Dienstag, 12. September 2017

Kleider machen junge Damen!

Wie angekündigt, soll nun auch das Schuleintrittskleid noch seinen großen Auftritt bekommen. Tadaa:


Es wurde letztendlich eine Leni von Pattydoo, wie so oft an eigene Bedürfnisse angepasst.
Wir haben zunächst Ausschnitt- und Rockformen nach Belieben kombiniert: Rückenteil mit Knopfleiste, vorn runder Ausschnitt, dazu Tellerrock. Dann hieß es vor allem Rock verlängern. Knielänge tuts einfach nicht für unsere jüngste Dame. Am liebsten hätte sie es ja knöchellang gehabt. Aus praktischen Gründen haben wir irgendwo auf halbem Wege dahin einen Kompromiss geschlossen.
Bei der Größenwahl ergab sich wieder einmal ein Dilemma. Die Weitenmaße des Kindes entsprechen laut Tabelle gerade so der 104, bei der Länge darf es dann doch schon die 116 sein. Ich habe letztendlich entschieden, die goldene Mitte zu wählen, also 110, und in der Taille auf 116 zu verlängern. Passt so.

Der Stoff mit feinem stilisiertem Blümchenmuster wurde vor Jahren bei einem Sterntaler-Werksverkauf meterweise für sehr wenig Geld erstanden. Ich wollte ihn eigentlich als Probestoff verwenden, musste mich dann aber doch ernsthaft fragen, wieso eigentlich. Es handelt sich nämlich um einen wunderbar weichen, glatten, ganz dicht gewebten Hilco-Popeline. Für Testzwecke wirklich viel zu schade und absolut passend für den großen Auftritt und eventuell viele weniger spektakuläre danach. Also ran an das gut abgelagerte Schätzchen - und schon ist ein nettes Kleidchen für die erste Anprobe bereit:


Ich hatte nun noch vorgehabt, eine pinkfarbene Stoffrose als Akzent auf der Taillennaht anzubringen. Mein Kind erklärte mir allerdings sehr erwachsen: "Weißte Mama, auf dem Stoff sind ja schon Blümchen, und das ist auch OK. Aber noch ne Blume dazu, das wäre mir einfach zu viel. Sooo gern mag ich Blümchen auch wieder nicht." Ooookaaay .... Kind lief zum stoffübersäten Wohnzimmertisch, kam mit einem pinkfarbenen Rest wieder, drapierte ihn demonstrativ über der Taille und meinte: "Aber wenn hier noch so'n Streifen wär ..." Und was soll ich sagen, sie hatte recht. Nur wie kriegt man da so einen Streifen dazwischen, wenn das Kleid schon fertig ist? Ich habe einen Gürtel genäht, ihn am Vorderteil von Hand festgeheftet, ab den Seitennähten hängt er lose und kann hinten gebunden werden. Perfekt, so bringt man das Kleid am zarten Fräulein gleich noch etwas hübscher auf Figur. Wenn ich meine stilbewussten Mädels nicht hätte ... :-)


Da haben wir Kleid 2.0, wunschgemäß mit "Streifen". Und dazu gleich einen Frisurentest. Ich hatte da an einen Ballerinaknoten gedacht, der am tanzbegeisterten Fräulein immer sehr süß aussieht. Aber Mama denkt, und Kind lenkt in eine völlig andere Richtung - auch dazu gab es ganz konkrete Anweisungen. Na bitte sehr, dann eben so:


Für den richtigen Akzent im Haar durfte es doch noch eine Blume sein. Nachdem wir erfolglos versucht hatten, eine Spange in passender Farbe zu kaufen und ich schon losnähen wollte, fand ich in meinen Vorräten tatsächlich genau die Haarspange, die wir gesucht hatten. In genau dem gedämpften Pink, das nicht einfach zu bekommen ist. Da haben wirs wieder, Vorräte sind guuut, ich brauche das alles ... irgendwann ... :-)
Beim "Liveauftritt" (schon leicht angezaust - dieses Kind sieht immer so aus, da helfen sämtliche Kämmwerkzeuge nur sehr vorübergehend ;-) ):


Etwas war da noch - fast unsichtbar, aber wirkungvoll. Man erkennt auf dem oberen Foto, dass der Rock so schön "aufploppt", wie meine Kinder das nennen. Aufploppen ist gut, und ich hatte doch da noch einen Rest Tüll auf dem Ballen vom Fasching vor zwei Jahren. Da könnte man doch schnell noch einen Petticoat ... Kann man nicht. Also jedenfalls nicht schnell. Aber gehen tuts schon, wenn man genug Platz macht und fest entschlossen ist. :-D


Das sieht jetzt nicht besonders spektakulär aus. Ist auch eher quick and dirty als professionell. Overlock- statt französischer Nähte, und nicht allzu viel Tüll. Das wollten wir auch nicht, man soll sich ja als kleiner Mensch noch drin bewegen können. Trotzdem mussten erst 4,50m an 1,50 gekräuselt werden - was noch ging - aber dann 10m an 4,50. Da braucht man ein gutes Stück vom Wohnzimmer und einen guten Teil des Abends dafür. Und, wie gesagt, Entschlossenheit, das Ganze nicht einfach in die Ecke zu schmeißen und zu vergessen. Ich habe durchgehalten, und so ist zusammen mit einem Futterrock in Tellerform (Viskosefutter) und einem Bund aus feinem Viskosejersey mit Gummizug ein ganz hübscher Petticoat entstanden. So kann man das Kleid auf ganz schick pimpen oder eben ohne Unterrock als einfacheres Sommerkleidchen tragen.

Die vielen Fotos vom Entstehungsprozess und Frisurentest existieren übrigens nur, weil die betreffende Dame sich selbst auf Bildern sehen wollte, um den Zustand des Kleides und ihre Gesamtaussehen mit den schicken Schuhen (die klappern!) so oft wie möglich mit gebührendem Abstand zu beurteilen. ;-) Das sind also schnelle Fotos direkt aus dem Alltag. Für späteres Bloggen ist das trotzdem praktisch, vor allem, wenn am großen Tag wenig Zeit für Modelfotos war.
Im Hintergrund sieht man deswegen Teile unserer neuen Küche. Die benutzt wird, was man auch sieht. Aber gut, dafür ist sie da ...
(Wer weiß, vielleicht zeig ich sie ja noch mal richtig ... Wenn ich irgendwann mit allem fertig bin, Bilder, Kissen und so.)

Zurück zum Kleid: Neben dem Stoff aus dem Sterntalerverkauf brauchte  ich dafür Futter fürs Oberteil - feine, gedämpft pinkfarbene Baumwollwebware. Daraus habe ich auch den Gürtel genäht. Außerdem brauchts Knöpfe und Schrägband für den Rocksaum, in diesem Fall mit kleiner Bogenkante, Futter und Bund für den Petticoat. Hab ich alles im lokalen Nähstübchen gefunden. Wenn man farblich perfekte Zutaten zu vorhandenem Stoff sucht, geht doch nichts über den Live-Einkauf mit Riesenauswahl.

