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Freitag, 27. April 2018

Kinder, Kleider, Kuschelpulli

Wieder schaffen es nur weitere Kinderklamotten in die Dokumentation. Selbst zur Kamera zu greifen ist immer noch viel einfacher, als Zeit und Fotografen (gleichzeitig!) zu finden, um die Nähwerke für den eigenen Schrank an der Frau abzulichten. Ich arbeite dran ...

Und jetzt Vorhang auf für die jungen Damen und den einzelnen Herrn:


Wie schon nebenbei erwähnt, gab es bei uns kürzlich ein paar runde Geburtstage zu feiern. Da es im März noch recht kühl war, fehlte der Jüngsten ein passendes Outfit. Wie so oft sollte es ein bisschen fein, aber auch für weitere Verwendung alltagstauglich sein. Entschieden haben wir uns für einen Ballonrock (nach dieser Anleitung) aus einem dünnen, leicht stretchigen Jeans. Der mit Flamingos bedruckte Stoff wurde vom Kind selbst letzten Sommer auf dem Stoffmarkt ausgesucht.


Als Futter werden zwar dehnbare Stoffe empfohlen, die vorgesehenen Maße schienen mir aber am zarten Kind auch für nicht dehnbares Futter auszureichen. Also habe ich einen Rest feines Viskosefutter von eigenen Kleidernähaktionen verarbeitet. Das fällt sehr schön und wie man sieht, ist ausreichend Bewegungsfreiheit gegeben. Und eben ein Rest abgebaut - win -win, würde ich sagen. :-)
Als Oberteil passt dieses von der großen Schwester geerbte Shirt prima. Und mit feinen Strumpfhosen und Strickjäckchen mit Glitzerpailletten war das Outfit schick genug, um zu feiern und mit Cousins und Cousinen zu toben.


Nun ist es fast schon Naturgesetz, dass, wenn eins der Mädels ein schickes neues Kleidungsstück hat, das andere genau das auch braucht. Für die Feierei tat es zwar das Weihnachtskleid vom vorletzten Jahr noch absolut ausreichend. Aber danach musste ich mich dann doch auch fürs größere Mädchen noch einmal an die Maschine setzen. Was in dem Fall kein Akt war, denn der Ballonrock ist ziemlich schnell und einfach genäht. Etwas lang ist er zwar geraten, aber das Problem löst sich momentan im Handumdrehen von selbst.


Stoff lag noch da, ebenfalls leicht stretchiger, dünner Denim, im Sale bei buttinette mitgenommen. Bei Mathildas Rock habe ich fürs Futter Jersey aus dem Vorrat verarbeitet. Das ist OK, macht viel Bewegung mit und wärmt im Frühjahr und Herbst noch ein bisschen mit. Am Bundansatz trägt es allerdings auch mehr auf. Ich glaube, bei der Futterstoffvariante gefällt mir der Fall etwas besser.


Last but not least - noch ein blaues Kleidungsstück für den Herrn in der Runde. Schon lange stand eine Alternative zum heißgeliebten Geburtstagspulli aus. Was will man machen, wenn das der einzig perfekte Pullover im Schrank ist? Nur der selbstgenähte Mika (pattydoo) hat keine störende Kapuze, dafür einen kuschligen Kragen UND die absolut essentielle Känguruhtasche. Dagegen verblassen alle anderen Pullis auf dem Stapel, sind sozusagen gar nicht mehr vorhanden und die Katastrophe ausgebrochen, wenn Mika in die Waschmaschine muss ...
Sweat und Bündchen stammen wieder von Stoffe.de. Das Bündchen begeistert mich besonders. Die Sterne sind nicht nur aufgedruckt, sondern eingestrickt, so dass das Ganze auch bei vielen Wäschen in kurzer Zeit herrlich form- und farbstabil bleibt. Als kleines Lederdetail gab es dieses Mal statt des Sterns zur Abwechslung mal die Silhouette einer Buran (das russische Spaceshuttle), wogegen unser Sohn nichts einzuwenden hatte. ;-)
So bald werde ich mit dem Mika-Nähen wohl nicht fertig werden. Der Geburtstagspulli wird aus akuten Wachstumsgründen im Herbst auf alle Fälle zur jüngeren Schwester umziehen müssen, dafür muss natürlich genau der gleiche noch einmal etwas größer her ... Stoff liegt bereit.

Das war's für heute. Demnächst mehr - ob wieder Kinderkram oder mal in eigener Sache - wir dürfen alle gespannt sein. :-D

(Übrigens, fällt es euch auf ?- Die Fotos werden besser. Die Damen wurden noch mit der alten digitalen Spiegelreflexkamera abgelichtet, die schon ein paar Jährchen auf dem Buckel hat. Der Herr mit der neuen kleinen Systemkamera. Ich bin begeistert - ein Treppenhausfoto, das keine Bearbeitung brauchte und auch so die bearbeiteten um Längen schlägt!)

Donnerstag, 26. Oktober 2017

Männersache ... na ja, fast

17. Oktober - unser alljährliches Elternjubiläum. Was natürlich nicht so wichtig ist. Viel zentraler ist dann doch die andere Deutung des besonderen Datums: Unser Großer hat Geburtstag! Das kleine Baby mit der Strubbelfrisur, das wir in seine orangefarbene Decke gekuschelt noch immer deutlich und staunend vor uns sehen, wird wieder ein Jahr älter. 11 sind es nun schon, und so langsam aber sicher zeigen sich die ersten Anzeichen, dass das Baby lange Geschichte ist und aus dem Kind ein Mann werden will ... irgendwann.

