Donnerstag, 14. April 2016

Frühling lässt sein blaues Band ...


So verkündet es seit der Osterzeit unser Kranz an der Wohnungstür, und auch draußen siehts danach aus. Wenn dem so ist, müssen Computer und Nähmaschine hintenan stehen, denn dann muss ich raus. Der Garten verlangt nach seinem Recht. Zugegebenermaßen ist es auch nicht gerade so, dass man mich dazu zwingen müsste, drinnen drinnen sein zu lassen und zu tun, was nötig ist. Mir machts Spaß, mal richtig loszuschuften und zu sehen, wie der Garten ansehnlicher wird und Stück für Stück sozusagen mit Zukunftsgemüse gefüllt wird. Allerdings fällt man abends eben todmüde ins Bett, statt sich anderen Hobbys zu widmen. Heute nutze ich den düster-feuchten Vormittag mal für einen lange fälligen Blogpost. Doch bald kommt die Sonne raus, dann gehts wieder los - die Saatkartoffeln rufen ...

Noch finden die meisten Veränderungen unsichtbar statt. Zunächst mussten die Beete bereinigt werden. Geschnitten oder ausgegraben, was vom letzten Jahr übrig war, erstes Unkraut gejätet, umgegraben - wenn das erstmal gemacht ist, fällt es nicht mehr auf. So hat ein Garten schließlich auszusehen. Ungepflegte Wildnis würde da wohl mehr Aufmerksamkeit erregen. Aber ob man diese Art bezwecken will, besonders im Kleingartenverein ... ;-)

Außerdem habe ich mich intensiv mit den Kompostbehältern auseinandergesetzt, bzw. diese buchstäblich auseinandergesetzt. Ich brauchte reichlich halbverrotteten Kompost, der die Unterfüllung von 4 neu aufgestellten Hochbeeten ausmacht. Dazu musste auch fertiger Kompost gesiebt werden, um die vorhandenen Beete zu "pimpen". Das lässt sich machen, die Arme wissen abends, dass sie ordentlich geschaufelt haben.

Schließlich wurde auch schon einiges gesät, gesteckt und gepflanzt: Erdbeeren, Möhren, Zwiebeln, Schalotten, Radieschen, Spinat, Salat. Für einige andere Gemüsesorten warte ich noch auf wärmeres Wetter. Die kommen dann gleich als gekaufte Pflänzchen in die Erde. Zum Vorziehen fehlt mir leider der Platz, da bei uns jedes Zimmer nur ein Fenster hat.
Sogar ernten konnte ich schon. Letztes Wochenende gabs den ersten Rhabarberkuchen!

Jetzt noch was zum Gucken:


Ein paar Frühblüher musste ich unbedingt aus Töpfen pflanzen, denn davon habe ich zu wenig, wie ich jedes Frühjahr wieder feststelle. Ich hoffe, diesen Herbst endlich dazu zu kommen, reichlich Blumenzwiebeln einzubuddeln. Das ist bisher daran gescheitert, dass pünktlich zum passenden Zeitfenster die Kinderkrankheitsperiode beginnt. :-p


Das Tulpenbeet in der vorderen Mitte blüht jetzt das zweite Jahr und verhält sich anders als beim ersten Mal. Letztes Jahr gabs ein konzertiertes Farbenfeuerwerk Anfang Mai, zusammen mit dem Flieder. Jetzt kommt eine Sorte nach der anderen, während an Flieder überhaupt noch nicht zu denken ist. Tja, die Natur lässt sich eben nicht berechnen.


Die Beetstruktur hat sich im Wesentlichen etabliert. Mit dieser Einteilung bin ich zufrieden und passe nur noch hier und da etwas an. Mittlerweile bekomme ich sogar gelegentlich von Mitgärtnern Komplimente für die für einen Kleingarten etwas ungewöhnlichere kreative Aufteilung der Nutzfläche. Da schwillt das Herz dann doch ein bisschen stolz. Wo unserer lange der Chaosgarten war. ;-) Manches muss eben langsam wachsen, das gilt nicht nur für Pflanzen.