Das wars für heute (reicht auch völlig ;-) ), bis hoffentlich bald!

Dienstag, 29. August 2017

Aller Anfang ist süß?

Oder doch schwer? Oder ein bisschen von beidem und noch dazu total aufregend? Letzteres wohl am ehesten. Womit ließe sich dieser Anfangszauber wohl besser illustrieren als mit der Zuckertüte, die den Kindern hierzulande den Schulanfang versüßt? - Kaum auszuhalten, diese Spannung: Wie wird sie wohl aussehen, was wird drinstecken? Auf alle Fälle (doch hoffentlich) ein paar Leckereien, um dem neuen Schulalltag Schwung zu verleihen. Ein bisschen was Nötiges für die Schule, vielleicht was zum Spielen und Entspannen nach den laaangen Stunden des Lernens in der neuen Umgebung ... Eins ist sicher, das Ding wird schweeer und gar nicht so einfach heim zu tragen sein. So weit kann man sich auf seine liebenden Eltern wohl verlassen ... ;-)

Wie die letzte Zuckertüte in unserer Familie ausgefallen ist, wird es nun endlich Zeit zu zeigen. Schließlich hat das jüngste Schulkind in der Dreierreihe inzwischen seine ersten Schulwochen schon hinter sich (und den essbaren Teil der Tütenfüllung mit Hilfe der großen Geschwister lange vertilgt :-) ). Höhen und Tiefen der Umstellung von Kindergarten auf Schule werden fast täglich durchlebt. Wir kommen in der Schule an, langsam, aber sicher. Nicht nur das Kind ficht da seine Kämpfe aus ...

Jetzt aber, die Zuckertüte:

Zunächst einmal das Motiv im Ganzen vor dem Zusammennähen. So lässt es sich am besten erkennen.


Emilia wünschte sich schon länger eine Zuckertüte mit einem Mädchen. Als ich sie in den letzten Tagen vor dem großen Ereignis mal eine Weile beschäftigen musste, hatte ich ihr aufgetragen, doch einmal ein paar Zuckertüten zu entwerfen, die ihr gefallen würden. Sie zeichnete alle möglichen Motive, Mädchen, Prinzessinnen, Käfer ... Und dann ein ganz schlichtes Modell mit einem großen Herzen. Dazu meinte sie: "Mama, was ich mir WIRKLICH von dir wünsche, ist dieses Liebessymbol - dass du mich lieb hast." Haaach! Das sollte sie natürlich haben, zusammen mit ihrem Mädchen. So kam es zu dem Herzchenluftballon mit ihrem Namen. Ansonsten stand das Motiv im Kopf schon, die Kreativität war wieder ein bisschen Amok gelaufen, was in einer sehr aufwändigen, kleinteiligen Applikation mit echten Rockfalten endete ... Was soll ich machen, ich kann nicht anders. Was sind schon so ein paar Stunden Schlaf ... ;-)


Schnell noch mal im fertigen Zustand geknipst, bevor das heißersehnte Teil möglichst heimlich in die Schule gebracht werden muss. Wo sonst sollte man das machen als im elterlichen Schlafzimmer ...


Der große Augenblick der Übergabe lief zur allgemeinen Zufriedenheit, um es mal prosaisch auszudrücken. Kind glücklich, Eltern froh, alles prima. Inzwischen leistet die Zuckertüte der meistens stolzen Erstklässlerin im Bett Gesellschaft.

Ich habe wieder den bewährten Schnitt aus dem Nähstübchen verwendet und, wie schon beim Modell für Kind 2, den Kegel an der Oberkante um 3cm verlängert. Das ist wohl deshalb nötig, weil ich nicht die ganz simplen Papprohlinge verwende, sondern die farbigen. Die sind nämlich der zusätzlichen Papierschicht wegen noch etwas stabiler.

Das Kleid, das natürlich auch aus eigener Werkstatt stammt, stelle ich dann demnächst genauer vor.

Mittwoch, 16. August 2017

Lebenszeichen



Da bin ich mal wieder ... Husch, da war er fast schon vorbei, der Sommer, flüchtig wie die schnell verwehte Schönheit der Mohnblumen im Garten. Die letzten Schulwochen im Frühsommer und auch die Ferien sind wie nix an uns vorbeigerauscht. Lag wohl daran, dass wir mehr als ausreichend beschäftigt waren.

Dieses Jahr haben wir einen frischgebackenen Gymnasiasten und eine stolze Schulanfängerin zu feiern. Das hieß für die letzten Wochen vor den Ferien, unzählige letzte Male zu begehen, Abschiede zu feiern, Abschlussfahrten mitzuorganisieren, Abschiedsgeschenke bereitzustellen, Informations- und Kennenlernveranstaltungen zu absolvieren ... fast schon ein Vollzeitjob. ;-) Nebenher noch der jährliche Standard - Kindergeburtstag mit allem, was dazu gehört. Also eine Feier mit der Verwandtschaft, eine im Kindergarten, ein "richtiger" Kindergeburtstag mit einer wilden kleinen Horde im Garten, wie's eben so ist.

Dann kamen die Ferien und damit unser Großprojekt des Jahres - die neue Küche. Langersehnt, aber eben auch ein Riesenhaufen Arbeit und Chaos. Ein Umzug ist kaum anstrengender, als wenn man in einer benutzten Wohnung einen wirklich wichtigen Raum aufgeben und alles darin befindliche auf den Rest verteilen muss, Sperrmüll loswerden, brauchbares Überflüssiges an Leute verteilen, die es noch gebrauchen können, ... Es hängt viel dran, aber das kennt wohl jeder in der einen oder anderen Form.
Dazu kam bei uns allerdings als erschwerendes Extra noch mitten in den Räumbetrieb ein ungeplanter Kurzaufenthalt im Krankenhaus, knapp vor der Auslagerung der Kinder zu den Großeltern. Tja, wenn der Nachwuchs mit mehr Fantasie als Kraft gesegnet ist und unbedingt zu dritt Feuerwehr mit Sprungtuch spielen muss ... Man kann sich in etwa vorstellen, was dann passieren kann. Und zur allgemeinen Beruhigung - nein, es war kein tiefer Sprung. Und es ist auch nichts wirklich Schlimmes passiert. Aber zu einer Gehirnerschütterung mit entsprechender Überwachung hat es eben doch gereicht.

Genäht wurde trotz allem verhältnismäßig viel in der turbulenten Zeit - Geburtstagskleid, 5 Abschiedsgeschenke, eine Urlaubstasche für die Freundin, zwei Zuckertüten, ein Schuleintrittskleid inklusive Petticoat. Das heißt, es gibt ein bisschen was zu zeigen für zukünftige Blogeinträge, die hoffentlich bald erscheinen. Auch wenn demnächst schon wieder ein Kindergeburtstag, dazu mehrere Elternabende, die feierliche Abholung einer nagelneuen neongelben Zahnspange etc. anstehen und wir uns immer noch alle in die neue Schulsituation inklusive früher Aufstehzeit eingewöhnen müssen ...
Wird schon, da sind wir doch optimistisch. :-)

Dann also bis bald!

