Jetzt schnell noch einen Post, wenigstens einen, bevor der September ohne ein Lebenszeichen im Blog dahingeht. Der Alltag hat uns nach Urlaub und Schuleintritt also wieder. Wohlgemerkt ein neuer Alltag mit zwei Schulkindern. Das macht durchaus einen Unterschied, wie ich täglich feststelle. Was den "Pflegeaufwand" angeht, sind Kindergartenkinder nämlich in mancher Hinsicht durchaus anspruchsloser.
Nun jage ich also allmorgentlich zwei Kinder aus ihren Betten, die da gern noch liegengeblieben wären. Kind 3 müsste noch nicht, steht aber freiwillig auf, um sich gelegentlich als Sand im Getriebe der Schulpflichtigen-Routine zu betätigen.
Anziehen und Frühstücken klappen bei Nr 1 mittlerweile recht flott, erst beim Zähneputzen setzt anscheinend irgendeine Art stark verlangsamender Reibungseffekt ein, sodass es am Ende trotzdem ganz gewohnt knapp wird, nicht zu knapp, aber durchaus ein paar lautere antreibende Worte von Elternseite rechtfertigend.
Nr 2, natürlich weniger routiniert in Sachen Schulalltag, muss kontinuierlich motiviert werden. Vertieft man sich all zu sehr ins Herrichten der Frühstücksdosen und vergisst das, schafft man sich weitere Probleme, denn wehe die Zeit reicht nachher nicht fürs gewünschte Frühstück und die auserwählte Frisur des Tages ...
Die Brotdosen werden natürlich liebevoll gefüllt. Die eine möchte nur Obst, aber bitte verschiedenes, dazu ein Spießchen zum Aufpicken der Happen. Der andere nimmt meistens nur Möhren, aber bitteschön im Ganzen! Ab und zu darf ich eine Scheibe Brot dazupacken. Trocken. (Sollte jemand das zufällig sehen und sich wundern - nein, das ist keine Strafe, der will das so. Ist fast wie Nudeln ohne alles zu Mittag.)
Manchmal kommen sie auch auf neue Ideen - Käsespießchen bitte. Schuld ist der Kindergarten, aber dazu später. Jedenfalls schwillt die Mutterbrust geradezu vor Stolz, wenn Sohn die Küche betritt mit den Worten: "Mama, wir wollten doch mal wieder Käsespieß..." und ich schon die Trauben gewaschen habe und gerade mit dem großen Gouda in der Hand die Küche durchquere - Ha! Ich hab dran gedacht, bevor sie anfangen, tagelang zu quengeln. Vielleicht bin ich doch Supermum ... :-D
Wieso ich das dem Kindergarten zu verdanken habe? Nun, alljährlich zum Frühjahrs- und Herbstanfang gibt es dort ein gesundes Frühstückbuffet, natürlich bestehend aus Beiträgen der Eltern. Das ist grundsätzlich eine ganz tolle Sache, die Kinder freuen sich riesig drauf und präsentieren mit unbändigem Stolz, was sie "selbst" mitgebracht haben. Nur wird es immer schwieriger, sich etwas Gesundes, Leckeres und hübsch Präsentiertes einfallen zu lassen, da die Hygienebestimmungen für die Kitas immer härter werden. Eigentlich darf man fast nichts mehr, und um die schöne Tradition aufrechtzuerhalten, müssen schon allerhand Augen zugedrückt werden. Das hat dazu geführt, dass mittlerweile gefühlt mindestens 50 Prozent der Beiträge aus Käsespießchen bestehen. Da wir ja gerade den Herbstanfang feiern konnten, dürfte damit klar sein, wie die Kinder zu diesem Wunsch kommen. Und das, obwohl ich wohlweislich etwas anderes fürs Buffet kreiert habe. Was tut man nicht alles - wenn es sein muss auch um 5.00 Uhr morgens aufstehen, frische Vollkornwaffeln backen und auf hübschen Obstbecherchen drapieren - wirkt lecker wie ein Eisbecher.