Im letzten Bild sieht man die neuen Hochbeete. Die befinden sich direkt vor der Hecke. Im Sommer wird es da doch ziemlich schattig und die Erträge auf ebenerdigen Beeten fallen etwas mickerig aus. Indem ich die Fläche etwas nach oben hole und den Pflanzen natürlich auch extragute Grundlage biete, hoffe ich auf bessere Erfolge. Die freien Ecken um die Hochbeete werden noch mit Funkien gefüllt. Die mögen Schatten und machens dann ein bisschen hübsch.

Die gusseiserne Wasserpumpe zwischen den Beeten habe ich auch erst dieses Frühjahr an diesen Ort geschleppt. Unsere Vorpächter hatten die über einem großen, in den Boden versenkten Wasserfass angebracht, so dass man plantschen konnte. Nette Idee, allerdings funktionierte das Ganze nicht mehr und war auch sehr ungünstig genau da platziert, wo wir Raum zum Sitzen brauchen, wenn Freunde und Familie kommen. Also darf das angerostete Teil jetzt den Garten schmücken und bald ein paar rankenden Blumen Halt bieten. Ich finds schön so. Gartendeko ist teuer, da muss man mit dem arbeiten, was da ist.

Und das mache ich dann auch gleich wieder - arbeiten. Heute sind Kartoffeln da. Und Mangoldsamen. Und noch genügend verunkrautete Ecken ...

Freitag, 18. März 2016

Käferkind mit Fotogen

Also, ich hoffe zumindest, dass Kind und Kleidung irgendwie ein Fotogen abbekommen haben. Denn der Anlass, dieses Outfit zu nähen, war wieder einmal der Besuch des Fotografen im Kindergarten. Wobei, eigentlich sind die Kinder ja immer hübsch. Nur die sogenannten Top-Fotoprofis haben in letzter Zeit Ergebnisse geliefert, bei deren Anblick ich mir sagen musste, so hätte ich es auch hingekriegt, möglicherweise besser, und das ohne Profi-Equipment. Nun ja, lassen wir uns überraschen ...

Einstweilen haben wir schon mal unsere frühmorgendlichen "Sicherungsfotos", - der Beweis, dass das Outfit rundum hübsch war, bevor es mit den Herausforderungen des Kindergartentages konfrontiert wurde. ;-)


Puuuh, ich bin ja froh, dass die junge Dame die neuen Sachen so freudig trägt. Noch am Vortag sah es nicht danach aus. Um das Kind für den Heimweg vom Kindergarten zu motivieren, erzählte ich ihm, dass ich ein neues Kleid genäht hätte, das es dann gleich anprobieren könnte. Auf die Frage, wie es denn aussähe, erzählte ich (böser Fehler), es wäre aus rotem Cord. Und schon gings los: "Cord? Ist das der Stoff mit diesen Streifen? Den maaag ich niiicht ..." Und noch einiges mehr war auszusetzen am vermeintlichen Aussehen des Kleides. An den Käferstoff, der fürs Shirt vorgesehen war, konnte das Fräulein sich auch nicht mehr erinnern, und überhaupt wäre das bestimmt alles doof. :-p Durch die Aussicht, die Kleiderknöpfe mit aussuchen zu dürfen, ließ sich das Mädel dann doch erstmal etwas besänftigen und so halb überzeugen, dass das Kleid mit diesen Streifen vielleicht am Ende doch nicht völlig blöd werden würde.


Als Tochterkind den Käferstoff daliegen sah, zog ein Strahlen übers Gesicht und es nickte nachdrücklich, "Ja, den!" Das Kleid als Beigabe konnte man dann schon mal gnädigerweise anprobieren. Und siehe da, es war ja doch toll, so richtig toll! Den Ausschlag gab "die Spitze in der Mitte", in Näherinnenfachchinesisch "Kellerfalte" genannt. Immer wieder interessant, mit welch einfachen und unerwarteten Dingen man ein Kind glücklich machen kann. Die "komischen Streifen" wurden jedenfalls seitdem nicht wieder erwähnt. Die Knopfwahl der Dame führte, wie man sieht, zu einem kleinen Käferoverkill, denn zum Käfershirt mussten es auch noch die Marini-Knöpfe sein. Was solls, wenns schön macht ... Auf das Stückchen Käferwebband am Saum kams dann auch nicht mehr an.