Mittwoch, 7. Juni 2017

Wildes Mädchen an wildem Mädchen

Heute ist zwar Mittwoch, und ich werde sicher auch zwecks Inspiration mal beim MMM vorbeischauen. Zu zeigen habe ich gerade nichts Spannendes. Ich trage mein "Frauenoberteil", und das war ja erst kürzlich hier zu sehen.

Dafür gibts neue Kleider am Kind. Die Sommergarderobe muss dringend aufgefüllt werden. Genau der richtige Antrieb, um weiteren "Urlaubsstoff" zu vernähen. Neben Stoff und Stil in Lübeck gehörte natürlich auch das süße nellirabelli-Lädchen in Oldenburg/Holstein wieder zum Pflichtprogramm. Und ebenso natürlich lassen meine Mädels es sich nicht nehmen, dort etwas für sich auszusuchen, was Mama dann pflichtgemäß in die gewünschten Kleidungsstücke zu verwandeln hat. :-)

Das große Mädchen wählte einen sehr süßen Lillestoff mit interessantem Musterrapport - auf der Stoffbreite findet man einmal das Motiv in groß, z. B. für eine Shirtfront, der Rest ist mit einem kleineren Muster bedruckt. Das heißt, bei der Wahl der Stoffmenge ist man ziemlich eingeschränkt, da man ja nicht ins nächste große Motiv schneiden will. Wir kamen auf eine Menge irgendwo zwischen 60 und 70cm.

Als ich den Stoff sah, schwebte mir sofort eine Ballontunika vor, womit die junge Dame auch gleich einverstanden war. Ebenfalls klar war, dass es ein Raglanschnitt werden müsste, um aus der vorhandenen Länge möglichst viel rauszuholen. Wozu greift man da? Zum Raglankleid von klimperklein, wozu sonst? Die Ballonform lässt sich ja leicht improvisieren.

Langer Vorrede kurzer Sinn: Da ist die Ballontunika (in 134) aus den Lillestoff Manga Girls am lebenden Modell. Ein äußerst lebendiges Modell dieses Mal. Frisur und Trampolin waren Mathildas eigene Idee, und ne ziemlich gute dazu. Wenn sie eines Tages anfängt, zu nähen, bloggen und fotografieren, steckt sie mich ruckzuck in die Tasche. :-)


Ein süß-freches Motiv auf schlichtem Grau mit kleinen Farbakzenten in Türkis und Senfgelb. Passt perfekt zu meinem süß-frechen Mädel. :-)
Um noch etwas mehr Farbe ins Spiel zu bringen, habe ich das Türkis mit dem Ärmelstoff und den Bündchen noch einmal aufgenommen (gefunden im hiesigen Nähstübchen).


Weils so schön ist, gibts heute ein paar mehr Bilder. Die fliegenden Haare sind einfach zu lustig!


Schüttel dein Haar für mich, wildes Mädchen ...


I believe I can fly ...


 Jump, jump, jump ...


Und einmal rundherum für eine Ansicht des Rückenmotivs. Da sind die Manga Girls noch einmal kleiner. Niedlich, und definitiv zu schade, um sie für kleinere Schnittteile wie kurze Ärmel zu zerschneiden. Deswegen hatten wir am Ende noch ein Stück übrig, aus dem die Front für ein weiteres Shirt wurde. Das gibts dann demnächst mal zu sehen.

Donnerstag, 1. Juni 2017

Frisch erblüht - Probenähen und Verlosung

Heute habe ich die besondere Freude, euch das perfekte eBook zum Rosenmonat Juni vorzustellen - eine Rose zum Selbernähen!


Ich durfte für Prachtkinder ihren Blütengürtel Leilani probenähen. "Leilani" ist hawaiianisch und heißt "himmlische Blüte". Das passt auch sehr schön zur heimischen Rosenblüte. Ich finds immer wieder himmlisch, wenn sich überall die Knospen öffnen und alles blüht und duftet. Mit Leilani erblühen nun auch Kleider, Hüte, Köpfe, Taschen, ja sogar Kühlschränke ...

All die kreativen Verwendungen, die die Probenäherinnen für die Rose gefunden haben, kann man heute auf dem Prachtkinder-Blog bewundern. Es gibt kaum ein Fleckchen, das man nicht noch mit einer Blüte aufhübschen könnte. Das Schnittmuster enthält drei verschiedene Größen, so dass sich das passende Blümchen findet, ob es nun ein dezenter Akzent oder ein dramatisch blumiger Auftritt werden soll. Mit dabei ist natürlich die Anleitung für den Gürtel und ein Haarband nebst weiteren Anregungen für rosige Dekorationen.

Ich habe zunächst mal meine beiden Mädels mit Leilani dekoriert. Deswegen habe ich mich für die kleine Schnittvariante entschieden, die zu eher kleinen Damen dann doch am besten passt. Ein Gürtel und zwei Haarbänder blühen bei uns bisher, und es gibt schon weitere Bestellungen. Schaut es euch am besten selber an:


Den dezenten Druck durchs Probenähen habe ich genutzt, um etwas "Urlaubsstoff" endlich zu vernähen. So gabs zum Gürtel gleich das passende Kleid dazu. Ich bin wieder einmal bei der "Hannah" von Farbenmix gelandet, die Tunika einfach auf Kleiderlänge gebracht. Die ist immer wieder schön, so vielseitig, passt ewig - perfekt für ein Lieblingsteil. Eigentlich nähe ich für Mathilda jetzt "schon" in 134. Allerdings nicht bei Hannah. Die fällt so weit aus, dass auch 110/116 noch locker passen würde. Genäht habe ich für ausreichend Zuwachsreserve die 122/128. Der romantische Gürtel hält die reichliche Weite ja hübsch im Zaum.
 

Je nachdem, wo man ihn trägt, ergeben sich ganz unterschiedliche Looks. Für die Fotos haben wir das Outfit mit Unterbrustgürtel nostalgisch auf Empire-Linie gebracht.