Wenn die Kinder nach Hause kommen, höre ich mir jetzt doppelt Geschichten aus der Schule an. Ich genieße es, wenn mir gelegentlich ein paar Informationen über "Schön." und "Gut." hinaus zugestanden werden. Schulkindern muss man bekanntlich meistens jedes Wort über ihren "elternfreien" Alltag aus der Nase ziehen. Das ist bei uns nicht anders. Auf dem einen oder anderen Weg hört man aber doch so dies und das. Da gibt es Eifersuchtsdramen (Kind 2): Was für ein Dilemma, wenn man eine ganze Menge neuer Freundinnen gewonnen hat, mit denen man auch spielen will, und die Kindergartenfreunde in der Parallelklasse deswegen stocksauer sind und mehrere Tage nicht mehr mit einem reden. Außerdem gibt es neue Heiratsanwärter, die den "Verlobten" aus dem Kindergarten bisher aber nicht ausstechen konnten ... Unser erstes Schulmädchen fühlt sich jedenfalls rundum wohl in der Schule, beschwert sich nur gelegentlich, dass der Stoff ein bisschen langweilig, weil zu einfach ist.
Der Schuljunge langweilt sich nun schon seit der 1. Klasse so durch. Nicht, dass er notenmäßig die hellste Leuchte von allen wäre und alles ganz schnell fertig hätte. Er kapiert nur schnell und ist von den durchaus nötigen Übungen dann nur noch genervt. "Voll sinnlos", das alles. Trotzdem erzählt er schon mal stolz, dass er eine Aufgabe, die der Lehrer als schwer bezeichnet hatte, ganz leicht fand und schnell fertig war. Dann gibt er sogar von sich aus zu, im Matheunterricht nicht immer ganz aufmerksam gewesen zu sein, weils so leicht war. Wenn ich frage, ob er das erzählt, weil er dafür einen Eintrag oder sonst irgendein Problem bekommen hätte, verneint er. Er hätte es einfach nur erzählen wollen. (Wow!) Was er denn in dieser Zeit täte? Einfach so denken. Worüber würde er nachdenken? - "Hmmmm, wenn ich es mir recht überlege, denk ich eigentlich gar nix. Außer dem, was mein Gehirn so machen muss, damit ich lebe." Manchmal findet man das Nirwana anscheinend in der Schule.
Am Nachmittag werden natürlich noch zweimal Hausaufgaben kontrolliert, Lesen geübt (Nein, nicht in der Fibel, das ist viel zu einfach. Wir lesen Bilderbücher aller Art.), Malfolgen gepaukt ... Letzteres ist natürlich auch "Voll sinnlos!" Sohnemann hat die Sache schließlich grundsätzlich kapiert. Auf "5x7" antwortet er: "Die Hälfte von 70". Das geht schneller, als das endgültige Ergebnis auszurechnen, zeugt vom tieferen Verständnis der Zahlenwelt, hilft einem aber in einer in begrenzter Zeit fertigzustellenden Arbeit leider nicht weiter. Also brüllt man so lange "wieso" und "voll sinnlos", bis man mit einer 1 nach Hause kommt und doch verlegen zugeben muss, dass Übung Geschwindigkeit bringt. Im Großen und Ganzen läufts in der Schule momentan zufriedenstellend. Wir unterschreiben bisher Einsen und ignorieren erfolgreich Vieren in Sport. Was soll man mit denen auch sonst anfangen ...
Der junge Herr hat's momentan überhaupt nicht einfach in der Welt. Was die alles für sinnlose Anforderungen an ihn stellt: Aufräumen, Hausaufgaben, gelegentlich frische Klamotten und täglich frische Socken und Unterwäsche, Duschen, Haarewaschen, rechtzeitig Schlafengehen, morgens Aufstehen, ordentlich! Zähneputzen, und nicht nur abends sondern morgens auch noch ... "Wieso? Was soll das? Voll sinnlos!" Da hör ich die Vorpubertät aber ganz laut trampeln ...
Das Kindergartenkind probt weiterhin den Aufstand. Da es aber abgesehen von den üblichen Konfliktsituationen auch sehr lieb und lustig ist ("Mama, raucht der Opa?" - "Nein, wieso?" - "Na, weil der so Falten hat, die kriegt man doch vom Rauchen."), gleicht sich alles irgendwann wieder aus. Sind ja sowieso alles nur Phasen, wissen wir ja ...
Tja, so läufts im Moment. Zwischenzeitlich waren wir dank Telefon- und Internetstörung mehrere Tage lang förmlich von der Zivilisation abgeschnitten. Auch mal eine selten gewordenen Erfahrung.
Nebenher haben wir (gemalert hab ich allein) noch quasi bei laufendem Betrieb das Schlafzimmer umgeräumt und renoviert. Der Mann im Haus wünschte dringend einen größeren Arbeitsplatz. Woanders ließ er sich nicht integrieren. Aber dazu später mehr, denn der Computerarbeitsplatz ist dann ja quasi auch mein neuer ganz real greifbarer "Bloggerspace" ...