Da ist das freche Käferkind, komplett ausgestattet und brav bezopft. Damit zumindest der erste Eindruck stimmt. ;-) Mit der klassischen Mädchenfrisur bekommt man die wilden Wellen für eine Weile ganz gut gebändigt. Außerdem gibt das Ganze so einen süßen Retrolook, der mir ziemlich gut gefällt. Noch ist der Nachwuchs zumindest in vielen Fällen für Mutters Geschmack zu haben, das muss man ausnutzen. :-D


Die technischen Details:
Shirt: Mr Bear (Ottobre 6/13) Weite 98, Länge 104, Käferjersey ein Mitbringsel vom vorletzten Urlaub (Nellirabelli)
Kleid: Oona (Farbenmix) 98/104, Volant am Saum weggelassen, dafür das Kleid entsprechend verlängert. Schnittmuster unter den Armausschnitten geteilt und ins vordere Rockteil Kellerfalte eingefügt. Roter Feincord - keine Ahnung mehr, geheime Langzeitvorräte für schlechte Zeiten. :-)

Insgesamt ein klarer Fall für die Meitlisache.

Mittwoch, 16. März 2016

MMM mit Marly

Geschafft - ein neues Kleid kann zum MMM präsentiert werden. Und das bei Tageslicht! Gestern fand sich praktischerweise ein Schwesterherz zu einem spontanen Foto bereit. Aber es bleibt die alte Frage: Was mache ich dabei bloß mit diesen Händen, die immer so unmotiviert rumhängen, wenn sie nichts zu tun haben?


Na ja, eigentlich auch egal, hängen sie halt rum. Es geht ja schließlich ums Kleid. :-)




Dieses ist, jedenfalls grundlegend, eine Marly von Schnittquelle. Der Schnitt stellt eigentlich ein Kassak dar. Aber das hat ja, was mich angeht, nicht viel zu sagen. 3 cm Verlängerung, und schon ist es ein angemessen langes Kleid. Länger wärs auch nicht gegangen, denn genau das und keinen Zentimeter mehr gab der Stoffrest her, den ich bei Stoff Fischer aus dem Restekorb gezogen hatte. 90 cm auf 1,45 m Breite waren es und dafür kein Schnäppchen. Aber ich hatte mich eben sofort in den Stoff verliebt - angenehm im Griff (Das Schildchen weist es als Mischung aus PE, V, BW, EL aus.) und schlicht mit einem gewissen Etwas. Eben das, was ich mag. So sieht das aus der Nähe aus:


Grau mit winzigen Einsprengseln in vielen bunten Farben. Das heißt, was immer man daraus macht, passt wirklich zu allem. Ein echtes Brot-und-Butter-Teil. Mir schwebte nach dem Kauf sofort ein schlichtes ärmelloses Kleid mit Teilung unter der Brust vor. Dank Frau Frauenoberbekleidung konnte ich die Marly live testen und für gut befinden. Beim Nähen mit meinem etwas stabileren Material wurden dann noch ein paar Änderungen fällig. Den Brustabnäher musste ich um 1cm vertiefen und auch am vorderen Unterteil kleine Abnäher einfügen. Außerdem mussten für ein ärmelloses Kleidungsstück natürlich die Armlöcher vertieft werden. Arm- und Halsausschnitte habe ich mit innenliegenden Bändern eingefasst. Wenn ich den Schnitt wieder nähe, werde ich alle Abnäher noch ein wenig zur Mitte hin versetzen. Damit könnte der Sitz perfektioniert werden. Aber auch so, wie das Kleid jetzt ist, ist es prima. Der Stoff ist ein Alltagsheld. Das Teil kann tagelang getragen werden, ohne dass es mehr als minimale Sitzfalten und -beulen bildet. Die schlichte Marly kann man schick oder alltäglich stylen und ohne oder mit Kurz- oder Langarmshirt drunter tragen, dazu beliebig Strickjacken drüberschichten, und mit einer schmalen Hose kombiniert würde es wahrscheinlich auch gehen.
Momentan mag ich es mit Langarmshirts, hier ein selbst genähtes, dessen Schnitt ich von einem Kaufshirt abgenommen habe.