 Mein kleines "Model" hatte wieder viel Spaß an seinem Job, wie man sieht. :-)


Hier trägt Mathilda den Gürtel in der Taille, was auch der Nachbarkater recht interessant zu finden scheint. :-) So brav und ladylike kommt das Outfit im Alltag allerdings selten daher. Meistens hängt der Gürtel im Eifer des Gefechts dann lässig auf der Hüfte und das Oberteil fällt locker. Macht gar nichts, dann haben wir eben mit nur einem Kleid und Gürtel noch eine dritte Stylingmöglichkeit - leger und modern sieht das Ganze nämlich ebenfalls gut aus. Ob das jetzt am Gürtel liegt oder am gut gelungenen Kind ... ;-)

Die Stoffe stammen von Stoff und Stil in Lübeck. (Ich bin ja sehr dafür, dass die in Dresden eine Filiale eröffnen. Urlaub ist schließlich nur einmal im Jahr, wenn überhaupt, und bestellen ist nun mal nicht das selbe. :-) ) Mein Kind hat sie selbst ausgesucht und damit wieder guten Geschmack bewiesen, finde ich. Aber ich bin, was die Beurteilung dieses Sachverhalts angeht, wohl befangen. :-)

Neben dem Komplettoutfit entstanden noch Haarbänder für die Damen. Dafür bieten sich lange schmale Stücke aus der Restekiste an, die für Kleidung nicht mehr reichen würden. Man kann, wie man sieht, für die beiden Seiten der Blütengrundform auch unterschiedliche Stoffe wählen und erhält dadurch einen interessanten zweifarbigen Effekt:




Ein traumhaftes Teil für junge Damen. Aus dem Kindergarten gab es direkt weitere Bestellungen von der Freundin. :-) Ich habe die Haarbänder auch schon waschen müssen, was die Blüte problemlos überstanden hat. Die Kindertauglichkeit ist also bewiesen und die Handarbeit nicht umsonst. Dass man für die Leilani zu Nadel und Faden greifen muss, ist generell nicht von Nachteil. Hat man sich die Grundform, oder am besten mehrere, schnell mit der Nähmaschine zusammengetackert, kann man mit der Feinarbeit gut einen Nachmittag in der Musikschule zubringen, während man auf flötende und tanzende Kinder wartet.

Fazit: Es war ein tolles Probenähen und ich kann das eBook absolut ehrlichen Herzens empfehlen. Große und kleine Damen mit einem Faible für Rosenromantik werden damit auf alle Fälle glücklich. Kompliziert ist das Ganze nicht, also sind Erfolgserlebnisse vorprogrammiert.

Wer jetzt Lust bekommen hat, dem Rosenmonat auch handarbeitstechnisch zu huldigen, kann das eBook im Prachtkinder-Lädchen (momentan sogar zum reduzierten Einführungspreis) erwerben ...

... oder erstmal hier bei Himmelblau und Sommerbunt sein Glück versuchen. Ich darf ein eBook verlosen und tue das natürlich mit Vergnügen! Wer bis zum Dienstag, dem 6. Juni um Mitternacht hier kommentiert, was er gern mit Leilani erblühen lassen würde, landet im Lostopf. Viel Glück!

Mittwoch, 31. Mai 2017

MMM: Marly die Xte

Heute zum etwas trüben Mittwoch gibt es sonnige Bilder vom Sonntag. Denn da habe ich eine meiner Marlys getragen, die es noch nicht in die Dokumentation geschafft hat. Und ein Fotograf war auch zur Hand. Ich probiere jetzt 'nen neuen Trick aus bei der Knipserei (jedenfalls, wenn das Wetter es zulässt): Einfach laufen und dabei viele Bilder schießen lassen. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass etwas dabei ist, wo ich möglichst wenig blöd gucke, mich nicht allzu komisch bewege und das Kleidungsstück einigermaßen vorteilhaft aussieht. :-) So gehts doch:


I'm walking ...


Die Marly diente wieder nur als Grundschnitt und wurde nach Bedarf abgewandelt. Den wunderschönen, blau-weiß gemusterten Lillestoff, der mich irgendwie an altes Porzellan erinnert, wollte ich durch einfarbige Details etwas "beruhigen". Also habe ich aus dem passendsten Jersey, den ich finden konnte, Ausschnitt- und Ärmelbündchen und ein Unterbrustband zugeschnitten. Dem Rockteil habe ich eine A-Linie verpasst und die Abnäher nicht genäht, sondern nur als Falten gelegt. Das Ergebnis ist ein hübsches, aber auch sehr bequemes Sommerkleid, das gern ausgeführt wird. Liegt neben dem Look auch am Stoff, der ganz herrlich weich ist und trotzdem kaum ausbeult. Gekauft hatte ich ihn schon im vorletzten Urlaub bei nellirabelli in Oldenburg/Holstein, und zwar den Rest vom Ballen. Vor dem letzten Urlaub wollte ich mir dann genau dieses Kleid draus nähen, um es noch mitzunehmen. Es stellte sich allerdings heraus, dass die Blümchen beim besten Willen, egal, wie man alles dreht, nicht für die Ärmel reichen würden. Ärmellos wäre eine Option gewesen. Aber wie es so ist, wenn man sich einmal was in den Kopf gesetzt hat ... Ich habs erstmal frustriert zur Seite gelegt. Dann kam der Urlaub und damit der obligatorische Besuch im Stofflädchen - und dort wartete tatsächlich noch ein 50cm-Röllchen von genau dem Jersey auf mich. Perfekt, Kleid gerettet. Und hier isses nun.

Ich schicke es jetzt zum MMM und bin schon gespannt, in welchen selbst gezauberten Sachen die anderen Nähdamen den alltäglichen Mittwoch feiern. :-)

Mittwoch, 24. Mai 2017

MMM: V-Tunika

Mittwoch! Also muss ein Post mit Selbstgenähtem für mich her. Die schon erwähnte V-Tunika zu zeigen steht ja sowieso noch aus. Und ich hab doch tatsächlich schon gestern dran gedacht, dass auf Dienstag Mittwoch folgt und mich am Abend vorsorglich ablichten lassen. Fotografin war Kind 2. Sie macht das gar nicht schlecht und hat auch Lust dazu. Ich glaube, ich muss ihr mal ein bisschen "Unterricht" in Sachen Kamerabenutzung geben, dann könnte das richtig gut werden. Einstweilen arbeitet Freund GIMP am Ende noch etwas mit, um die Fotos weitestmöglich zu perfektionieren. :-)


Und hier ist nun das gute Stück, ganz authentisch nach einem langen Tag zu Hause, auf dem Rad und im Garten. Unspektakulär schlicht und bequem macht es alles mit und passt mit den Dreiviertelärmeln für warme und auch kühlere Tage.
Grundlage war der V-Shirt-Schnitt aus dem schon vorgestellten Buch "Nähen macht glücklich" mit ähnlichem Größenpatchwork wie beim Frauenoberteil. Das Rockteil habe ich mit meiner geliebten "Marly" als Vergleichsmuster dranimprovisiert. Passt genau, auch wenn es auf dem Foto ein bisschen komisch auf der Hüfte hängt. Man kennt das ja, irgendwas ist immer nicht richtig zurechtgezupft, was man natürlich erst bemerkt, wenn man die Fotos in Ruhe auf dem Computer betrachtet und es draußen inzwischen dunkel ist. Egal, Authentizität zählt. ;-)

Der Jersey mit den stilisierten Blüten stammt von Buttinette. Er ist fein glatt und eher dünn. An der Qualität gibts nichts zu meckern. Die Tunika wurde jetzt schon mehrfach gewaschen und Form und Farbe bleiben, wie sie sein sollen. Um bei dem glatten Schnitt einen gewissen "Nachthemdlook" zu vermeiden, habe ich eine einfache kleine Applikation auf den Rock genäht. Mehr brauchts nicht für ein praktisch schönes Alltagsstück. Davon will ich mehr - in Variationen natürlich, sonst wirds ja langweilig. :-)

Das Ganze geht jetzt schnell zum MMM und ich freue mich schon auf die anderen Damen in selbstgemachten Lieblingsstücken.