Genäht? Nix. Wann denn? Wird auch wieder.
Chacka, geschafft, der Septemberpost ...
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Mittwoch, 30. September 2015
Sonntag, 17. August 2014
Ostholstein forever!
Wir sind wieder da - leider! Dieses Jahr haben wir wirklich, wie erhofft, das Kontrastprogramm zum letzten Urlaub erlebt. Es gibt ihn doch, den erholsamen Urlaub mit Kindern!
Unser Nachwuchskommitee beantragte dieses Mal geschlossen Ferien am Meer. Keins der Kinder hatte Wellen und Strand bisher bewusst erlebt, also wurde es Zeit. Bei der Recherche nach Ferienwohnungen stießen wir ziemlich schnell auf eine Anzeige, die genau das versprach, was wir ersehnten: Ostseestrand in schnell erfahrbarer Nähe und eine Wohnung angenehmer Größe mit umfassend praktischer Ausstattung, Spielzeug für drinnen und draußen und vor allem einem riesigen zur Benutzung freigegebenen Garten. Das war unser Urlaubsort, ganz klar. Von der Lage auf bisher unbekanntem Terrain, nämlich in Oldenburg in Holstein, ließen wir uns nicht hindern, da sind wir ganz unerschrocken.
:-)
Unser Mut wurde belohnt. Besser hätte es nicht kommen können. Das temporäre Heim erwies sich wirklich als optimal. Neben allem, was so eine Anzeige verspricht, erwarteten uns auch noch ganz besonders liebe, herzliche Vermieter und Miturlauber mit Spielkameraden für die kleine Räuberbande.
Überhaupt waren wir hin und weg von den Ostholsteinern. So viel Offenheit und Freundlichkeit erlebt man selten. Man wird sogar von völlig fremden Jugendlichen auf der Straße gegrüßt! Unglaublich, oder? :-) Die Kinder wurden überall angelächelt, kein genervter Blick, weil sie nun mal sind, wie Kinder sind, wenn es ihnen gut geht. (Man bemerkt sie halt manchmal, auch wenn sie nicht direkt ungezogen sind. ;-) )
Ich kann gar nicht genug schwärmen von der Gegend, allem, was es zu entdecken gibt, und überhaupt ...
So soll Urlaub sein! Dieses Mal haben wir wirklich das Gefühl, für den Alltag aufgetankt zu haben, auch wenn wir heute müde von der Heimfahrt sind und die Spuren der Reise beseitigt werden müssen.
Um den perfekten Urlaub zu demonstrieren, gibts noch ein paar Bilder.
So sehen Kinder aus, die das Meer in vollen Zügen genießen:
Und so eine Familie, die eigentlich noch lange nicht wieder nach Hause will:
Für nächstes Jahr haben wir schon mal reserviert.
Demnächst gibts hier noch mehr Urlaubseindrücke, denn ein Post reicht nicht für so eine tolle Zeit. Auch Entdeckungen fürs Nähbloggerherz müssen auf alle Fälle noch dokumentiert werden. :-)
Unser Nachwuchskommitee beantragte dieses Mal geschlossen Ferien am Meer. Keins der Kinder hatte Wellen und Strand bisher bewusst erlebt, also wurde es Zeit. Bei der Recherche nach Ferienwohnungen stießen wir ziemlich schnell auf eine Anzeige, die genau das versprach, was wir ersehnten: Ostseestrand in schnell erfahrbarer Nähe und eine Wohnung angenehmer Größe mit umfassend praktischer Ausstattung, Spielzeug für drinnen und draußen und vor allem einem riesigen zur Benutzung freigegebenen Garten. Das war unser Urlaubsort, ganz klar. Von der Lage auf bisher unbekanntem Terrain, nämlich in Oldenburg in Holstein, ließen wir uns nicht hindern, da sind wir ganz unerschrocken.
:-)
Unser Mut wurde belohnt. Besser hätte es nicht kommen können. Das temporäre Heim erwies sich wirklich als optimal. Neben allem, was so eine Anzeige verspricht, erwarteten uns auch noch ganz besonders liebe, herzliche Vermieter und Miturlauber mit Spielkameraden für die kleine Räuberbande.