Fertig, ab damit zum MMM. Mal sehen, was es dort heute bei den anderen Damen zu entdecken gibt.

Mittwoch, 9. März 2016

MMM im bewährten Alltagskleid

Jetzt doch schnell noch - MMM:


Wieder nix Neues. Ein fast fertiges Kleid hängt schon in den Startlöchern, aber eben nur fast. Ich hoffe, mich bis zum nächsten MMM zum Fertigstellen der fehlenden Säume durchringen zu können. Bis dahin gibts eben wieder ein gut eingetragenes Kleid für alle Tage. Ein Pigeon Grey (Ottobre 5/2009, näher vorgestellt hier) aus irgendeinem angenehm weich fallenden Jersey, der wegen eines nicht näher bestimmbaren Kunstfaseranteils ein bisschen wärmt. Deswegen genau das Richtige für die ersten Frühlingssonnenstrahlen. Der Stoff ist, was auf Fotos nie erkennbar ist, eigentlich ganz fein dunkelblau und weiß gestreift und war ein sehr günstiges Stoffmarktschnäppchen. Nachdem das Teil nun schon seit über einem Jahr immer wieder getragen und gewaschen worden ist, muss ich sagen, dass Kauf und Mühe des Nähens sich mehr als gelohnt haben. Alles noch gut in Form und Abnutzungserscheinungen wie Pilling halten sich sehr in Grenzen. Eigentlich schade, dass man bei Stoffmarktbeute oft nicht genau weiß, was das eigentlich ist, das man da ergattert hat. :-)
Ach ja, eine Bemerkung zum Foto gehört ja mittlerweile schon dazu: Kind 2 hat fotografiert, deshalb die etwas schräge Perspektive. Ich denke, da gibts fotografisches Potential. Das Mädel wächst schließlich noch. :-D


Nebenbei möchte ich noch meine schööönen Ohrringe vorstellen. Rot mit Pünktchen wollte ich schon lange mal. Sie sind selbst zusammengebastelt. Die fröhlichen Punktperlen fanden als Urlaubsmitbringsel den Weg ans Ohr. Sie stammen vom Oldenburger Wallmuseum, das sich im Sommer an den meisten Wochenenden als bewohntes mittelalterliches slawisches Dorf präsentiert. Man kann dort stilecht gekleidete Menschen bei der Ausübung alter Handwerkstechniken beobachten und das eine oder andere aus traditioneller Herstellung erwerben, darunter auch bunte Glasperlen. Sie werden nach dem Muster original mittelalterlicher Funde gestaltet. Über die Vielfalt kann man nur staunen. Die Punkte verdanken wir den alten Friesen, die mir damit gleich sehr sympathisch werden. Auch ihre frische Farbauswahl in verschiedenen Rot- und Blautönen spricht mich sehr an. Ehrensache, dass ich auch noch blaue Pünktchenperlen habe. :-)

So, jetzt schnell zu den nähenden Mittwochsdamen. Da gibts um diese Zeit ganz sicher viel zu sehen ...

Mittwoch, 24. Februar 2016

MMM mit Strickjacke 2.0

Mittwoch - wieder Zeit für irgendwie in den Alltag gequetschte Outfitfotos. So viel Bloggerdisziplin muss sein. :-)

Heute hat es erst am Abend gepasst, also Blitzfotos. Ich habe versucht, weder zu dumm zu gucken, noch irgendwelche komischen Körperhaltungen einzunehmen. Kind 3 machte mir daraufhin "schöne" Posen vor. Sehr dekorative Balletthaltungen. Ich hab's auch nachgemacht und mich so ablichten lassen, weil das Kind sonst weinen wollte. Aber freut euch nicht zu früh, das zeige ich garantiert nicht in der Öffentlichkeit. Die Fotos dürfen gern in den ewigen Servergründen vor sich hin existieren, mehr aber auch nicht. :-D