Mittwoch, 17. Mai 2017

MMM: Das Frauenoberteil

Ja, wirklich, anders kann man das eigentlich nicht nennen. Mein neuestes selbstgenähtes Stück ist weder Bluse noch Shirt, oder eigentlich beides. Also der Einfachheit halber eben ein Oberteil. Und ich bin offensichtlich eine Frau, aber das ist nicht der einzige Grund für den Namen. Es sind nämlich auch Frauen drauf, ziemlich viele sogar. Man muss halt ein bisschen genauer hinschauen:


Gerade das hat mir an dem Stoff (Viskosewebware) gefallen, dieses irgendwie künstlerisch-weibliche Motiv für den zweiten Blick. Und mein Farbspektrum trifft er auch. Deswegen bin ich auf dem letzten Stoffmarkt extra noch einmal zur ersten Reihe zurückgegangen, um ihn dann doch mitzunehmen. Zumal er perfekt mit dem feinen, glatten unifarbenen Jerseyrest harmonieren würde, den ich noch zu Hause hatte und den ich schon für einen Testlauf mit diesem Modell verplant hatte.

Zum Geburtstag hatte ich vom besten Ehemann ein Nähbuch (damit kann man nix falsch machen :-) ) bekommen - Nähen macht glücklich. Autorin ist die Inhaberin der Marke "Blutsgeschwister". Diese war mir bis dato nur von einem Lederwarengeschäft her ein Begriff, wo mir die hübschen, ziemlich bunten Taschen ins Auge gefallen waren. Wenn man so ein Buch schon mal hat, muss man natürlich auch danach nähen. Zuerst wurde ein Shirt mit V-Ausschnitt probiert, das ich allerdings zur Tunika umgebastelt und noch nicht fotografiert habe.
Und dann war da dieses Teil, im Buch ganz passend als "Mischwesen" betitelt. Das Vorderteil sollte aus fließend fallender Webware zugeschnitten werden, der Rest aus Jersey. Irgendwie gefiel mir die Idee, wenn auch gleich klar war, dass ich den absolut taillenlosen Schnitt für mich würde ändern müssen, um mich einigermaßen vorteilhaft in Szene zu setzen. Und noch einige weitere Änderungen waren nötig. Das Buch enthält ein paar nette Basic-Schnittmuster. Die Modelle sind da in einem Stil umgesetzt, den ich irgendwie mit individualistisch-coolen Berlinerinnen verbinde. :-) Ein bisschen retro, ein bisschen romantisch, ein bisschen bunt und irgendwie ganz eigen. Für einige Stücke werden im Buch Vorhänge und ähnliches recycelt. Eine gute Idee und hübsch anzusehen, vom Stil her nur nicht ganz meins. Was aber nicht problematisch ist, wenn es sich um einfache Schnitte handelt. Aus denen kann man viel machen.

Dann ist da noch die Passform, die schon eher zum Problem wird, wenn sie eben nicht passt. Die Schnittmuster werden in zwei Größen geboten: S/M und L/XL. Ich bewege mich mit meinen Maßen munter im gesamten da vorkommenden Spektrum, wenn ich am Schnitt messe. Die Kleidungsstücke passen ohne Änderung wohl am besten sehr breitschultrigen und schmalhüftigen Damen mit extrem dünnen Unterarmen. Da ich die klassische Sanduhrfigur habe, haut das so nicht hin. Von Ausschnitt bis Achselhöhle habe ich die kleine Größe gewählt. Und wie man sieht, dürfte der Schulterbereich ruhig noch etwas schmaler ausfallen. Dann bin ich im Brustbereich flott zum Maximum übergegangen, wobei der Abnäher noch vertieft und verlegt werden musste. Im Taillenbereich wird nach einigem Rumprobieren am "lebenden Modell" das Minimum jetzt weit unterschritten, während über die Hüfte wieder Maximalmaß erreicht wird. Damit fällt das Blusenshirt an der Stelle genau so, wie es sein sollte, ein kleines bisschen locker, enger dürfte es echt nicht sein. Wie man sich das an jemandem vorstellen kann, der tatsächlich die für L/XL in der Maßtabelle angegebenen 112cm Hüftumfang (bei denen ich noch lange nicht bin ;-) ) erreicht, frage ich mich ... Bei den Ärmeln ist es ähnlich. Oben fallen sie weit. Also kleine Größe. Nach unten hin laufen sie so schmal zu, dass ich zu Größe L/XL plus etwas eigener Nahtzugabe übergegangen bin, da ich es nicht mag, wenn Jersey sich sehr dehnen muss. Besonders bei gemusterten Stoffen wirkt das gar nicht schön. So, wie ich sie zugeschnitten habe, liegen die Ärmel dicht an meinem Arm an. Hm, hab ich vielleicht besonders dicke Unterarme? Dass ich keine zarte Elfe bin, ist mir klar, aber an dieser Stelle ist mir das in meiner bisherigen Nähkarriere noch nicht aufgefallen. :-)

Ich habe leider auch noch ein paar richtige Fehler im Buch gefunden. Schon beim V-Ausschnitt funktionierte die Schrittfolge nicht wie beschrieben und Anleitung und Fotos stimmten nicht überein. Und beim Mischmodell soll man erst den vorderen Beleg mit Abstand zum Ausschnitt feststeppen und dann die Schulternähte so schließen, dass die Naht zwischen Vorderteil und Beleg gefasst wird. Das ist in dieser Reihenfolge schlicht unmöglich. Gut, dass mir das aufgefallen war, bevor ich treudoof Schritt für Schritt die Anleitung befolgt habe. :-) Schade eigentlich, ein Anfänger verzweifelt so natürlich an dem Buch. Dabei bietet es durchaus auch ein paar nützliche grundlegende Infos zu Stoffen und Nähtechniken. Tja, am Ende geht eben doch nichts über das gute alte Burda-Nähbuch. ;-)

Zurück zu mir und meinem Frauenoberteil. Zunächst fand ich es etwas gewöhnungsbedürftig, weil es eben mal was anderes ist, als was ich sonst so trage. Inzwischen liebe ich es. Es ist bequem und schön luftig und fällt sehr schön weich. Das heißt, dass es in Bewegung noch besser aussieht als starr aufs Foto gebannt. Mein zweifelnder Blick ist also nicht dem Blusenshirt geschuldet, sondern der Tatsache, dass mein Sohn mich mittels Stativ und Kabelauslöser fotografiert, ohne sehen zu können, was er vor der Linse hat, und ich mich frage, ob dabei wohl ein brauchbares Bild rauskommen wird. Ob das jetzt eins ist oder nicht, mag jeder selbst beurteilen. :-D

Viel Text zu einem einfachen Stück. Ging mir halt dazu durch den Kopf, und ich selber schätze solche Informationen zu Schnittmustern und Büchern, die mich interessieren. Man lese das Ganze, oder eben nicht. :-)

Ich werde jetzt schnell noch beim MMM vorbeischauen und sehen, was ich heute für Anregungen bei den anderen selbsteingekleideten Damen finden kann.