Allergrößter Geburtstagswunsch zum Jubiläumsjahr der ersten Mondlandung wäre die Saturn V eines bekannten Herstellers von zusammensetzbarem Plastikspielzeug gewesen. Nur leider, leider war die limitierte Auflage ruckzuck ausverkauft und einzelne Exemplare nur noch zu horrenden Preisen bei cleveren profitorientierten Händlern zu bekommen. Schaaade ...
Deswegen, damit er wenigstens eine Saturn V hat, der Geburtstagskuchen:


So glaubte der junge Mann wenigstens noch beim Entern des Geburtstagstischs. Aber wir denken ja mit, kennen unser Kind nicht erst seit gestern und haben einen tiefen Kleiderschrank im Schlafzimmer ... wo auch die andere sehnlich gewünschte Mondrakete schon seit Monaten geschlummert hatte. :-D Noch nie hatte ich mich so lange und intensiv auf den Geburtstag eines Kindes gefreut. Es gab denn auch strahlende Augen und die Feststellung, dass wir ihn da aber ganz schön veralbert hätten und ja sooo gute Schauspieler wären. Wenn der wüsste, wie schwer das war! Aber der Überraschungsmoment war's wert.

Der Geburtstag bot wieder einen willkommenen Anlass, mal ein Jungenteil zu nähen, was doch nicht besonders häufig vorkommt. (Es gibt da einen Kleidungsversand, der Weltraumshirts anbietet, die ich so toll niemals hinbekommen könnte ...) Andererseits müssen ja nicht überall fotorealistische Drucke von Raumfahrtmotiven drauf sein. Auch eine Känguruhtasche sorgt zurzeit dafür, dass ein Kleidungsstück beim jungen Mann ganz oben auf der Beliebtheitsliste landet. Sollte er haben:


Er bekam einen kuscheligen "Mika" (Pattydoo) mit Lederdetails, Tubekragen und coolem Sternenbündchen in Lieblingsgrün. (Stoffe und Zubehör: stoffe.de, Leder aus einer Restetüte vom dunkelblauen Stadtkaufhaus). Und jetzt hab ich den Salat - jetzt muss ich unbedingt noch so einen nähen, weil der Herr sich sonst weigert, diesen auszuziehen und der Waschmaschine anzuvertrauen. Bis Weihnachten kann ich da wohl nicht warten ... :-)

Sonntag, 22. Oktober 2017

Ladies in Türkis

Ich hatte anlässlich der Hochzeit neue Kleider versprochen - hier sind sie nun in Wort und Bild:


Unsere beiden kleinen Damen waren auserwählt, zu den Blumenstreukindern zu gehören. Dass die Hochzeit nicht amerikanisch pompös mit Spitzen, Rüschen und riesigen Tüllwolken ausfallen würde, wussten wir. Außerdem war klar, dass wir dort hin ein paar Stündchen fahren würden und am Ziel kaum Gelegenheit hätten, knittrige Kleider noch mal aufzubügeln. Deswegen fiel die Wahl beim Kleiderschnitt und -material auf etwas Bügelfreies. Schick sollte es sein, aber auch nicht allzu sehr. Das Gesuchte fand sich im "Sweatkleid Rosa" von Pattydoo. Statt Sommersweat habe ich als feinere Alternative Romanit vernäht. Die kurzen Ärmel wurden auf herbstliche 3/4 verlängert. Die im Schnittmuster vorgesehenen Rocktaschen habe ich für einen etwas weniger sportlichen Look weggelassen. Dafür musste ich beim größeren Mädel im Rücken Abnäher einfügen, damit das Kleid gut sitzt. Ich glaube, weil sie etwas klein geraten ist, entspräche ihre Figur zwar eher schon den Schnittmustern für größere Kinder und Teens, ihre Kleidergröße bewegt sich aber noch im Bereich für die Jüngeren. Muss man halt anpassen, ist mir ja nicht neu ...



Nachdem die Kleider fertig waren, kam mir dann der eine oder andere Anflug von Zweifel, ob Mädchen in so einem Outfit beim Blumenstreuen nicht doch underdressed wäre ... Aber nein, alles gut. Die anderen jungen Damen waren so gekleidet, wie unsere eher in die Schule gehen. Das wäre mir für den Anlass wieder zu wenig gewesen. Wir hatten den türkisfarbenen Partnerlook durch cremefarbene Strumpfhosen mit Glitzerpünktchen, cremefarbene Blütenspängchen und für draußen (gekaufte) cremefarbene Fleecejacken ergänzt und fanden es schön so. Besonders die Ladies fanden sich umwerfend und schwenkten dann noch elegante Handtäschchen zu ihrem "coolen Look" - wie sie es neuerdings nennen, wenn sie ein Outfit lieben. :-D


Nicht zuletzt machten diese Kleider problemlos jede Menge Action mit, die sich automatisch ergibt, wenn Cousins und Cousinen zusammenkommen und auch noch reichlich Herzchenluftballons zur Verfügung stehen ...


Da diese neuen Lieblingsteile schnell gewaschen und ohne Bügeln wieder im Schrank gelandet sind, muss man sie im Alltag nicht hüten, sondern kann sie auch zu weniger festlichen Gelegenheiten immer wieder tragen. Genau das, was wir brauchen ...

Freitag, 29. September 2017

Tschüs und Auf Wiedersehen!