Hier präsentiere ich die "normalen" Ansichten einer Durchschnittsfrau am Mittwochabend:


Zuerst natürlich mit der titelgebenden "Strickjacke 2.0". Ich hatte schon bei der Präsentation der Miette, meiner ersten selbstgestrickten Jacke, angekündigt, dass ich jetzt tüfteln will, bis mir das perfekt sitzende Exemplar gelungen ist. Modell 2.0 ist eine wesentliche Verbesserung zur Miette, aber von Perfektion doch noch einige Macken entfernt. Ich habe nicht nach einem bestimmten Modell gearbeitet, sondern das Internet nach allgemeinen Anleitungen für Raglan von oben durchforstet, meine Erfahrungen vom Erstversuch und die Änderungswünsche einfließen lassen und so eine ganz schlichte Jacke gestrickt. Es ging ja nicht um Schnickschnack, sondern Passform. Es ist ein tragbares Stück herausgekommen, dessen Hauptmangel allerdings eine zu lang geratene Raglanlinie ist. Also hab ich da wieder meine vertraute Falte über der Brust. Leider merkt man das aber erst, wenn man schon wesentlich weiter gestrickt hat. Der endgültige Sitz des Ganzen erschließt sich eben doch erst zum Schluss, wenn alles dran ist.  Bleibt also jetzt so. Ich hab nun zumindest eine Vorlage, mit der ich weitere Versuche während des Strickens vergleichen kann. Ansonsten könnte die Ausschnittform noch etwas runder werden. Und die Ärmel, die hier beim Tragen immer kürzer werden und irgendwann nicht mehr ganz als Langarm durchgehen, müssen auch etwas mehr "Schrumpfreserve" haben.
Gestrickt ist das Ganze mit 5er Nadeln aus einer günstigen Baumwollmischung. Für mich sehr angenehm zu tragen und deshalb trotz der Mängel intensiv genutzt. Zumal ich ja bisher kaum eine Alternative in der passenden Länge zu Kleidern habe. Aber das soll sich ändern. Exemplar 3.0 ist bereits in Arbeit. Gleiches Garn für gute Vergleichbarkeit, aber dieses Mal in Rot. Fortsetzung folgt ...


Unter der Jacke trage ich heute mein erstes Friday Evening (Ottobre 5/13). Das hängt schon eine Weile im Schrank und wird auch immer wieder gern als unkompliziertes Alltagsteil hervorgeholt.

So, die allmittwöchliche (gibt's so'n Wort?) Nähbloggerpflicht ist getan. Jetzt ab mit dem Beitrag zum MMM. Um diese Zeit lohnt sich der Besuch da besonders. Ich kann jetzt genüsslich die Beiträge des ganzen Tages durchstöbern. :-)

Mittwoch, 17. Februar 2016

MMM - Schon auf Sommer eingestellt

Wie schon letzte Woche sitze ich auch diese wieder gemütlich warm im Schwimmbad und schaue aktuell keinem Frosch, sondern einem (hoffentlich) angehenden Seepferdchen beim Plantschen zu. Größeres Kind, etwas ferienfreundlichere Zeit, sonst alles wie gehabt.
Auch unser Großer muss noch mal ran. Das Zeugnis des letzten Jahres bescheinigte ihm, dass er 12m geschwommen sei und sich doch bitte bemühen solle, bald zu den Frühschwimmern zu gehören. Das heißt, Eltern bemüht euch gefälligst, das Kind so weit zu bringen. Wir tun, was wir können und schauen mal, was sich mit einem Kurs machen lässt, wo ein ängstliches und motorisch nicht gerade hochbegabtes Kind nicht angeschrien wird für seine Unzulänglichkeiten. Im Schulunterricht scheint das nach wie vor übliche Praxis zu sein, entgegen meiner Hoffnung, dass sich seit meinen Kindheitserfahrungen in dem Bereich etwas getan hätte.
Im Schwimmkurs sieht's gut aus. Der Lehrer ermutigt die Kinder freundlich und mit viel Humor. Unser kleiner Angsthase (Mutters Kind ;-) ) ist zwar immer noch vorsichtig und zögerlich, aber viel zuversichtlicher, als wir es gewohnt waren, wenn Schwimmen drohte. Er macht alles mit, so gut er kann. Was am Ende der Woche dabei rausspringt, werden wir sehen. Die Übung hat in keinem Fall geschadet.