Überhaupt waren wir hin und weg von den Ostholsteinern. So viel Offenheit und Freundlichkeit erlebt man selten. Man wird sogar von völlig fremden Jugendlichen auf der Straße gegrüßt! Unglaublich, oder? :-) Die Kinder wurden überall angelächelt, kein genervter Blick, weil sie nun mal sind, wie Kinder sind, wenn es ihnen gut geht. (Man bemerkt sie halt manchmal, auch wenn sie nicht direkt ungezogen sind. ;-) )
Ich kann gar nicht genug schwärmen von der Gegend, allem, was es zu entdecken gibt, und überhaupt ...
So soll Urlaub sein! Dieses Mal haben wir wirklich das Gefühl, für den Alltag aufgetankt zu haben, auch wenn wir heute müde von der Heimfahrt sind und die Spuren der Reise beseitigt werden müssen.
Um den perfekten Urlaub zu demonstrieren, gibts noch ein paar Bilder.
So sehen Kinder aus, die das Meer in vollen Zügen genießen:
Und so eine Familie, die eigentlich noch lange nicht wieder nach Hause will:
Für nächstes Jahr haben wir schon mal reserviert.
Demnächst gibts hier noch mehr Urlaubseindrücke, denn ein Post reicht nicht für so eine tolle Zeit. Auch Entdeckungen fürs Nähbloggerherz müssen auf alle Fälle noch dokumentiert werden. :-)
Sonntag, 5. August 2012
7
Ein wichtiges Ereignis vom Anfang dieser Woche ist bisher noch unerwähnt geblieben. Das soll aber nicht so bleiben. Deshalb schnell noch ein Wochenendpost, bevor die Aktualität vollkommen dahin ist.
Über diese 7 wunderschönen Rosen durfte ich mich am Montag freuen. (Und darf ich immer noch. Es geht doch nichts über richtig gute frische Gärtnerrosen. Da weiß mein Mann Bescheid. :-))
Welcher Anlass erfordert eine Würdigung in dieser Form? Es sollte leicht zu erraten sein: Unser 7. Hochzeitstag. Unglaublich, wie die Zeit vergeht!
Vom "Verflixten 7. Jahr" haben wir, abgesehen davon, dass es ziemlich schlafarm ausgefallen ist, nichts gemerkt. Hat sich irgendwie kein Anlass zum Streit gefunden. Was soll man da machen? ;-) Wir würden uns jederzeit noch mal trauen.
In den letzten Jahren haben sich schon ein paar Rituale herausgebildet, denen wir auch dieses Mal wieder gefolgt sind. Abends ist natürlich Ausgehen fürs Ehepaar angesagt. Der Nachmittag gehört allen gemeinsam. Da gibts lecker Eis für die ganze Familie, selbstverständlich zur Feier des Tages mit allem Drum und Dran. Dafür gingen wir dieses Jahr in den Eisgarten Baumhasl gleich um die Ecke von zu Hause, ein niedliches Gärtchen für den sommerlichen Genuss. Sitzplätze gibts nur draußen. Einige sind aber zumindest leicht überdacht. Und einen solchen wählten die Kinder angesichts der Hollywoodschaukel, die sich da als kurzweiliges Plätzchen zum Warten aufs Eis anbot. Das stellte sich als unser Glück heraus. Denn eine finstere Wolke schob sich drohend über den eben noch sonnigen Himmel und entlud sich kurz aber heftig in Blitz, Donner, Starkregen, Hagel und kräftigen Windböen. Die Kulisse hat man auch nicht alle Tage, während man sich ein Eis schmecken lässt. Den Rinnsalen, die sich mit der Zeit hier und da ihren Weg durch die Überdachung bahnten, wichen wir geschickt aus und lachten herzlich über einen nicht ganz gewöhnlichen Sommernachmittagsausflug. Das Gewitter verzog sich so schnell, wie es gekommen war, und der Tag konnte planmäßig seinen Lauf nehmen. Nur das Gießen im Garten konnten wir uns sparen. :-)
Wir sehen es mal als Vorlage für die nächsten 7 Jahre: Egal, was kommt, wir nehmens mit Humor und dem Wissen, dass bald die Sonne wieder scheint.
Und zum Schluss noch eine Rückschau:
Über diese 7 wunderschönen Rosen durfte ich mich am Montag freuen. (Und darf ich immer noch. Es geht doch nichts über richtig gute frische Gärtnerrosen. Da weiß mein Mann Bescheid. :-))
Welcher Anlass erfordert eine Würdigung in dieser Form? Es sollte leicht zu erraten sein: Unser 7. Hochzeitstag. Unglaublich, wie die Zeit vergeht!
Vom "Verflixten 7. Jahr" haben wir, abgesehen davon, dass es ziemlich schlafarm ausgefallen ist, nichts gemerkt. Hat sich irgendwie kein Anlass zum Streit gefunden. Was soll man da machen? ;-) Wir würden uns jederzeit noch mal trauen.