Keine Angst, ich bleibe hier. :-) Es gibt nur weitere Abschiedsgeschenke für diverses Lehr- und Erziehungspersonal zu zeigen. Von manchen mussten wir uns, abgesehen von gelegentlichen Besuchen, für immer verabschieden. Von manchen nicht so ganz, denn Kind 3 macht nahtlos da weiter, wo Kind 1 die Grundschule verlassen hat - der selbe Lehrer, die selbe Hortnerin. Deshalb ist das Abschiedsgeschenk inhaltlich auch schon ein kleiner Hinweis auf das Kommende geworden. Ich packe zu solchen Anlässen gern Dinge ein, die man wirklich benutzen kann (ohne ständig an die Schule erinnert zu werden ;-) ) oder die sich mit der Zeit aufbrauchen. Kunstvolle Erinnerungsstücke mit Fotos, gestickten Namen etc. mögen ja erstmal ganz nett sein. Ich betrachte die Schenkerei allerdings auch immer ein bisschen von der Seite des Empfängers und kann mir vorstellen, dass mit den Jahren eine Lehrerwohnung zum Schrein verflossener Klassen mutieren würde, würde man das alles aufbewahren. Ich würde das nicht wollen und denke, so mancher Lehrer oder manche Lehrerin vielleicht auch nicht. ;-)

Falls jemand Inspirationen sucht - so sahen unsere kleinen Versorgungspäckchen für Raphaels sehr junge Hortnerin und für die Kita-Leiterin (der wir nach 3 Kindern im selben tollen Kindergarten nun endgültig Lebewohl sagen mussten) aus:


Alles mit ein paar netten Zettelchen zur "Erklärung" beklebt.


Für die Damen wurden die Sachen in einem Susie-Täschchen (Pattydoo) hübsch verpackt:

Für die beste Erzieherin der Welt ein Modell in Bordeaux, ihrer Lieblingsfarbe (Freundebücher sind wahre Fundgruben für nützliche Informationen :-) ). Um Emilias ewige Liebe zum Ausdruck zu bringen, mit Herzchenknopf. Und ohne ein paar Pünktchen wäre eine authentische Erinnerung an uns keinesfalls komplett. Schließlich war kitaweit bekannt, dass all die gepunkteten Gummistiefel, Regenjacken und sonstigen Accessoires in unsere Familie gehören. :-)

Für die Kita-Leiterin in etwas gedecktem Design, orientiert an ihrer Garderobe, gefällt hoffentlich so.

Hier schmuggle ich mal noch nicht gezeigte Altlasten von 2015 dazwischen. Diese Susie bekam schon Mathildas Erzieherin zum Abschied geschenkt.

Für Raphaels Hortnerin ein schön frisches Design. Wäre mein persönlicher Favorit und scheint gut anzukommen. Emilia berichtete jedenfalls, dass das Täschchen mit Stiften in täglichem Gebrauch ist.

Da der einzige Herr in der Runde, der Grundschullehrer, wohl nicht so ganz in die Zielgruppe für Kosmetiktäschchen passt, gab's für ihn ein Utensilo, das sich hoffentlich irgendwo nützlich macht.

Das waren vorerst genug Abschiede, jetzt sind wir erstmal einigermaßen im neuen Alltag angekommen und widmen uns dessen Anforderungen an Zeit, Geld und Kreativität. :-)

Dienstag, 12. September 2017

Kleider machen junge Damen!

Wie angekündigt, soll nun auch das Schuleintrittskleid noch seinen großen Auftritt bekommen. Tadaa:


Es wurde letztendlich eine Leni von Pattydoo, wie so oft an eigene Bedürfnisse angepasst.
Wir haben zunächst Ausschnitt- und Rockformen nach Belieben kombiniert: Rückenteil mit Knopfleiste, vorn runder Ausschnitt, dazu Tellerrock. Dann hieß es vor allem Rock verlängern. Knielänge tuts einfach nicht für unsere jüngste Dame. Am liebsten hätte sie es ja knöchellang gehabt. Aus praktischen Gründen haben wir irgendwo auf halbem Wege dahin einen Kompromiss geschlossen.
Bei der Größenwahl ergab sich wieder einmal ein Dilemma. Die Weitenmaße des Kindes entsprechen laut Tabelle gerade so der 104, bei der Länge darf es dann doch schon die 116 sein. Ich habe letztendlich entschieden, die goldene Mitte zu wählen, also 110, und in der Taille auf 116 zu verlängern. Passt so.

Der Stoff mit feinem stilisiertem Blümchenmuster wurde vor Jahren bei einem Sterntaler-Werksverkauf meterweise für sehr wenig Geld erstanden. Ich wollte ihn eigentlich als Probestoff verwenden, musste mich dann aber doch ernsthaft fragen, wieso eigentlich. Es handelt sich nämlich um einen wunderbar weichen, glatten, ganz dicht gewebten Hilco-Popeline. Für Testzwecke wirklich viel zu schade und absolut passend für den großen Auftritt und eventuell viele weniger spektakuläre danach. Also ran an das gut abgelagerte Schätzchen - und schon ist ein nettes Kleidchen für die erste Anprobe bereit:


Ich hatte nun noch vorgehabt, eine pinkfarbene Stoffrose als Akzent auf der Taillennaht anzubringen. Mein Kind erklärte mir allerdings sehr erwachsen: "Weißte Mama, auf dem Stoff sind ja schon Blümchen, und das ist auch OK. Aber noch ne Blume dazu, das wäre mir einfach zu viel. Sooo gern mag ich Blümchen auch wieder nicht." Ooookaaay .... Kind lief zum stoffübersäten Wohnzimmertisch, kam mit einem pinkfarbenen Rest wieder, drapierte ihn demonstrativ über der Taille und meinte: "Aber wenn hier noch so'n Streifen wär ..." Und was soll ich sagen, sie hatte recht. Nur wie kriegt man da so einen Streifen dazwischen, wenn das Kleid schon fertig ist? Ich habe einen Gürtel genäht, ihn am Vorderteil von Hand festgeheftet, ab den Seitennähten hängt er lose und kann hinten gebunden werden. Perfekt, so bringt man das Kleid am zarten Fräulein gleich noch etwas hübscher auf Figur. Wenn ich meine stilbewussten Mädels nicht hätte ... :-)