Und nun zu etwas völlig anderem - meinem Schwimmbadoutfit. :-)
Das muss natürlich schön luftig sein, auch wenn der Blick aufs Außenthermometer gerade doch noch einmal winterliche Temperaturen zeigt. Also ist Zwiebellook angesagt. Hier die innere Schicht:


Mich packte gestern spontan die Lust, mir ein Shirt zu nähen. Schon länger wollte ich einen Ausschnitteinsatz aus einem anderen Stoff ausprobieren. Also wurde in den Kisten gewühlt, ein aquafarbener Stoffmarktkauf, ein Lillestoffrest mit Blättermuster und ein paar dunkelpetrolfarbene Überbleibsel gefunden und das alles zu einer Liv (Pattydoo) zusammengemixt. Für den Einsatz habe ich einfach um den Ausschnitt einen 5cm breiten Streifen aus dem Schnittmuster geschnitten. Vorher natürlich Markierungen quer über die Schnittlinie angebracht. Wenn man die übernimmt, wird das Einsetzen einfacher. In der Einsatznaht habe ich noch einen petrolfarbenen Jerseystreifen mitgefasst, der sich dann zur Paspel rollt. Diese offenen Streifen gefallen mir gerade. Den Ausschnittabschluss bildet ein ganz schmales Jerseybündchen. Über den unteren Saumabschluss war ich mir zunächst unschlüssig. Eigentlich war ein einfacher Saum geplant. Da ich das Shirt aber nicht allzu kurz haben wollte und nicht gerade mit Beinen bis zu den Schultern gesegnet bin, ergaben sich bei dieser hellen Shirtfarbe unvorteilhafte Proportionen. Also doch Trick 17: Shirt kürzen, dunkles Bündchen unten dran und schon haben wir ausgeglichene Proportionen und angenehme Länge zusammengebracht.
Ich mag das Teil, es wird im Sommer nicht im Schrank versauern. Auch wenn ich hier wieder sehe, dass ich am Armausschnitt endlich etwas arbeiten sollte.
Ach übrigens, ich kratze mich nicht an den Beinen. Ich habe einfach nur ein unglaubliches Talent, für Fotos total dämlich dazustehen. Wenn ich schon nicht ganz dumm aus der Wäsche gucke, dann wenigstens das ... Ein besseres Foto gibts nicht. :-D


Über die Sommer-Liv kommt heute wieder das unvermeidliche Wardrobe Basic. Das passt einfach am besten zu den meisten meiner Sachen. Momentan steckt in Wirklichkeit sogar noch ein Kaufpullover zwischen Shirt und Jacke. Es ist wirklich kalt. Jetzt schneit's auch noch. Aber bitte bis maximal Ende Februar. Dann reicht's, Frühling her!

Jetzt schiebe ich mein sommerliches Winteroutfit zum MMM und lasse mich von den anderen Nähdamen inspirieren. Unglaublich, was man da alles Tolles entdecken kann. Unzählige Schnittmuster möchte ich auch gern nähen ... Nur machen müsste man's. ;-)

Donnerstag, 11. Februar 2016

Hommage á Degas - oder einfach Fasching

An Edgar Degas' berühmte Ballerinas musste ich jedenfalls denken, als ich den wesentlichen Teil unserer Mädchenkostüme so hängen sah:


Farblich jedenfalls. Die sehr prosaischen Rockbügel passen natürlich nicht so richtig ins impressionistische Bild. Wobei Degas ja wohl auch eher Realist als Impressionist war ... Vielleicht passt es doch irgendwie. :-)