In den letzten Jahren haben sich schon ein paar Rituale herausgebildet, denen wir auch dieses Mal wieder gefolgt sind. Abends ist natürlich Ausgehen fürs Ehepaar angesagt. Der Nachmittag gehört allen gemeinsam. Da gibts lecker Eis für die ganze Familie, selbstverständlich zur Feier des Tages mit allem Drum und Dran. Dafür gingen wir dieses Jahr in den Eisgarten Baumhasl gleich um die Ecke von zu Hause, ein niedliches Gärtchen für den sommerlichen Genuss. Sitzplätze gibts nur draußen. Einige sind aber zumindest leicht überdacht. Und einen solchen wählten die Kinder angesichts der Hollywoodschaukel, die sich da als kurzweiliges Plätzchen zum Warten aufs Eis anbot. Das stellte sich als unser Glück heraus. Denn eine finstere Wolke schob sich drohend über den eben noch sonnigen Himmel und entlud sich kurz aber heftig in Blitz, Donner, Starkregen, Hagel und kräftigen Windböen. Die Kulisse hat man auch nicht alle Tage, während man sich ein Eis schmecken lässt. Den Rinnsalen, die sich mit der Zeit hier und da ihren Weg durch die Überdachung bahnten, wichen wir geschickt aus und lachten herzlich über einen nicht ganz gewöhnlichen Sommernachmittagsausflug. Das Gewitter verzog sich so schnell, wie es gekommen war, und der Tag konnte planmäßig seinen Lauf nehmen. Nur das Gießen im Garten konnten wir uns sparen. :-)
Wir sehen es mal als Vorlage für die nächsten 7 Jahre: Egal, was kommt, wir nehmens mit Humor und dem Wissen, dass bald die Sonne wieder scheint.
Und zum Schluss noch eine Rückschau:
Auch vor 7 Jahren überreichte mein Mann mir rote Rosen.
Dienstag, 20. März 2012
Wochenendergebnis
Nachdem ich meine lieben Leser am Samstag neugierig gemacht habe, muss ich jetzt ja endlich mal verraten, was ich am Wochenende gemacht habe. :-)
In erster Linie wollte ich meinen Mann überraschen. Der weilte nämlich auf den Chemnitzer Linuxtagen, womit die Gelegenheit für geheime Aktionen zu Hause günstig war. Bei der Arbeit hat er momentan mehr als genug Stress, so dass ich mir dachte, er würde sich freuen, wenn wenigstens daheim eine nötige Aufgabe ohne seine Beteiligung erledigt würde. Also habe ich mal eben das Wohnzimmer renoviert und teilweise neu eingerichtet. Aber was heißt "ich" - allein hätte ich das natürlich niemals schaffen können. Was wäre ich ohne die liebe Familie! Die Schwiegereltern haben mir die zwei großen Kinder übers Wochenende abgenommen. Meine Mama ist gekommen, um sich, so weit möglich, um Emilia zu kümmern. Schwiegerpapa hat den Chauffeur zum Baumarkt und Möbelschweden gespielt. Ein Bruder hat die neuen Möbel mit mir geschleppt, der andere Wände gestrichen und Möbel ab- und aufgebaut. Ihr seid alle Spitzenklasse! Ich bin echt stolz auf diese Familie!
Ach ja, was es mit dem Grau und Grün auf sich hatte, muss ich auch noch erklären. Wenn ich irgendein größeres Projekt habe, ist immer irgendwas. Ich hätte schon damit rechnen sollen. Entweder packt man uns im Möbelhaus falsche Möbelteile ein (was dieses Mal zum Glück nicht passiert ist) oder ich nehme eben die falsche Farbe aus dem Baumarkt mit. :-p Wobei das wirklich ein dummer Zufall war. Was muss auch genau, als ich dort bin, noch eine andere Frau einen Grauton kaufen wollen! Ich habe die gemischte Farbe bei einem anderen Mitarbeiter bestellt als abgeholt. Bei der Abholung bekam ich einen feuchten Klecks auf einem Stück Papier gezeigt und wurde gefragt, ob das meine Farbe sei. Grau war es, also sagte ich ja. Von diversen Erfahrungen mit Wandfarben weiß ich, dass die oft getrocknet an der Wand ganz anders aussehen als im Eimer. Als wir dann loslegen wollten mit Streichen, kam uns die Farbe immer komischer vor. Irgendwie erinnerte sie mehr und mehr an unangenehme Krankheiten und nicht an das lichte Grau, das ich mir vorgestellt hatte. Auf ein Papier gestrichen, geföhnt, Farbkarte drangehalten. Nee, das war definitiv nicht unsere Farbe! Es wurde immer grüner! Also zurück zum Baumarkt damit. Dort bekamen wir glücklicherweise unseren Eimer unkompliziert in den umgetauscht, der eigentlich meiner gewesen wäre und noch auf mich wartete. Dann konnte es endlich wirklich losgehen. Wie gesagt, irgendwas ist ja immer ...