Da haben wir Kleid 2.0, wunschgemäß mit "Streifen". Und dazu gleich einen Frisurentest. Ich hatte da an einen Ballerinaknoten gedacht, der am tanzbegeisterten Fräulein immer sehr süß aussieht. Aber Mama denkt, und Kind lenkt in eine völlig andere Richtung - auch dazu gab es ganz konkrete Anweisungen. Na bitte sehr, dann eben so:


Für den richtigen Akzent im Haar durfte es doch noch eine Blume sein. Nachdem wir erfolglos versucht hatten, eine Spange in passender Farbe zu kaufen und ich schon losnähen wollte, fand ich in meinen Vorräten tatsächlich genau die Haarspange, die wir gesucht hatten. In genau dem gedämpften Pink, das nicht einfach zu bekommen ist. Da haben wirs wieder, Vorräte sind guuut, ich brauche das alles ... irgendwann ... :-)
Beim "Liveauftritt" (schon leicht angezaust - dieses Kind sieht immer so aus, da helfen sämtliche Kämmwerkzeuge nur sehr vorübergehend ;-) ):


Etwas war da noch - fast unsichtbar, aber wirkungvoll. Man erkennt auf dem oberen Foto, dass der Rock so schön "aufploppt", wie meine Kinder das nennen. Aufploppen ist gut, und ich hatte doch da noch einen Rest Tüll auf dem Ballen vom Fasching vor zwei Jahren. Da könnte man doch schnell noch einen Petticoat ... Kann man nicht. Also jedenfalls nicht schnell. Aber gehen tuts schon, wenn man genug Platz macht und fest entschlossen ist. :-D


Das sieht jetzt nicht besonders spektakulär aus. Ist auch eher quick and dirty als professionell. Overlock- statt französischer Nähte, und nicht allzu viel Tüll. Das wollten wir auch nicht, man soll sich ja als kleiner Mensch noch drin bewegen können. Trotzdem mussten erst 4,50m an 1,50 gekräuselt werden - was noch ging - aber dann 10m an 4,50. Da braucht man ein gutes Stück vom Wohnzimmer und einen guten Teil des Abends dafür. Und, wie gesagt, Entschlossenheit, das Ganze nicht einfach in die Ecke zu schmeißen und zu vergessen. Ich habe durchgehalten, und so ist zusammen mit einem Futterrock in Tellerform (Viskosefutter) und einem Bund aus feinem Viskosejersey mit Gummizug ein ganz hübscher Petticoat entstanden. So kann man das Kleid auf ganz schick pimpen oder eben ohne Unterrock als einfacheres Sommerkleidchen tragen.

Die vielen Fotos vom Entstehungsprozess und Frisurentest existieren übrigens nur, weil die betreffende Dame sich selbst auf Bildern sehen wollte, um den Zustand des Kleides und ihre Gesamtaussehen mit den schicken Schuhen (die klappern!) so oft wie möglich mit gebührendem Abstand zu beurteilen. ;-) Das sind also schnelle Fotos direkt aus dem Alltag. Für späteres Bloggen ist das trotzdem praktisch, vor allem, wenn am großen Tag wenig Zeit für Modelfotos war.
Im Hintergrund sieht man deswegen Teile unserer neuen Küche. Die benutzt wird, was man auch sieht. Aber gut, dafür ist sie da ...
(Wer weiß, vielleicht zeig ich sie ja noch mal richtig ... Wenn ich irgendwann mit allem fertig bin, Bilder, Kissen und so.)

Zurück zum Kleid: Neben dem Stoff aus dem Sterntalerverkauf brauchte  ich dafür Futter fürs Oberteil - feine, gedämpft pinkfarbene Baumwollwebware. Daraus habe ich auch den Gürtel genäht. Außerdem brauchts Knöpfe und Schrägband für den Rocksaum, in diesem Fall mit kleiner Bogenkante, Futter und Bund für den Petticoat. Hab ich alles im lokalen Nähstübchen gefunden. Wenn man farblich perfekte Zutaten zu vorhandenem Stoff sucht, geht doch nichts über den Live-Einkauf mit Riesenauswahl.

Das wars für heute (reicht auch völlig ;-) ), bis hoffentlich bald!

Mittwoch, 17. Februar 2016

MMM - Schon auf Sommer eingestellt

Wie schon letzte Woche sitze ich auch diese wieder gemütlich warm im Schwimmbad und schaue aktuell keinem Frosch, sondern einem (hoffentlich) angehenden Seepferdchen beim Plantschen zu. Größeres Kind, etwas ferienfreundlichere Zeit, sonst alles wie gehabt.
Auch unser Großer muss noch mal ran. Das Zeugnis des letzten Jahres bescheinigte ihm, dass er 12m geschwommen sei und sich doch bitte bemühen solle, bald zu den Frühschwimmern zu gehören. Das heißt, Eltern bemüht euch gefälligst, das Kind so weit zu bringen. Wir tun, was wir können und schauen mal, was sich mit einem Kurs machen lässt, wo ein ängstliches und motorisch nicht gerade hochbegabtes Kind nicht angeschrien wird für seine Unzulänglichkeiten. Im Schulunterricht scheint das nach wie vor übliche Praxis zu sein, entgegen meiner Hoffnung, dass sich seit meinen Kindheitserfahrungen in dem Bereich etwas getan hätte.
Im Schwimmkurs sieht's gut aus. Der Lehrer ermutigt die Kinder freundlich und mit viel Humor. Unser kleiner Angsthase (Mutters Kind ;-) ) ist zwar immer noch vorsichtig und zögerlich, aber viel zuversichtlicher, als wir es gewohnt waren, wenn Schwimmen drohte. Er macht alles mit, so gut er kann. Was am Ende der Woche dabei rausspringt, werden wir sehen. Die Übung hat in keinem Fall geschadet.