Montag, 15. Mai 2017

Bitte Meer!

Die Sonne wärmt endlich wieder und weckt die Urlaubssehnsucht auf. Strand, Meer, Muscheln und Steine sammeln ... Leider können wir uns in diesem Jahr auf all das mal nicht vorfreuen. Unser Küchenprojekt, im letzten Post schon erwähnt, verhindert das. Zeitliche und finanzielle Ressourcen sind nun einmal begrenzt. Also machen wir das Beste draus, freuen uns auf die neue Küche und stillen den Hunger nach Meer mit den maritimen Kleidungsstücken, denen noch ein Hauch vom letzten Urlaub anhaftet.


Emilia hatte Anfang Juni schon dieses Sommerkleidchen bekommen. Genäht frei nach Ottobre 3/2013. Dort gibts am Halsausschnitt noch einen Volant. Zum maritimen Jersey von Blaubeerstern passt so eine geknotete Minischluppe aber viel besser. Auf dem ersten Modelfoto gleich nach Fertigstellung, das leider etwas duster geraten war, reicht das gute Stück noch fast bis ans Knie, und hier, nur ein paar Wochen später im Juli ... Inzwischen ist es leider kein Kleid mehr und wird wohl zu 'nem anderen kleinen Mädchen umziehen.



Etwas war noch übrig von Streifen und Meer:


Noch gerade genug für ein Shirt fürs große Mädel. Ich habe wieder den selbst gebastelten Schnitt mit angeschnittenen Ärmeln und hinten leicht verlängertem Saum genommen und das Vorderteil längs geteilt. Auch hübsch, finde ich. Leider fototechnisch etwas mangelhaft, weil es nur für einen schnellen Handyknips reichte, bevor wir vor dem Regen fliehen mussten, der da schon bedrohlich über die Kieler Bucht heranzieht.

Doch es folgten noch heiterere Tage und damit schönere Bilder von der neuesten Strandmode für die junge Dame:


Aus Ankerjersey und rot-weißen Streifen wurde ein Princess Castle (Ottobre 4/2013). Nur die Taschen habe ich weggelassen, weil ich keine beulenden und zerrenden Steinsammlungen in Jerseykleidern mag. Und zu denen wäre es in dieser Umgebung unweigerlich gekommen. :-)


Sieht man ja, gesammelt wird schon fleißig. Nur müssen so eben andere, weniger mühevoll entstandene Behältnisse dafür herhalten.


Den Wickelausschnitt hält noch ein rotes Ankerknöpfchen zusammen, weils da war und passt. Rundum schön mit hohem Lieblingsstückpotential. In diesem Kleid kann man auch ein bisschen Strandstimmung genießen, wenn es dieses Jahr "nur" mit Oma und Opa zum Stausee geht.

Mit Nachträgen müsste es das, zumindest was Kindersachen angeht, eigentlich gewesen sein. Auf dass bald aktuelle Sommermodelle folgen ...

Freitag, 12. Mai 2017

Blümchen im Mai

Zeit wirds, dass ich ein Lebenszeichen von mir gebe. Das soll heute, passend zum schönen Mai, mit ein paar schon nicht mehr ganz aktuellen Blümchenkleidern für meine Mädels geschehen. Ich nähe zwar immer wieder zwischendurch das eine oder andere, aber mit den Fotos ist das so eine Sache ...  Leichte Mützen und Schals, Spängchenhalter, Osternester, ein Kinderkleid zum Verschenken, sogar zwei Oberteile für mich sind entstanden. Aber nebenher wollte eben auch der Garten gehegt, Termine aller Art wahrgenommen und überhaupt der Alltag bewältigt werden. Außerdem sind in letzter Zeit Maler und Aufmaßnehmer (oder wie nennt man die sonst?) durch unsere Küche defiliert. Dafür musste selbige quasi bei laufendem Betrieb jeweils in verschieden intensive Zustände der Auf- und Ausgeräumtheit versetzt werden. Kein Spaß, aber am Ende der anstrengenden Planungsprozedur habe ich dann hoffentlich noch vor Ende des Sommers eine neue Küche. Oder überhaupt mal eine Küche, denn ob man unser wildes Sammelsurium von ererbten und ad hoc dazugekauften Küchenteilen so nennen kann, sei mal dahingestellt ... Tja, so siehts bei uns grad so aus.

Und jetzt zum Thema Nähwerke. Vorgestellt werden zwei Kleidchen, die schon Teil der letztjährigen Sommergarderobe waren.



Die große Dame, der das Posen sichtlich gefällt, trägt "Jungle Stripe" (Ottobre 3/2012). Ein ganz bequemes Raglankleid mit Gummizügen in Ausschnitt und Ärmeln. Als kleines Extra sind Vorder- und Rückenteil nicht nur "zusammengezurrt", sondern in hübsche Falten gelegt. Passt einfach, und zwar laaaange. :-) Was gut ist, weil bei uns gerade irgendwas in der Luft zu liegen scheint. Seit letztem Sommer schießen die Kinder ins Kraut, alle drei. Nicht dass sie jetzt groß wären, so weit gehts dann doch nicht. Aber größer, und zwar ordentlich. Da kann man schon mal locker eine Konfektionsgröße überspringen, wenns sein muss ...



Die jüngere Dame nimmt den Modeljob nicht so ernst, Hauptsache Spaß, scharfe Fotos sind da eher nebensächlich. :-) Macht nix, das Kleid ist zu erkennen. Hier habe ich aus 50cm selbstgewähltem Lieblingsstoff auf dringenden Wunsch des Fräuleins irgendwie ein Kleid zusammengebastelt. Als Grundlage diente "Princess Castle" (Ottobre 4/2013). Der Wickeleffekt fiel allerdings der Stoffknappheit zum Opfer. Als Blickpunkt dient ein Blümchen, das aus zwei Lagen Jersey mittels Vliesofix und Zickzackstich zusammengenäht und dann mit einem Knopf und ein paar lockeren Stichen auf dem Taillenband befestigt wurde. Was hier noch eindeutig als Kleid durchgeht, ist inzwischen straff auf dem Weg zur Tunika. Was ja nicht wirklich ein Problem ist, solange die Kinder sich vor allem in die Länge strecken.
Längenwachstum ist das eine, aber da gibt es auch noch andere Meilensteine auf dem Weg in die Welt der Großen. Seit gestern rühmt sich Kind 3 seines ersten Wackelzahns! Womit es die Geschwister deutlich übertrumpft, denn die waren viel ältere ABC-Schützen und haben trotzdem beide ihren Schuleintritt mit bombenfestem Milchgebiss gefeiert. Irgendwo findet die Kleine doch immer wieder ihre Lücke, in die sie schlüpfen kann, um anders zu sein. :-)



So isses, jedes ist anders, manchmal zoffen sie sich bis aufs Blut (nur metaphorisch natürlich!), aber dann sind sie doch wieder ein Herz und eine Seele. Wie man hier sieht - Schwesterherzen.