Man sieht, wonach unseren Mädels in diesem Jahr der Sinn stand: Ballerinas mussten es sein, mit richtigen Tutus natürlich. Ich komme solchen Wünschen sehr gern entgegen. Wahrscheinlich ist das irgendeine Art Projektion oder so. Ich war immer sehr gern Mädchen und so ein Traum aus Tüll - ich hätte mich wohl nicht eingekriegt vor Begeisterung. Bei uns mussten es alte Gardinen tun. Sie taten's damals auch ausreichend. Aber jetzt kann ich nähen, und ich hab Töchter, an denen ich mich austoben kann. Allerdings glaube ich, dass da nicht viel zu projizieren ist. Die lieben den Mädchenkram einfach genau wie ich. Sollen sie, und mit Vergnügen. Die werden sich schon trauen, trotzdem Informatikerin oder Automechanikerin zu werden, sollte das denn am Ende ihr eigentliches Talent sein ... :-D

Ich hatte schon einen Plan, wie ich die Tutus nähen wollte. Sie sollten auf alle Fälle gefüttert sein, damit sie nicht an der Strumpfhose hängen bleiben. Bei der Recherche nach der optimalen Tüllmenge stieß ich auf dieses Tutorial: How to Make a Tutu. Das war in etwa das, was ich mir auch gedacht hatte. Also hielt ich mich an die Anleitung - alle Tüllbahnen mit der Kräuselnaht aneinanderreihen und dann schieben, schieben, schieben, bis auf die richtige Länge, so dass das Ganze noch über den Po passt. Jerseybund oben dran, Gummi rein, fertig. Wobei, so einfach war's dann doch nicht. Das waren am Ende 14 Meter Tüll am Stück und mir ist beim Zusammenschieben beinah der Arm abgefallen. :-) Auch das Dranbasteln des Bunds hat mich Nerven gekostet. Man muss ihn erst rechts auf rechts von außen annähen und dann nach innen klappen und auch da befestigen. Das so hinzukriegen, dass man alles erfasst hat, was man will, aber das Futter nicht aus Versehen hochrafft und einnäht ... bei der Fülle nicht so einfach. Ich hab ein paar Mal getrennt. Außerdem die Herausforderung, die Innenseite so festzustecken, dass der Bund nicht in sich verdreht ist. Die schon angenähte Außenseite ist ja gedehnt, die zu steckende Innenseite aber noch nicht ... :-p Letztendlich ist es einigermaßen gelungen. Man muss das aber echt zweimal machen - beim zweiten Mal wird nämlich alles besser. Dann ist man bezüglich der Tücken vorgewarnt, kann sich zum Beispiel am Bund gleichmäßige Abstände auf beiden Seiten markieren, das Futter immer gut glattziehen beim Nähen ... Und schon gehts viel schneller.
Ich hatte als erstes Mathildas Tutu nach Anleitung genäht und war begeistert über das herrlich fluffig-wolkige Ergebnis. Ich dachte mir aber auch, dass das so an Emilia doch etwas viel wäre - Kind so breit wie hoch. Weniger dicht wollte ich den Tüll aber auch nicht haben. Also habe ich eine etwas andere Methode beim Zusammensetzen und Kräuseln der Tüllbahnen verwendet. Ich habe die Bahnen immer zur Hälfte überlappen lassen. So konnte ich sie am Ende auch gleich zum Ring schließen und dann in der Runde kräuseln. Das Ganze ließ sich etwas besser handhaben, war ja auch nur noch halb so lang. Und der Effekt war wie erhofft - einen Ticken weniger ausladend als beim ersten Exemplar (auch wenn man das wegen der unterschiedlichen Länge auf den Bildern nicht so empfindet).
Die Satinschleifen mussten unbedingt dran, weil die Mädels das Bild zu oben erwähntem Tutorial gesehen hatten und ihre Tutus nun genau so und nicht anders wollten.
Die technischen Details: Ich habe jeweils 10 Bahnen vom 1,40m breit liegenden Tüll verarbeitet. Für Mathilda (ca. 1,20 groß)  45cm, für Emilia (ca 1m groß) 35cm breit. Dafür bot sich ein günstiger 10m-Ballen Tüll von Buttinette an.