Und nun zu etwas völlig anderem - meinem Schwimmbadoutfit. :-)
Das muss natürlich schön luftig sein, auch wenn der Blick aufs Außenthermometer gerade doch noch einmal winterliche Temperaturen zeigt. Also ist Zwiebellook angesagt. Hier die innere Schicht:


Mich packte gestern spontan die Lust, mir ein Shirt zu nähen. Schon länger wollte ich einen Ausschnitteinsatz aus einem anderen Stoff ausprobieren. Also wurde in den Kisten gewühlt, ein aquafarbener Stoffmarktkauf, ein Lillestoffrest mit Blättermuster und ein paar dunkelpetrolfarbene Überbleibsel gefunden und das alles zu einer Liv (Pattydoo) zusammengemixt. Für den Einsatz habe ich einfach um den Ausschnitt einen 5cm breiten Streifen aus dem Schnittmuster geschnitten. Vorher natürlich Markierungen quer über die Schnittlinie angebracht. Wenn man die übernimmt, wird das Einsetzen einfacher. In der Einsatznaht habe ich noch einen petrolfarbenen Jerseystreifen mitgefasst, der sich dann zur Paspel rollt. Diese offenen Streifen gefallen mir gerade. Den Ausschnittabschluss bildet ein ganz schmales Jerseybündchen. Über den unteren Saumabschluss war ich mir zunächst unschlüssig. Eigentlich war ein einfacher Saum geplant. Da ich das Shirt aber nicht allzu kurz haben wollte und nicht gerade mit Beinen bis zu den Schultern gesegnet bin, ergaben sich bei dieser hellen Shirtfarbe unvorteilhafte Proportionen. Also doch Trick 17: Shirt kürzen, dunkles Bündchen unten dran und schon haben wir ausgeglichene Proportionen und angenehme Länge zusammengebracht.
Ich mag das Teil, es wird im Sommer nicht im Schrank versauern. Auch wenn ich hier wieder sehe, dass ich am Armausschnitt endlich etwas arbeiten sollte.
Ach übrigens, ich kratze mich nicht an den Beinen. Ich habe einfach nur ein unglaubliches Talent, für Fotos total dämlich dazustehen. Wenn ich schon nicht ganz dumm aus der Wäsche gucke, dann wenigstens das ... Ein besseres Foto gibts nicht. :-D


Über die Sommer-Liv kommt heute wieder das unvermeidliche Wardrobe Basic. Das passt einfach am besten zu den meisten meiner Sachen. Momentan steckt in Wirklichkeit sogar noch ein Kaufpullover zwischen Shirt und Jacke. Es ist wirklich kalt. Jetzt schneit's auch noch. Aber bitte bis maximal Ende Februar. Dann reicht's, Frühling her!

Jetzt schiebe ich mein sommerliches Winteroutfit zum MMM und lasse mich von den anderen Nähdamen inspirieren. Unglaublich, was man da alles Tolles entdecken kann. Unzählige Schnittmuster möchte ich auch gern nähen ... Nur machen müsste man's. ;-)

Mittwoch, 27. Januar 2016

MMM mit Neuem und Altbewährtem

Heute raffe ich mich, wenn auch spät, dann doch mal wieder auf zum Sprung in den MeMadeMittwoch. Da der Mann krank und daheim ist, können die Kinder nicht Amok laufen, während ich hinter verschlossener Schlafzimmertür hocke. ;-)
Von letzteren sind auch zwei krank, aber irgendwie immer noch voller Energie zum Toben oder Streiten. Wie machen Kinder das bloß immer? Für kurze Zeit sind sie völlig hinüber, fiebern, jammern und husten einem zu jeder Tages- und Nachtzeit ins Gesicht. Dann geht das Fieber, Husten und Schnupfen bleiben allerdings, sodass der Kindergartenbesuch außer Frage steht. In diesem Zustand wird Kind zwar schnell müde, ist aber nur äußerst mühevoll zum Schlafen zu bewegen, spielt und kaspert lieber, bis ihm etwas gegen den Strich geht (was so ungefähr aller 3 Minuten der Fall ist), dann heult es fürchterlich um kurze Zeit später den gleichen Zyklus von vorn zu beginnen. Natürlich unterbrochen von den Phasen, in denen es wegen Meinungsverschiedenheiten mit den Sorgeberechtigten einen richtigen Wutanfall bekommt, der noch etwas lauter und natürlich auch länger ausfällt. Ausgeprägte Erziehungsresistenz beschreibt meine Sichtweise des Zustands ziemlich gut. Das Kind sieht das wohl etwas anders. Puuh ... Am Ende eines solchen Tages können Freud und Leid ganz eng beieinander liegen, vor allem, wenn ein kleines, süßes, blondgelocktes Mädchen ankommt, einem liebevoll die Ärmchen um den Hals schlingt und dabei zärtlich säuselt: "Weißte Mama, ich mag dich, aber leider bist du manchmal so fies." Ähm *nach Luft schnapp* - Was soll man dazu sagen?
Mein Immunsystem hat sich wohl angesichts hartnäckiger Hustenattacken von außen gedacht: "Och komm, machen wir ihnen die Freude und lassen ein paar Viren rein. So'n kleiner Schlagabtausch kann ja nicht schaden ... oh Mist, die sind stärker, als die aussehen ... Sch...husten!" Tja, so langsam, aber wirklich nur langsam gewinnen die Abwehrtruppen wieder die Oberhand. Ich hoffe, die lassen sich nicht noch auf ein Duell mit den Durchfallviren vom anderen Kind ein ...

