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Montag, 15. Juli 2013

1,2 - Windelfrei!

Jawoll, Emilia hat es geschafft! Mit gerade mal 2 Jahren braucht sie, solange sie wach ist, keine Windel mehr. Einfach so. Ich weiß gar nicht richtig, wie es kam. So richtig "Töpfchentraining" fand hier jedenfalls nicht statt. Nach ein paar inkonsequenten Testläufen ohne Windel und einem kleinen Unfall hier und da klappt das plötzlich, als wäre es nie anders gewesen. "Muss pullern!" wird zuverlässig gemeldet. (Falls der  große Bruder vor der Toilette im Weg hockt, wenn es dringend ist, auch schon mal eindringlicher und mit nicht ganz alltäglichem Vokabular: "Muss pullern! Seiße, muss pullern!" Warum sind Kinder bei solchen Wörtern nur immer so besonders aufnahmefähig? ;-) ) Aber auch auf die Behauptung des Gegenteils kann man sich durchaus verlassen. Fahrradtour, Einkauf in der Stadt, Alltag zu Hause - alles vollkommen trocken und sauber absolviert in den letzten Tagen. 
Man sieht dem Käferchen an, dass es stolz auf sich ist. Und, zugegeben, ich bin's auch, also, auf das Käferchen, meine ich. :-) Jetzt hat auch die Jüngste mal was, womit sie ihren großen Geschwistern voraus ist. Das wird sie später sicher manchmal freuen. ;-) Tut bestimmt ab und zu gut zu wissen, dass man nicht in allen Entwicklungsschritten Letzte war oder irgendwo zwischen den beiden anderen. Und immerhin kann Emilia mit dieser Errungenschaft mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen: Körperkontrolle, Schonung des Familienbudgets und Umweltfreundlichkeit - das muss man erstmal schaffen. :-)
Da haben wir es wieder, es ist eben jedes Kind auf seine Art besonders.

Die neue Situation in der Pogegend stellt auch veränderte Anforderungen an den Inhalt des Kleiderschranks. Statt Bodys sind nun Hemdchen und Schlüpfer gefragt. Oder Unterziehshirts zu Trägerkleidchen.
Das Problem: Für so winzige junge Damen stellt man kaum Unterwäsche her, die nicht einem Windelpopo angepasst ist. Emilia trägt deswegen als Darunter zum Teil Frotteeüberhöschen in Größe 68. Die passen halbwegs, sitzen aber natürlich nicht perfekt. Heute überkam es mich mal und ich habe versucht, aus dem letzten Restchen Waldjersey etwas wirklich Passendes zu basteln. Hat noch nicht hundertprozentig geklappt, deswegen versuche ich es vielleicht ja noch mal, auch wenn ich eigentlich nie Unterwäsche nähen wollte und auch bestimmt kein Dauerhobby draus wird.

Emilia ist jedenfalls total stolz und liebt ihren "Lüpfer" mit dem Fuchs so, wie er ist. Ich fürchte, sie wird in den nächsten Tagen keinen anderen mehr wollen ...

Unterziehshirts ließen sich ganz leicht aus vorhandenem Material generieren. Da die große Schwester noch Bodys brauchte, als sie diese Größe trug, waren davon genug vorhanden. Also einfach Unterteile dicht über den Beinausschnitten abgeschnitten, schmal gesäumt, fertig. Schon liegt ein Stapel "Body-T-Shirts", wie Emilia sie nennt, im Schrank.
Keine besonders kreative Näherei, aber "muss sein", würde Klein-Käferchen dazu bemerken. Dass man um manches einfach nicht drumrumkommt, hat sie nämlich inzwischen auch schon verstanden. Zum Beispiel Füße waschen, auch wenn's kitzelt. Oder Zähneputzen, wenn man keine Lust hat. "Muss sein" ist ein schlagendes Argument. Also bringt sie es auch an, wenn sie etwas möchte und ihre Mitmenschen die Notwendigkeit nicht ganz einsehen wollen. :-)

Ein unglaublich schlaues und selbständiges kleines Persönchen ist unser Mädchen in letzter Zeit geworden. Zum Staunen und einfach Freuen.