So, und nun genug der Vorrede. Jetzt lasse ich Bilder sprechen:




Ups, angeknabberte Reiswaffel unterm Tisch ... tja, das gibt dem ganzen gleich einen gewissen authentischen Touch. ;-) Passende Stuhlkissen und die holzfarbenen Stühle sind dann wohl mal Projekte für die nächste Zeit ...
Das Dekokonzept und die Sortierung der neuen Schränke sind noch nicht ganz ausgefeilt, aber das kommt noch. :-)
Und damit unsere Leistung auch gebührend gewürdigt werden kann, so sah es vorher aus:

In erster Linie wollte ich meinen Mann überraschen. Der weilte nämlich auf den Chemnitzer Linuxtagen, womit die Gelegenheit für geheime Aktionen zu Hause günstig war. Bei der Arbeit hat er momentan mehr als genug Stress, so dass ich mir dachte, er würde sich freuen, wenn wenigstens daheim eine nötige Aufgabe ohne seine Beteiligung erledigt würde. Also habe ich mal eben das Wohnzimmer renoviert und teilweise neu eingerichtet. Aber was heißt "ich" - allein hätte ich das natürlich niemals schaffen können. Was wäre ich ohne die liebe Familie! Die Schwiegereltern haben mir die zwei großen Kinder übers Wochenende abgenommen. Meine Mama ist gekommen, um sich, so weit möglich, um Emilia zu kümmern. Schwiegerpapa hat den Chauffeur zum Baumarkt und Möbelschweden gespielt. Ein Bruder hat die neuen Möbel mit mir geschleppt, der andere Wände gestrichen und Möbel ab- und aufgebaut. Ihr seid alle Spitzenklasse! Ich bin echt stolz auf diese Familie!
Ach ja, was es mit dem Grau und Grün auf sich hatte, muss ich auch noch erklären. Wenn ich irgendein größeres Projekt habe, ist immer irgendwas. Ich hätte schon damit rechnen sollen. Entweder packt man uns im Möbelhaus falsche Möbelteile ein (was dieses Mal zum Glück nicht passiert ist) oder ich nehme eben die falsche Farbe aus dem Baumarkt mit. :-p Wobei das wirklich ein dummer Zufall war. Was muss auch genau, als ich dort bin, noch eine andere Frau einen Grauton kaufen wollen! Ich habe die gemischte Farbe bei einem anderen Mitarbeiter bestellt als abgeholt. Bei der Abholung bekam ich einen feuchten Klecks auf einem Stück Papier gezeigt und wurde gefragt, ob das meine Farbe sei. Grau war es, also sagte ich ja. Von diversen Erfahrungen mit Wandfarben weiß ich, dass die oft getrocknet an der Wand ganz anders aussehen als im Eimer. Als wir dann loslegen wollten mit Streichen, kam uns die Farbe immer komischer vor. Irgendwie erinnerte sie mehr und mehr an unangenehme Krankheiten und nicht an das lichte Grau, das ich mir vorgestellt hatte. Auf ein Papier gestrichen, geföhnt, Farbkarte drangehalten. Nee, das war definitiv nicht unsere Farbe! Es wurde immer grüner! Also zurück zum Baumarkt damit. Dort bekamen wir glücklicherweise unseren Eimer unkompliziert in den umgetauscht, der eigentlich meiner gewesen wäre und noch auf mich wartete. Dann konnte es endlich wirklich losgehen. Wie gesagt, irgendwas ist ja immer ...
So, und nun genug der Vorrede. Jetzt lasse ich Bilder sprechen:




Ups, angeknabberte Reiswaffel unterm Tisch ... tja, das gibt dem ganzen gleich einen gewissen authentischen Touch. ;-) Passende Stuhlkissen und die holzfarbenen Stühle sind dann wohl mal Projekte für die nächste Zeit ...