Oberteile mussten natürlich auch sein. Da ich es mag, wenn ein Teil der Kostüme noch alltagstauglich ist, haben wir uns gegen Bodys und für einfache Shirts entschieden. Das gefällt auch den Mädels, denn so können sie ein Stück des Kostüms mit in die weniger "tollen" Tage nehmen.
Um den Look zu komplettieren, gab es außerdem passende selbst gestrickte Ballerina-Stulpen. Praktischerweise wärmen die ganz nebenbei, denn Ballerinas können ansonsten natürlich nur sehr feine Strumpfhosen tragen.
Aber jetzt schaut euch die Damen endlich mal an:

Voilá, Mademoiselle Emilia! Sie tanzt im Ballett "Dornröschen", daher musste es viel Rosa sein, außerdem ein mit Röschen beklebter Haarreifen  und geschminkte Wangen für den ausreichend rosigen Look.



Ihr Shirt ist ein Mr Bear (Ottobre 6/13). Damit es schön schmal wird, habe ich Gr. 98 zugeschnitten, obwohl ich meistens eher 104 wähle, die Ärmel und den Saum aber entsprechend verlängert. Wie so oft fällt Ottobre reichlich aus. Es wäre auch ohne Verlängerung gegangen. Macht nix, passt es eben länger. Den Ausschnitt habe ich für ein kleines interessantes Detail am glatten Shirt mit zwei offenen Streifen als Bündchen versäubert, die sich etwas rollen.



Natürlich geht nichts ohne einen Ballerinaknoten, sei er auch noch so klein. :-)

Et voilá, Mademoiselle Mathilda! Sie gehört zum Ensemble von "Schwanensee". Das ist ja eine ziemlich traurige Geschichte. Vielleicht schaut die Schwanenballerina deshalb so ernst:


Ein Konglomerat verschiedener Blautöne, bei dem der kleine Perfektionist im Kopf schon wieder leise murrt: "So richtig Ton in Ton wärs schöner gewesen ..." Ruhe da drinnen! Das ist schön genug, und man muss beim Material ja nehmen, was man kriegt. :-)


Ihr Shirt ist ein an ihr schon mehrfach bewährtes Roundabout (Ottobre 1/12), das hier leicht tailliert, aber nach unten nicht ausgestellt zugeschnitten wurde. Für das gewisse Etwas, das das Shirt auch ohne Ballerinazubehör nicht langweilig aussehen lässt, habe ich mal wieder einen Stempel geschnitzt (eigener Entwurf). Die Schwanenprinzessin wurde mit Textilfarbe für dunkle Textilien gedruckt (die leider wohl inzwischen etwas fest geworden war. Deswegen mit Pinsel nachbearbeitet. Den leichten, fedrigen Look finde ich aber letztendlich gar nicht schlecht.) und verziert mit etwas dezentem Glitzer (ein Stift für Textilien).


Ballerinafrisur und Haarreifen sind selbstverständlich. Passend zur Schwanenprinzessin natürlich mit weißen Federn garniert.


Und da sieht man es - sie kann auch lächeln, ein ganz kleines bisschen. Ich glaube, nach ihrem morgendlichen Schwimmunterricht war die Schwanenballerina einfach müde. Bei der Faschingsparty mit Freunden war sie trotzdem sehr vergnügt, kann ich allen versichern, die die traurige kleine Tänzerin jetzt schon bedauern. :-)

Die uns kennen, fragen sich jetzt sicher, wo der junge Mann im Haus abgeblieben ist. Ganz einfach - bei der Oma. Da er lieber dort ist, als im Hort Fasching zu feiern, brauchte er kein Kostüm. Er hat einfach sein über alles geliebtes Kirk-Shirt mitgenommen und zu Feier des Tages getragen. Und nicht nur an dem einen Tag, wie ich ihn kenne. Für ihn ist das nämlich auch ein absolut akzeptables Alltagsshirt. Ich sag da nichts dazu, wenn's glücklich macht ... ;-)

Das war nun Fasching 2016. Nach dem Fasching ist vor dem Fasching - die Kinder planen schon wieder Kostüme ...