Jetzt bin ich aber irgendwie mächtig vom Thema abgekommen. MMM, das wollte ich eigentlich. Also, ich trage heute, und dieses Mal wirklich tagesaktuell, Kleid und Strickjacke, die neu, weil noch nicht hier vorgestellt worden sind. Altbewährtes ist trotzdem dabei, denn es handelt sich wieder um meinen Lieblingskleiderschnitt Ella von Pattydoo.
So lümmele ich heute noch leise vor mich hin hustend zu Hause herum und stricke:


Natürlich nicht in Stiefeletten. Die hab ich nur an, weil ich wohl oder übel gleich einkaufen muss. Die Strickjacke muss ich noch ausziehen, denn bei 15 °C Januartemperatur wird das so zu warm unterm Mantel. Die Jacke ist eine Miette, vielfach bei anderen Bloggerinnen bewundert, im Urlaub mal in Angriff genommen und Anfang dieses Jahres endlich fertigbekommen. Das allein ist für mich ein Grund, ein bisschen stolz auf mich zu sein. Schließlich ist das erst das zweite gestrickte Kleidungsstück meines Lebens, das ich nicht nur angefangen habe. :-) Das Jäckchen besteht aus billiger Synthetikwolle. Ich musste ja erstmal probieren, ob das was Brauchbares wird mit mir und dem Stricken wirklich tragbarer Kleidung. Geworden ist es, war auch nicht schwer. Nur etwas groß geraten ist das Teil. Nun gut, aller Anfang ... Für zu Hause ist es ganz gemütlich. Und ich weiß jetzt, wie es geht und was ich gern anders hätte. Zum Beispiel einen engeren Ausschnitt und einen etwas längeren Saum. So habe nämlich immer das Gefühl, dass ein kleiner Streifen vom Rücken frei liegt, der auch noch gewärmt werden sollte. Was ich an dieser Jacke liebe, ist die Technik - Raglan von oben. So hat man das Gefühl, dass man das Stück nicht mühsam Teil für Teil zusammenstoppelt und irgendwie nie fertig wird, sondern es wächst einem von Anfang an das ganze erkennbare Kleidungsstück unter den Händen. So lässt es sich auch gut anpassen. Diese neue Strickerfahrung hat die Lust auf mehr geweckt. Also habe ich mit etwas Internetrecherche und Rumprobiererei inzwischen schon eine zweite Jacke fertig, der allerdings noch die Knöpfe fehlen. Die ist schon viel besser ausgefallen. Garn für eine NOCH bessere Strickjacke 3.0 liegt bereits da. Mal sehen, bei welcher Versionsnummer ich angekommen bin, bis ich bis ins letzte Detail zufrieden bin ... :-)

Ein Foto vom Tage gibt es heute zwar, allerdings habe ich vergessen, das Kleid auch mal ohne Jacke fotografieren zu lassen. Also doch noch ein mieses älteres Blitzfoto. :-p


Ella in Gr. D (38) mit 3/4-Ärmeln und einem Ausschnitt mit innen liegender Bandversäuberung, der irgendwo zwischen der engen und der weiten Variante im Schnittmuster liegt. Das Material ist irgendeine Mischung, die ich schon länger daliegen hatte. Da der Stoff nur querelastisch ist, habe ich dieses Mal einen Brustabnäher in die Ella eingefügt. Der tut dem Sitz im Ärmelbereich zusammen mit den bei der Vorversion vorgenommenen Änderungen sehr gut. Immerhin ist die altbekannte Falte jetzt schon fast weg (je nachdem, wie ich dastehe). :-) So ist das Kleid angenehm zu tragen, durchaus wärmend und so knitterfrei, dass es schnell zum Alltagshelden avanciert. Sein Debüt hat es allerdings ganz festlich als mein Weihnachtskleid gegeben, mit schmalem schwarzem Gürtel und Granatschmuck dazu. Mit rotem Gürtel und Blümchenohrringen kombiniert hat es mich ins Theater begleitet. ("Drei Männer im Schnee" von Kästner im Kleinen Haus hier in Dresden. Durfte überraschend meinen Vater begleiten. Hat man auch nicht alle Tage. War toll! Würde ich durchaus ein zweites Mal anschauen.)
Zurück zum Kleid - wie man sieht, wieder ein vielseitiges Lieblingsteil.

Das nächste wird aber keine Ella, ich reiß mich ganz sehr zusammen. Ich hab doch so viele schöne Schnittmuster ... :-D

Und jetzt ab damit zum MMM. Und mal schauen, wer sich dort heute noch präsentiert.

Mittwoch, 9. Dezember 2015

MMM im Lieblingskleid

Spät kommt er, aber er kommt - mal wieder ein Beitrag zum Me Made Mittwoch. Ich hab was Neues, und auch wieder nicht, denn es ist nun schon zum vierten Mal die Ella von Pattydoo geworden. Ich kann nichts dafür, das ist einfach mein Kleid. ;-)

Vor einer Woche ergab sich wieder einmal ein netter Vormittagsnähtreff mit Malou und Frauenoberbekleidung. Das kommende Weihnachtsfest bestimmte die Schnittauswahl. Es wurden teils Weihnachts- teils sozusagen Vorweihnachtskleider zugeschnitten. Bei mir war's letzteres. Denn ich möchte auch zu Weihnachten eine Ella, hatte mir aber vorgenommen, bevor ich sie aus dem "guten" Stoff zuschneide, mein Armausschnittproblem an diesem Schnittmuster anzugehen und ein Testkleid mit Änderung zu nähen.

Also bastelte ich ein bisschen an Armausschnitt und Ärmel und schnitt dann mutig zu wie sonst auch, mit leicht verlängertem Vorderteil (wegen der Oberweite) und etwas verlängertem Rock, und zwar aus Courtelle-Jersey von Stoff und Stil. Mit der Overlock-Maschine war das Kleid schnell zusammengetackert.