Das Dekokonzept und die Sortierung der neuen Schränke sind noch nicht ganz ausgefeilt, aber das kommt noch. :-)Und damit unsere Leistung auch gebührend gewürdigt werden kann, so sah es vorher aus:

Das graue Sofa kauften wir schon mit dem Renovierungsplan im Kopf. Sonst hätten wir natürlich gleich beim Einzug vor 5 Jahren die Wände anders gestrichen. ;-)
Die Familie wächst auch einrichtungstechnisch zusammen. Die Teile aus unseren beiden Singlehaushalten werden Stück für Stück ausgemustert ...
Ach ja, mein Mann hat sich natürlich gefreut! Die Kinder finden es auch toll. Raphael bezeichnete den neuen Schrank als "zauberhaft, ganz zauberhaft". :-D Und jetzt freuen wir uns gemeinsam jedes Mal, wenn wir in unserem gemütlichen "neuen" Wohnzimmer sitzen.
Mittwoch, 4. Januar 2012
Zum Augenblicke möcht ich sagen: ...
... Verweile doch, du bist so schön!


Auch wenn der "Faust" nicht gerade zu meinen Favoriten unter den literarischen Werken gehört, bin ich auf meinem Bildungsweg nun mal nicht daran vorbeigekommen. Nein, ich musste mitten durch, und ein bisschen was ist dabei auch hängengeblieben. Obiges Zitat drängt sich in besonders herzerwärmenden Zeiten immer wieder in meinen Kopf.
Eine solche Zeit waren für uns die vergangenen Feiertage. Natürlich gabs eine schöne Bescherung, leckeres Essen und was halt sonst so dazugehört.

(Ja, natürlich ist dieses dichte und gleichmäßig kegelförmige Exemplar ein künstlicher Baum. Nach einigen eher unschönen Erlebnissen mit echten Tannenbäumen sind wir erstmal dabei gelandet. Hach, eigentlich hätte ich aber gern mal wieder einen echten. Nur ganz klein, damit man nicht dauernd anstößt ... Nächstes Jahr vielleicht ... )

Diese wunderbaren Sachen habe ich von meinem lieben Mann bekommen. Sie sind schon zum Einsatz gekommen und erhöhen den Nähspaß ganz erheblich.
Wir durften uns alle über liebevoll ausgesuchte Geschenke freuen und ein paar weitergeben. Aber das war nicht das Schönste.
Wirklich genossen haben wir es alle, einfach mal locker in den Tag hinein zu leben. Den halben Tag im Schlafanzug, Frühstück erst zur Mittagszeit, keine Uhr, die einem mahnend im Nacken sitzt, Schokolade essen - viel Schokolade, jedenfalls weit mehr als sonst erlaubt ist ... herrlich. (Aber auch gut, dass es nicht das ganze Jahr so geht. ;-) )
Unser absoluter Höhepunkt dieser Tage war die Freude an den Kindern. Wenn sie auch durch den ungewohnten Trubel etwas wild waren, konnten wir Eltern uns doch so oft herzlich an ihnen freuen, uns einfach in die Augen sehen und wissen - die haben wir (mit Gottes Hilfe ;-) ) gut gemacht. Es ist einfach so gut zu erfahren, wie sie sich auch gegenseitig schätzen und lieben. Da tanzten Mathilda und Raphael in inniger Umarmung durchs Wohnzimmer, bis sie umfielen und sich auch darüber köstlich amüsieren konnten. Da lachte Emilia sich schier kaputt über die Faxen der Geschwister. Da lagen alle drei gemeinsam strampelnd auf dem Boden und freuten sich des Lebens. Einfach zu schön!


"Guck mal, Mama, ein Knuddelhaufen!"
Auch Emilia zu beobachten ist eine Freude und zeigt einem doch die Flüchtigkeit des Augenblicks. Nachdem sie vor Weihnachten eine etwas anstrengende Zeit durchmachte, hatte sie wohl pünktlich zum Fest den Schub überwunden und war fröhlich, ausgeglichen und ziemlich verändert. Wie bewusst sie auf einmal am Familienleben teilnimmt! Wie sie es genießt, Stück für Stück den Fußboden zu erobern! Wie sie begeistert ihren Brei verspachtelt! Hach, soo süß, kann sie nicht einfach immer so bleiben?! Nein, kann sie natürlich nicht. Und es werden andere tolle Zeiten kommen. Trotzdem, manchmal möchte man so Augenblicke schon gern festhalten ...
