Donnerstag, 7. Januar 2016

Die Adventskollektion, Teil 1

Ich habe es immer noch nicht geschafft, die organisierte, vorausschauende Mutter und Näherin zu werden, die ich gern wäre. Statt eine umfassende Ausstattung zu nähen, die den Kleiderschrank in einer neuen Kleidergröße wieder gut auffüllt, bevor es dringend wird, lande ich immer wieder bei Hauruck-Aktionen, die meist auch nicht gerade zur passendsten Zeit stattfinden. Vor Weihnachten war es wieder mal so weit. Bei den Mädels fehlte einiges in der Alltagsgarderobe. Also habe ich fleißig zugeschnitten, die Overlock und die Nähmaschine bemüht und die abends fertiggestellten Sachen am Morgen dann praktischerweise gleich in den Adventskalender gesteckt. ;-) So verbindet sich das Angenehme mit dem Nützlichen, für die Kinder und mich auch. Weder Kleinkram noch Süßes nötig an diesen Tagen. Für irgendwas muss das Kamikaze-Nähen ja doch gut sein. :-)

Manchmal muss es auch noch schneller gehen. Zur Weihnachtszeit gehört für uns als Familie immer ein gemeinsamer Striezelmarktbesuch. (Damit der auch wirklich schön wird, gibt es von vornherein klare Vorgaben, wofür wir Geld springen lassen und wofür nicht. Vorher müssen alle satt sein, denn Essen im Weihnachtsmarktgedränge mit Kindern ist nicht lustig und nicht billig, sparen wir uns also. Wir alle drehen eine Runde auf dem Riesenrad, wer möchte, darf noch Eisenbahn fahren. Außerdem kaufen wir uns eine große Tüte gebrannte Mandeln. Die teilen wir dann, wenn wir wieder schön daheim im Warmen bei unserem eigenen Kinderpunsch und Glühwein sitzen. Ansonsten darf geschaut, gehorcht, geschnuppert werden - kostenlos. Die erzgebirgische Schauwerkstatt war zum Beispiel ganz toll. So klappt es auch mit der Familie auf dem Weihnachtsmarkt.)
So, wo war ich jetzt ... ah ja. Wir wollten also auf den Striezelmarkt. Dazu muss man sich natürlich angemessen warm anziehen. Ohne Kopfbedeckung gehts auch bei mangelhaftem Winterwetter nicht. Als ich aber das Jüngste vom Kindergarten abholte, sah dessen Mütze sowas von nicht mehr präsentabel aus. Und leider war das auch nicht zum ersten Mal vorgekommen, so dass die Zweitmütze noch in der Wäsche lag. Keine Ahnung, was 4jährige Räuberprinzessinnen im Kindergarten unternehmen, dass ausgerechnet der Kopf derartig in Mitleidenschaft gezogen wird ... Hatten wir so auch noch nicht. :-)
Tja, Waschen war innerhalb einer Stunde keine Option mehr. Was soll's, solange es die Minutenmützen gibt, ist Nähen der willkommene Ausweg. Also schnell die Reste durchwühlt, etwas Passendes gefunden, schnipp  und schnapp und rattattatat. Fertig. Gut, nicht ganz so problemlos, wenn man die falsche Naht am Oberkopf zuerst näht ... :-p Irgendwie ging's trotzdem und keiner musste frieren oder sich mit verdrecktem Kind blamieren. :-)


Ein kleines bisschen Schnickschnack für den individuellen Touch muss trotz Zeitknappheit drin sein - in diesem Fall eine Schneeflocke, für die ein Plätzchenausstecher als Schablone herhalten durfte, und ein paar Glitzersteinchen.
Leider erwies sich mit der Zeit dieses Mützenmodell als etwas knapp. Der dicke Kuschelstoff hätte doch die nächste Größe erfordert. Nach einem weihnachtlichen Ausflug an unserem Kind, auf dem wir das Teil immer wieder über die Ohren zupfen mussten, kann diese Mütze nun also doch besser jemand anderen weiterwärmen.

Für unsere kleine Expertin, die die Drecksarbeit offenbar gern mit dem Kopf erledigt, gab es dann noch mal ein neues Mützenset, natürlich in den Adventskalender. Von diesem Stoff war auch noch genug für einen Halswärmer da:


 Dieses war der erste  - Teil der Adventskollektion. Fortsetzung folgt. :-)

Kommentare:

  1. Gibt es wirklich perfekt organisierte Mütter? Wahrscheinlich ist es genauso perfekt... nämich, wenn die flott genähten Sachen den Adventskalender befüllen.
    Sehr hübsche Mützen und so schön in Schneemärchenfarben.
    Bei uns stand auch ein Striezelmarktbesuch an. Mich ziehen immer die Glasbaumdekohütten an und zumindest in den letzten Jahren haben wir immer ein Teil mitgenommen für den Baum. So haben wir an jedes Jahr eine Erinnerung. Dieses Jahr gab es eine Eule und mein Großer suchte sich noch ein Herz aus. Sehr romantisch.
    LG
    Kerstin

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    1. Das ist auch eine sehr schöne Idee! So hat jeder seine Traditionen. Ich finde, solche Rituale sind auch für die Erinnerungen der Kinder schön. "So war's bei uns früher immer." Und dann können sie die Tradition fortführen, oder ihre eigene begründen.

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  2. Hihihi, statt waschen wird genäht :)

    Beide Mützen sehen sehr schick aus- und wieder ganz klassisch in "euren" Farben und Mustern, gefällt mir sehr!

    Wir waren schon seit Jahren nicht mehr auf dem Striezelmarkt, ist uns einfach zu viel. Dieses Weihnachten haben wirs nichtmal auf einen anderen Weihnachtsmarkt geschafft. Upps. Aber uns hat nix gefehlt ;)

    Ich hoffe, ihr hattet ein paar erholsame Feiertage- bis demnächst!

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  3. Klingt wie mein der-Sohn-hat-nichts-mehr-anzuziehen-Shirt: http://amberlight-label.blogspot.de/2015/12/weihnachtsshirt-raglanshirt-fall-basic.html :-) schneller nähen als waschen zu können, ist schon toll ...

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