wäre. Yeah!


Da noch mal die Appli, unscharf, ich weiß, war kein besseres Bild auf der Kamera. Und der Pulli hängt grad frisch gewaschen auf der Leine, damit er so bald wie möglich wieder einsatzbereit ist. Wenigstens weiß ich jetzt erstmal mit Sicherheit, dass das Leder die Wäsche gut übersteht. Dann kann es wohl bald noch einen zweiten in der Art zum Wechseln geben. Da der Mann einen schlichten Geschmack hat, näht sich so ein Teil ja recht flott weg.

Schnitt: Luke von Pattydoo

Donnerstag, 5. Januar 2017

Was der Schuleingangstest nicht verrät

Gleich zum Jahresanfang stand bei uns ein Termin an - wohl zum letzten Mal im Elternleben: das jüngste Kind musste zum Schuleingangstest beim Kinder- und jugendärztlichen Dienst antreten. Müde (klar, so kurz nach Weihnachts- und Silvesterferien) und auch leicht kränklich war's an dem Tag. Aber da wir den Termin wegen Krankheit schon zwei Mal verschieben mussten, dachte ich mir, es wäre besser, das jetzt durchzuziehen. Nicht, dass noch das Jugendamt vor der Tür steht, um zu überprüfen, ob das Kind aufgrund von Prügel regelmäßig nicht vorzeigbar ist ...

Also auf durch Regen und Matsch zur "Burg". DresdnerInnen mit Schulkindern wissen, wovon ich rede. Unsere kleine Prinzessin war jedenfalls begeistert, das märchenhafte zinnenbewehrte Gebäude mit den pseudogotischen Fenstern betreten zu dürfen. Leider hält es von innen nicht, was es außen verspricht. Na ja, so Amtsgebäude müssen wahrscheinlich nüchtern und langweilig rüberkommen, um ernst genommen zu werden.

Nachdem grundsätzlich geklärt war, dass wir unserem Minivorschulkind den planmäßigen Schulstart zutrauen (was bleibt uns auch anderes übrig, wo uns der Kindergarten überm Kopf abgerissen wird ... dazu vielleicht später mehr), gings also ans Testen. Lief gut, wenn auch gelegentlich akute Anzeichen von Unlust zu bemerken waren. Aber mal ehrlich, an einem düsteren Winterspätnachmittag sinnlose Aufgaben erfüllen, die noch dazu von einer völlig fremden Frau gestellt werden ... Man machts ja so notfalls, aber gern muss man das nicht machen, oder?

Unser persönlicher Höhepunkt ist ja immer wieder der "Smiley-Test": Ein Blatt, darauf reihenweise Smileys, die meisten freundlich, dazwischen einige mit hängenden Mundwinkeln. Kind soll letztere streichen, das Ganze möglichst schnell bei laufender Stoppuhr. Nun sind weder unsere größeren Kinder noch ich, sagen wir's mal freundlich, für übereilte Handlungen bekannt. Wir haben wohl alle eine Extrawindung in der Leitung, was die Informationsverarbeitung gründlich, aber nicht unbedingt schnell macht. ;-) Dass auch Kind 3 bei dieser Aufgabe keine allzu große Geschwindigkeit an den Tag legte, überraschte mich also nicht. Beanstandet wurde trotzdem nichts und die Schulfähigkeit offiziell bescheinigt.

Was der Test allerdings nicht erfassen konnte, wurde mir später klar. Als mein Mädel mir nämlich in der Straßenbahn seine Sicht auf den "Smiley-Test" offenbarte. Es beschwerte sich bitterlich. Die Ärztin hätte gesagt, die Smileys mit den hängenden Mundwinkeln wären "böse". Dabei stimme das gar nicht, die seien nämlich nur traurig. Und es sei eine bodenlose Gemeinheit, die traurigen Leute zu streichen, nur weil sie traurig seien. Geht echt gar nicht ... Vor diesem Hintergrund braucht man sich über das zögerliche Vorgehen natürlich nicht zu wundern. Ich wette, die soziale Dimension der Aufgabe ist der Ärztin noch nicht mal in den Sinn gekommen ...

Tja, das ist mein kleines Mädchen, das sich auch bei mir entschuldigt und die "arme Mama" der vielen Arbeit wegen bedauert, wenn es selber unter den Folgen eines Magen-Darm-Infekts leidet, das bei "Tom und Jerry" vor lauter Mitleid eher weint als sich kaputtzulachen, das bei Spieleabenden explizit nicht gewinnen will, weil sonst die anderen traurig sind, das seine über alles geliebten Gummibärchen teilt, wenn es nur 2 hat, ein Geschwisterkind aber (aus sehr gutem Grund) gar nichts.

Oh Mann, hoffentlich passt auch in der Schule jemand gut auf mein zart besaitetes Jüngstes auf ...

Mittwoch, 4. Januar 2017

Frisch und neu

Ein neues Jahr - eine Gelegenheit für Neuanfänge. Irgendwie ist es doch so, selbst wenn man sich, wie ich, kaum Konkretes vornimmt, weil man weiß, dass es an der Umsetzung sowieso wieder hapert. ;-) Lieber Schritt für Schritt und Tag für Tag das Mögliche tun und sich über Fortschritte freuen. Es ist genug, dass jeder Tag seine eigene Herausforderung hat. Das steht so ähnlich schon in der Bibel (Mt. 6, 34) und hat viel Wahres, für mich jedenfalls. Große Pläne häufen sich so schnell zu Bergen auf, die unbezwingbar erscheinen und eher Energie rauben als einen schwungvoll neu starten lassen. Trotzdem, ein bisschen mehr Disziplin und Eigenorganisation möchte ich gern im neuen Jahr unterbringen. Erster konkreter Minischritt: rechtzeitig ins Bett gehen, statt noch dies und das und jenes ... ;-) . Dann gehts auch schon mal etwas energiegeladener durch den Tag. Das ist vorerst mein Vorsatz, und dann weiter, Tag für Tag ...

Am 2. Januar hatte "Himmelblau und Sommerbunt" Geburtstag, den 7. mittlerweile. Und immerhin ist es noch da, wenn auch mit wechselnder Aktivität. Im Prinzip soll es weitergehen wie bisher - entspannt, nur besser, vielleicht. ;-) Ich möchte einfach wieder öfter schreiben, dient mir diese Plattform doch hauptsächlich als Kreativ- und sonstiges Tagebuch. Und es ist ja nicht so, dass nichts passieren würde, was festgehalten werden sollte ... Im Kopf hab ich schon einen Haufen Postideen. Dann woll'n wir mal, eine nach der anderen ...

Für dieses Mal bleibt mir noch, allen ein wunderbares Jahr 2017 zu wünschen -  Erfolg bei großen und kleinen Plänen, Kraft in allen Herausforderungen, viele Sonnentage und jeden Tag ein herzliches Lachen, mindestens!

Diese 3 unterstützen meinen Wunsch, vor allem letzteren, und zeigen eindrucksvoll, wie es geht:


(Wenn's sonst grad nix zu lachen gibt - einfach "Ameisenscheiße mit Erdbeergeschmack" denken, oder meinetwegen auch sagen ... Haben die Kinder bei Freunden aufgeschnappt und wirkt absolut sicher, sieht man ja. :-D)