Ich probierte es an und dachte: "Na toll, ein Nachthemd."
Aus diesem Stoff fiel das Teil deutlich größer aus als sonst und der recht schwere Rock zog die Taillennaht zu weit nach unten. Eigentlich war's überall zu lang, wo es nur zu lang sein kann. Das lässt sich zum Glück ändern. An der Taille etwas raus, Rock kürzer, Ärmel auch. Die Weite ist OK, so wirkt das Kleid etwas lässiger als die ganz körpernahe Variante. Die Änderung am Ärmel ist dadurch zwar nicht zu erkennen, aber ich denke, bei einem weniger elastischen Stoff wird sie sich schon positiv bemerkbar machen.

Und da ist die Ella in Antik-Blau (Zum Glück hab ich Fotos vom Sonntag, als es im Treppenhaus noch Sonne gab. Heute wär's hoffnungslos gewesen.):


Für etwas Wärme und einen weniger blassen Akzent am Hals habe ich mir noch einen Loop zum Kleid genäht. Dunkelblau mit weißen Pünktchen, sehr synthetisch, fällt aber schön. Aus der Restekiste beim dunkelblauen Kaufhaus:


Und da ich Dreiviertelärmel mag, es draußen aber doch etwas wärmer brauche, habe ich mir noch ein Paar Armstulpen gestrickt:


So viel von mir zum MMM, jetzt stöbere ich noch mal bei den anderen Nähdamen.


Mittwoch, 5. August 2015

Maritimer Mittwoch

Der MMM macht Sommerpause, und wir haben auch Urlaub. Trotzdem, oder gerade deshalb nehme ich den Mittwoch mal wieder zum Anlass, Genähtes für mich zu zeigen. Das Urlaubsoutfit schlechthin - mein neues maritimes Lieblingskleid vor passender Kulisse:


Schnitt, wie könnte es anders sein, wieder Ella von Pattydoo. Ich habe zur Abwechslung die Variante mit Taillenband gewählt. So hat es quasi schon einen eingebauten "Gürtel" und man muss bei warmem Wetter kein Extra-Accessoire tragen. Dieses Mal habe ich Größe E zugeschnitten statt der D bei der letzten Ella. So sitzt sie insgesamt etwas luftiger, was mir für so ein Sommer-Freizeitkleid gut gefällt. Nur an der Armkugel könnte etwas weniger Stoff sein. Das war aber auch bei der kleineren Variante schon der Fall. Da müsste ich Armausschnitt und Ärmel ändern, was ich mir bisher nicht so recht zutraue.


Hier sieht man mich in die Sonne blinzeln und kann das hübsche maritime Muster aus der Nähe bewundern. :-)


Und hier der Beweis, dass das Kleid auch bei einer frischen Seebrise noch eine gute Figur macht - also so gut, wie eben möglich. ;-)

Stoffe, wie so oft: Nähstübchen Emily (Die Anker konnte ich als "Stoff der Woche" günstiger ergattern.)

Und falls jemand jetzt gern genau diese Kulisse für eigene maritime Kreationen hätte: Man findet sie im Yachthafen von Heiligenhafen in Ostholstein.

Kleiner Nachtrag, weil ich hier so öffentlich verkünde, dass wir im Urlaub sind: Unsere Wohnung wird von einer gefährlichen Raubkatze bewacht. Nee, Quatsch, aber das Mini-Raubtier erhält anwesende Dauerbetreuung. Sorry, keine leere unbeobachtete Wohnung bei uns. :-p

Mittwoch, 17. Juni 2015

Nähen nach Hormondiktat oder MMM mit Liv

Klingt komisch, ist aber so: Ich glaube, meine Hormone diktieren, was ich nähe. Ich gehöre zu den Frauen, die die jeweilige Hormonlage ziemlich intensiv erleben. :-p Da gibt es wunderbare Tage, an denen man sich schön fühlt, jung und selbstbewusst und voller Energie. An solchen Tagen näht man sich eine figurbetonte, schwingende Ella, mit fröhlichen großen Punkten. Man zieht sie an und findet sich so unwiderstehlich, dass man sich sogar für alberne Modelfotos nicht zu doof ist. :-D

Und dann gibt es die anderen Tage. Die, an denen man sich all seiner Schönheitsmängel sehr bewusst ist. An denen man sich lieber dezent im Hintergrund hält und eigentlich sowieso am liebsten gleich im Bett bliebe. Falls man sich überhaupt zum Nähen aufraffen kann und einen der Berg des eigentlich zu Erledigenden nicht völlig deprimiert, näht man sich an solchen Tagen eine Liv (Pattydoo). Was will man machen, mit nix im Schrank, das man grad mag, wird der Tag auch nicht besser. Eine Liv also, die Taillierung mal lieber nicht so stark wie sonst, also nahezu nach Schnitt statt an die eigenen Kurven angepasst, und aus ganz weichem, fließendem Viskosejersey. Ein ganz schlichtes Shirt zum Wohlfühlen für alle Tage. Mit kleinen Pünktchen, der Lichtblick muss zumindest sein. So kürzlich hier geschehen.

Und heute wird die neue Liv auch getragen, denn für die beschwingte Lieblingsella ist es mir zu kalt, und außerdem ... Ihr wisst, was ich meine. ;-)


Ein bisschen mehr Taille hätte es dann vielleicht doch wieder sein können, aber da der Stoff so fließend fällt, ist es OK so. Sieht sowieso bei jeder Bewegung anders aus. Und so muss man sich wenigstens keine Gedanken über eventuell ausbeulende Gürtelschnallen und anderes machen. Weich und bequem ist diese Liv auf alle Fälle, und herrlich vielseitig. Zu diesem bläulichen Dunkelgrau kann ich mich nach Lust und Laune mit fast allen vorhandenen Ohrringen, Ketten und Tüchern austoben. Ich mag das Teil. Ist das nächstbeste zum Tag im Bett. :-D

Viskosejersey vom Stoffmarkt, Schnitt "Liv" von Pattydoo in 38

Jetzt schicke ich die Liv noch zum MMM und freue mich drauf, zu schauen, wonach den anderen Damen heute so ist.