Dienstag, 7. März 2017

Three Knights in Shining Armour

Mit einer Woche Verspätung nach diversen Geburtstagsfeierlichkeiten, Last-Minute-Nähen, Schulanmeldung, Kinderkrankheiten etc. wird es höchste Zeit für die Faschingsnachlese.

Unsere Kinder waren sich dieses Jahr absolut einig in ihrer schon fast erwachsenen und auf alle Fälle coolen Kostümwahl. Einerseits schön, andererseits auch ein bisschen langweilig. Ich wollte so gern noch mal ein Prinzessinnenkleid nähen. Ich habe gebettelt, gefleht, geschmeichelt ... Nein, hab ich nicht. Nur einen klitzekleinen Überredungsversuch muss ich tatsächlich zugeben. Hatte aber sowieso keinen Zweck. Die Großen wollten Sternenritter sein, also musste es für die Kleine auch ein Sternenritterkostüm sein. Da beißt die Maus keinen Faden ab, und so blieb mir nichts übrig, als selbst zu Schere, Nähmaschine und Zwirn zu greifen.


Ich wollte es mir ja gern möglichst einfach machen und nur den Teil nähen, der auch alltagstauglich ist. Männliche Sternenritter brauchen blaue Shirts, eine Hose und natürlich den Brustpanzer mit Logo. Ritterinnen tragen blaue Tuniken mit schrägem Saum, braune Leggins und ebenfalls die unvermeidliche Rüstung.
Hosen hat der Herr im Schrank. Leggins für die Damen wurden schnell gekauft, da Braun sonst nicht in unser Beuteschema gehört. Blieben Shirts und Brustpanzer. Erstere sind schnell genäht - das Raglanshirt und -kleid von Klimperklein sind schließlich wandelbar. Letztere ließen sich auch kaufen, jedenfalls fast. Einfache silberne Papprüstungen tun es prima, dachte ich. Nichts ist für die Ewigkeit, und Kinderkostüme schon gar nicht. Nur das Logo musste irgendwie noch drauf. Ein bisschen Ideenwälzen brachte mich schließlich auf blaue selbstklebende Hologrammfolie. Das Angebot des Bastelladens in der Stadt passte zum Glück zur Idee, so dass das realisierbar war. Jedenfalls für die größeren zwei der drei Orgelpfeifen.


Glücklicherweise hatte die Jüngste sich eine Winzigkeit später als die großen Vorbilder für das Kostüm entschieden, sodass erstmal nur zwei Papppanzer bestellt worden waren. "Passt unserm 4jährigen prima." hatte in den Bewertungen gestanden. Kleine Zitterpartie, ob auch ein 10jähriger noch reinpassen würde ... völlig unnötigerweise, wie schnell zu sehen war. Da muss es wohl 4jährige von gaaanz anderem Format geben ... Die Größeren können die Panzer mehr als bequem tragen. Das fünfjährige Minikind würde allerdings glatt durchrutschen. Da musste wohl oder übel doch die Nähmaschine ran. Besagtes Raglanshirt kann ja noch mehr, wenn es drauf ankommt. Ärmel verbreitert und Saum zur Achsel hin gerundet, Shirt gekürzt und abgerundet, Vorderteil und Ärmel gedoppelt und mit Volumenvlies gefüttert, Rückenteil bleibt ungefüttert. Das Ganze ist aus sehr dehnbarem Silberstoff (buttinette) und lässt sich so prima an- und ausziehen und bequem tragen, auch draußen über der Jacke, wenn es sein muss. Und es musste ... :-) Das Logo ist genau wie bei den Pappmodellen einfach aufgeklebt. Das hält wider Erwarten bombenfest und war die einzige Möglichkeit, da weder Aufbügeln noch Applizieren auf dem Foliendruck Optionen sind.

Langer Rede kurzer Sinn - 3 Sternenritter zogen am Faschingsdienstag zufrieden los in Schule und Kindergarten und kamen glücklich zurück, weil sie auch als solche erkannt und für cool befunden worden waren. Wobei Kind 3 etwas mehr zu erklären hatte. Schließlich lesen Kindergartenkinder noch nicht so viel. Aber auch da gibts das eine oder andere Mädel mit großen Brüdern. :-)


Auf Shirt und Tuniken habe ich noch einmal das Sternenritter-Logo appliziert. So steigt der Coolnessfaktor in den Augen der Kinder immens, man kann den Panzer auch mal ablegen, wenn er unbequem wird, und trotzdem sind die Teile alltagstauglich.
Mathildas Tunika ist ein Raglankleid (134), das ich zum Saum hin etwas verschmälert und natürlich abgeschrägt habe. Bei Emilias Tunika (110) habe ich den Shirtschnitt als Grundlage genommen und verlängert, da das Kleid in den kleineren Größen noch nicht figurangepasst geschnitten ist.


Bei Raphael tat es der Shirtschnitt unverändert. Allerdings stelle ich wieder mal fest, dass der junge Mann sehr lange Arme hat. Während es die Hosen in 134 grad noch tun, gibts beim Shirt schon in 140 keine Zuwachsreserve mehr. An das neue Lieblingsteil werde ich wohl früher oder später noch Ärmelbündchen anbauen müssen ...

So weit zu diesem Thema ... Als nächstes sollte dann Frühlingsgarderobe aktuell werden, hoffe ich doch.

Mittwoch, 8. Februar 2017

Blumengrüße aus Bullerbü

Dieses Jahr stand schon im Januar der Fototermin in Kindergarten an - verständlicherweise. Denn diese Woche ist unsere letzte im lieben, vertrauten Kindergarten. Danach wird umgezogen und die alte, baufällige aber so schön gemütlich gewohnte Baracke abgerissen. Das stellt einen Einschnitt ins Kinderleben dar, der ein ganzes Thema für sich ist.

