Kind 3 liegt mir nun seit Wochen täglich damit in den Ohren, dass es nur noch lange, richtig lange Kleider anziehen will. Also eigentlich WILL, in Großbuchstaben. Laut. Auf dem Boden liegend und strampelnd. Das Problem: Wir haben nur ein Kleid, das vom Kind als ausreichend lang definiert wird. Noch vor Kurzem hätte ich es mit einigen geschickten Worten davon überzeugen können, auch ohne Gebrüll ein Outfit zu akzeptieren, das realistisch, weil vorhanden und auch gewaschen ist. Momentan ist das eher schwierig. Die liebe, süße Kleine hat ihren eigenen Kopf entdeckt. Leider ist der Logikbereich irgendwie noch nicht implementiert. Man müsste den Support anrufen, (wie Frau Nieselpriem sich das so schön vorstellt, und damit meinem Tag eine schöne Prise Würze verliehen hat), doch die Nummer ist leider unbekannt. Wir können es also nur damit versuchen, den Fehler auszugleichen, indem wir die Systemumgebung anpassen.
In diesem Fall ist für diese hochtechnische Aufgabe ausnahmsweise mal nicht der Mann zuständig, denn die Anpassung erfordert die Bedienung der Nähmaschine. Sprich: Wir müssen für ausreichend lange Kleider sorgen.
Eins haben wir jetzt schon mal:
(Ich kann mal wieder einer kleinen Fotoserie nicht widerstehen. Ich find's so süß, wenn die Bilder die Geschichte ihrer Entstehung erkennen lassen.)
Man könnte denken, das arme Kind würde zum Modeln gezwungen und gäbe seiner Missbilligung mit diesem tieftraurigen Gesicht Ausdruck. Aber glaubt das bloß nicht. Die hat Spaß, ehrlich. Gleich wird man sehen, was hier gespielt wird.
Noch eine andere Schnute ausprobieren. Man kann auf so viele lustige Arten so tun, als wäre man todtraurig.
Naa, da will sich doch wohl nicht ein Grinsen an die Oberfläche stehlen? Schnell die Brauen ganz fest zusammenziehen.
Ha, erwischt! Da ist es, das Grinsen. Der Spaß ist eben doch stärker als die verkniffene Gesichtsmuskulatur.
Seht ihr's? Ich sagte doch, die hat Spaß dran, uns alle zu veralbern. Um den Baum herum lässt es sich wunderbar mit der Kamera kokettieren.
Es gibt schließlich auch gar keinen Grund zur Unzufriedenheit. Das Kleid ist wunderbar lang und ganz nach den Wünschen des Kindes zusammengestellt und verziert. Das heißt, nach DEN Wünschen des Kindes, die sich im Stoffladen letztendlich mit dem Geschmack der nähenden Mama vereinbaren ließen. Da steckt schon etwas Überzeugungsarbeit drin. Ganz raffinierte, wohlgemerkt, wir wollen ja keinen Systemausfall beim Einkauf riskieren ... ;-)
Stoffe und Aufbügler: Nähstübchen Emily
Baumwollspitze: Stoffmarkt
Schnitt: Oberteil - Shirt "Bias Stripe" (Ottobre 3/14), selbst nach Maß des Kindes auf Taille gekürzt und Rock drangebastelt