Mittwoch, 3. Juni 2015

Germany's Next Not-Model zum MMM

Wieder mal was Neues im Kleiderschrank. Ich trage zwar mittlerweile meistens mindestens irgendein selbstgenähtes Teil, weil mir die einfach die liebsten sind, aber immer wieder die selben will ja keiner sehen. MMM kommt also nur in Frage, wenn ich Zuwachs in der Garderobe vorzuweisen habe. Heute ist dem so und ich geselle mich zu den nähenden Mittwochsdamen.
Allerdings muss ich zugeben, ich schummele ein bisschen. Was ihr hier zu sehen bekommt, ist eigentlich eine Samstagsfrau. Ich denke, es wird mir nachgesehen. Dafür gibts immerhin mal was anderes als die ewig langweiligen Schnellschüsse vor der Wohnzimmertür.

Draußen, bei Sonne und fotografiert vom Schwesterherz, das sich diesbezüglich als etwas talentierter erweist als der sonst zum Knipsen verdonnerte Mann. ;-)

Die harten Fakten: wieder eine Ella von Pattydoo, Größe 38, aus einem etwas stärkeren Viskosejersey. Den Rock habe ich um 7cm verlängert. Am Oberteil habe ich auch ein bisschen gebastelt. Da ich bei der Verteilung der Oberweite ganz gut bedacht wurde, kann ich da etwas Stoff zusätzlich gebrauchen, damit die Taillennaht vorn an der richtigen Stelle sitzt. Ich habe also das Vorderteil 2 cm länger zugeschnitten. Diese Mehrlänge habe ich dann im Brustbereich verteilt, indem ich an dieser Stelle das Rückenteil über ein paar Zentimeter gedehnt angenäht habe. Verständlich? Funktioniert jedenfalls gut. Ich LIEBE dieses Kleid und fühle mich rundum wohl drin. Das bin ich. Genau so.

Und wenn man so entspannt ist, und dann auch noch unter Schwestern, kommt man auf die albernsten Ideen. Ich zeig euch das. Wie die Kinder, so die Mutter ... :-)
So ein langer Bootssteg bietet sich ja geradezu als Catwalk an, nicht wahr. Da kann man ja mal so tut als ob ...

OK, ich versuch das mal. Hilfe, ich hab keine Ahnung. Von Natur aus bin ich nicht gerade mit Modelqualitäten gesegnet. Und die einschlägig bekannten TV-Formate sind mir auch zu ... Na ja, lassen wir das. Wie geht das noch mal? Arme mehr oder weniger hängen lassen und mit den Beinen so komisch überkreuz einherschreiten ...

 Und vor allem ernst gucken, so richtig eingebildet und unnahbar muss das aussehen. Kann ich das?

 Also an den Händen müssen wir auf alle Fälle noch arbeiten. Und eeernst gucken!

 Ernst bleiben!

 Hallo, eeeernst jetzt!

 ERNST! So wird das nix ...

Lieber schnell mal drehen, kann ja nicht schaden und hilft vielleicht, den nötigen Ernst der Lage doch noch ... Neee, hilft nicht ...

 Pruuust!

 Da geht sie hin, die Modelwürde, aber mit Schwung!

Hihihihihi! Kicher ... Lach ...
OK, ich kann das nicht. Gut, dass wir's getestet haben. War auf alle Fälle lustig. :-D

Und zum Schluss noch mal ganz brav mit Jäckchen gegen den kühlen Wind. Jäckchen Second Hand.

Wie gesagt, das ist MEIN Kleid. Ella ist einfach perfekt für mich. Ob das schlimm ist, wenn ich noch ganz viele davon ... Ich hätte da diverse Ideen ...

Dieses geht jetzt jedenfalls erstmal zum MeMadeMittwoch.

Mittwoch, 15. April 2015

Kleidsamer MMM

Ich habe ein neues Lieblingskleid - Ella von pattydoo. So muss ein Kleid für mich sein: beschwingt, unkompliziert, zeigen, was schön ist, über einiges gnädig hinweggehen. ;-)

Und in dem Kleid schwinge ich mich heute in den sonnigen Mittwoch. Es geht mal wieder zu einem Kunstkurs, wie im letzten Jahr schon mein Geburtstagsgeschenk.


So sieht's aus. Die bräunlich-graue Farbe ist jetzt nicht unbedingt mein Favorit. Hier ging's um Material. Den Stoff habe ich im Sonderangebot (im großen dunkelblauen Kaufhaus in der Stadt) gekauft, um den Schnitt günstig zu testen. Er hat einen recht hohen Viskoseanteil, ist dünn mit einem kühlen Tragegefühl und trotzdem nicht labberig. Für einen Hauch Farbe habe ich auf die Schulterpartie des amerikanischen Ausschnitts kleine petrolfarbene Knöpfchen genäht (Recycling von einer in Auflösung begriffenen Strickjacke). Ansonsten gibts ja noch petrolfarbene Ohrringe, Tücher, Stoffblümchen ... :-)


Ich habe Größe 38 genäht, die gut passt. Den Rock habe ich leicht verlängert, bei weiten Röcken habe ich den Saum gern unter dem Knie.


Sollte mir's ein bisschen kühl werden, kommt mein Wardrobe Basic (Ottobre 5/13) drüber. (Das hier wieder irgendwie unförmig aussieht und mir immer noch live besser gefällt als auf Fotos.)

Und ab zum MMM mit dem Mittwochsoutfit.