Jetzt geht's erstmal wieder um Klamotten. Irgendwie ist es zur Tradition geworden, dass es zum Besuch des Fotografen ein neues Outfit gibt. Für mich ein Anlass, meinen Lieblingsschnitt aus meinem Weihnachtsgeschenk auszuprobieren: "Anna" aus dem Buch "Kinderkleider". Ich hatte es an eine zukünftig dreifache Mädchenmama verschenkt, weil es Mädchensachen pur bietet. Kleidchen ohne Ende und noch so ein paar andere Ideen zum Schmücken und Spielen, die kleine Fräuleins garantiert begeistern. Und dann blieb mir nichts übrig, als es mir selbst zu wünschen, weil ich dem typisch skandinavischen Bullerbü-Charme, den das Buch zweier finnischer Autorinnen verströmt, einfach nicht widerstehen konnte. Es ist sooo süß, einfach nur zum Anschauen. Danach nähen kann man natürlich auch. :-)

Und da kommen wir zu ein paar kleinen Haken. Was mir weniger gefällt, sind die fehlenden Angaben zur benötigten Stoffmenge für die Schnittmuster. Das ist laut Text bewusst so gehalten, um die Kreativität beim Kombinieren nicht einzuschränken. Funktioniert so bei mir nicht. Dass ich mangels jedes sinnvollen Anhaltspunkts zum Stoffverbrauch erst aufwändig rumprobieren muss, würde mich eher davon abhalten, noch mal schnell so ein Kleidchen zu nähen, als die Kombifreudigkeit anzuregen. Die kommt von selber beim Blick ins Stoffregal.
Aber das nehme ich in Kauf. Der Bullerbü-Faktor ...

Beim Nähen fiel mir dann ein weiteres Problem auf: Ärmelschnittteile ohne Passzeichen. Das geht eigentlich gar nicht, zumal die Schnittmuster auf Webware ausgelegt sind. Da kann man nicht so hier und da ein bisschen zurechtdehnen. Das muss passen und sitzen. Und das ist nun mal ohne Markierungen nicht leicht zu erreichen. Es geht schon irgendwie, aber schön ist anders. Überhaupt ist ein bisschen Erfahrung beim Nähen nach diesem Buch nötig. Zum Beispiel sind auch keine Schlitzmarkierungen für den Knopfverschluss vorhanden. Es wird zwar erklärt, wie der Schlitz gearbeitet wird. Wie groß man ihn macht, muss man selbst entscheiden. Da kann man sich leicht verschätzen und der Kopf ginge dann nicht durch. Insgesamt fehlt mir da doch so ein bisschen die Professionalität. Aber - siehe oben ...

Positiv fällt mir nach dem Nähen des einen Schnittmusters auf, dass die Ärmelansatznähte fein an der richtigen Stelle sitzen. Das ist bei Schnittmustern für so weite, lässige und aus Begeisterung für schöne Stoffe gebastelte Schnittmuster nicht selbstverständlich, muss aber sein, damit's richtig hübsch wird. So ist es ein weites, aber kein übergroßes Kleid. Genau das gefällt mir.

Fazit zum Buch: Durch übergroße Professionalität glänzt es nicht. Also lieber Erfahrung sammeln mit ein paar wirklich guten! ausführlichen E-Books von Profi-Erstellerinnen. Dann kann man nachvollziehen, was die näherfahrenen Bullerbü-Mamas mal eben aus dem Handgelenk schütteln und die durchaus süßen Kleidchen nacharbeiten.

So wie Emilias Fotografenkleid 2017:


"Anna" in 110/116. Blümchen und Pünktchen fanden sich im Stoffregal, haben wohl irgendwann vom Stoffmarkt hergefunden. Der zarte Blümchenlook passt gut zu genau diesem Fräulein. Bester Beweis: Es mag das Kleid, obwohl es rosa ist und Kind neuerdings erklärt, dass Rosa eigentlich nicht mehr ginge und Blau DIE Farbe wäre. Ich glaube, es wird groß ...
 

Blitzfotos am frühen Morgen zeigen natürlich nicht die ganze Schönheit. Reh, Brosche und Leggins sind eigentlich lila, und zwar nicht finsterlila, sondern schön gedämpft farbig. Mal sehen, ob der Fotograf das besser kann ...

Wir grüßen hiermit also dem Winter zum Trotz mit bunten Blümchen und wünschen uns bald den Frühling her - für noch mehr Bullerbü-Kleidchen.

Montag, 6. Februar 2017

Die Vogelscheuche im Samtkleid


Da ist sie - Mathilda. Und dass sie im neuen Weihnachtsoutfit wie eine Vogelscheuche aussähe, ist natürlich keinesfalls meine Behauptung. Sie meinte selbst beim Posieren, dass sie jetzt eine Vogelscheuche darstellen würde. Guter Versuch, meine ich. Die Haltung stimmt schon mal. Aber wer so süß lächelt, bietet keinen wirklich erschreckenden Anblick. Deswegen kann man die kleine Vogelscheuche im Galaoutfit mit diesem Titel wohl auch nicht beleidigen. :-)


Das Weihnachtskleid 2016 ist ein "Silver Touch" (Ottobre 4/16), allerdings mit ein paar kleinen Änderungen. Der Schnitt gefiel uns sofort, war aber leider erst ab Größe 134 vorhanden. Aktuell ist Mathilda bei 128, und man kennt ja die lässige Weite vieler Ottobre-Sachen. Ich habe also einfach in der Mitte ein paar Zentimeter herausgenommen, so dass die Schulterbreite passt, und den Ausschnitt wieder zurechtgerückt. Etwas mehr Ärmelweite stört nicht, wenn sowieso ein Shirt untergezogen wird. Weil wir ein richtiges Kleid statt einer Tunika wollten, habe ich den Rock noch etwas verlängert. Bei der Suche nach dem passenden Stoff für ein feines Festtagskleid fiel mir im dunkelblauen Stadtkaufhaus ein großzügiger Rest warmgrauer Samt in die Hände. Das ist so ein Glücksgriff auf den zweiten Blick. Fällt erstmal nicht auf, wenn man in der Restekiste stöbert, aber wenn man dann kapiert, was man da in der Hand hält - yeehaa! Elastischer Baumwollsamt - angenehm zu tragen, streichelweich, vielseitig kombinierbar und schick. Gibt ein super weihnachtsfeines Kleid für 6 Euro! Auf dem schlichten Stoff darf's dann gern noch ein bisschen glitzern. Aufgebügelte Sternchen gehen nicht nur zur Weihnachtszeit.
Elastische Webware verhält sich anders als Jersey, deswegen fiel die im Schnitt vorgesehene Bandversäuberung für Ausschnitt und Ärmel natürlich aus. Es wurde also mit Beleg verstürzt bzw. ein Saum genäht.
Die sportlich wirkenden untergelegten Originaltaschen passten auch nicht so recht zum Gesamteindruck. Weil Taschen trotzdem ganz praktisch sind zu Schnupfenzeiten, wurden sie in Nahttaschen umgewandelt.


Drunter trägt die junge Dame ein schon mehrfach bewährtes "Roundabout" Shirt (Ottobre 1/12). Den Stoff hat sie selbst ausgesucht - trotz Riesenauswahl ein schlichtes, leicht meliertes Türkis. Meine Tochter ... :-)

Vogelscheuche? Doch wohl eher nicht.