Ja, wir haben viel Gutes erlebt und gehen deshalb voll Dankbarkeit ins neue Jahr. Wir hoffen, dass es ein gutes Jahr wird, zum Freuen und Freude weitergeben. Das wünsche ich auch von Herzen allen Bloglesern!
Freitag, 9. Dezember 2011
Gut zu Hause angekommen (Hausgeburt in Bildern)
Ja, unser Junikäferchen ist gut bei uns angekommen. Gestern war es nun schon wieder ein halbes Jahr, seit Emilia ins Familienleben geschlüpft ist. Und es ist, als wäre sie immer da gewesen. Für uns, und für sie wahrscheinlich auch. Es geht ihr wohl gut bei uns, denn sie ist ein fröhliches kleines Käferchen und liebt ihre Geschwister, insbesondere den großen Bruder, über alles.
Nach 6 Monaten habe ich hoffentlich genügend Abstand, um hier über Emilias Geburt zu berichten, ohne dass der Post untragbare Ausmaße annimmt, da die Erinnerung noch allzu lebendig und detailliert ist. :-) Lang wirds trotzdem mit den ganzen Bildern. Aber es wird ja keiner zum Lesen gezwungen ;-) und viele fragen doch immer wieder sehr interessiert nach, wie das so ist mit einer Hausgeburt. Also dann:
Für die zukünftigen großen Geschwister wars auch Zeit schlafen zu gehen. Die waren natürlich total aufgeregt. Erst wollten sie so gemeinsam auf der Matratze schlafen. Sie fanden aber nicht zur Ruhe und landeten dann doch jeder in seinem eigenen Bett. Was mir auch lieber war, denn Raphael hatte sich gewünscht, zur Geburt geweckt zu werden. Mathilda sollte aber besser weiter schlafen.
Im Schlafzimmer konnte ich dann wirklich noch mal etwas ausruhen, begleitet von Lavendelduft. Ich hatte mir eine Pflanze fürs Fensterbrett gekauft, weil ich den Duft schon zu Mathildas Geburt so angenehm gefunden hatte.

Nach 6 Monaten habe ich hoffentlich genügend Abstand, um hier über Emilias Geburt zu berichten, ohne dass der Post untragbare Ausmaße annimmt, da die Erinnerung noch allzu lebendig und detailliert ist. :-) Lang wirds trotzdem mit den ganzen Bildern. Aber es wird ja keiner zum Lesen gezwungen ;-) und viele fragen doch immer wieder sehr interessiert nach, wie das so ist mit einer Hausgeburt. Also dann:
Wie es begann, wissen die treuen Blogleser. In der Gewitternacht vom 6. zum 7. Juni wurde ich zum Auslaufmodell. Ich tröpfelte munter vor mich hin und rief dann mal die Hebamme (Larissa Schlenker vom Geburtshaus Dresden) an. Gemeinsam beschlossen wir, dass sie herkäme. Ich hatte zwar noch keine Wehen, aber 3. Kind und so weiter ... Man weiß ja nie, wie schnell es geht.
Larissa bekam ein Lager im Kinderzimmer eingerichtet, und da schlief sie dann. Ich legte mich auch wieder ins Bett, zusammen mit Mathilda, die gemerkt hatte, dass sie Gesellschaft bekam und dann unbedingt zu mir wollte.
Meine Erwartung war, dass dann bald Wehen einsetzen würden und ich spätestens im Lauf des Vormittags unser Baby im Arm halten würde. Halt ungefähr wie bei den anderen beiden. Aber erstens kommt es anders ...
Ich muss wohl trotz der Aufregung eingeschlafen sein. Denn als ich wieder zu mir kam, war es hell draußen und ich fühlte mich irgendwie im falschen Film. Nix Baby kriegen. Im Bauch herrschte absolute Ruhe. Das wurde mir etwas unheimlich, so dass ich die Hebamme zum Horchen wecken ging. Ergebnis: Alles prima, Baby schläft friedlich. Klar, so gehört sich das auch morgens um 5. Dafür wachte Mathilda auf. Damit war an Ruhe nicht mehr zu denken. Larissa fuhr noch mal nach Hause zum Schlafen, um für alles Kommende fit zu sein. Wir blieben tagsüber in Telefonkontakt. Bevor sie ging, hat sie mir noch das empfohlen:
Was die Verdauung anregt, kann auch Wehen anregen. Normalerweise trinkt man ein Glas pro Tag. Larissa meinte großzügig: "Och, trink ruhig die ganze Flasche." Dafür musste eine besorgt werden. Ich stellte mir das so vor, dass ich mit meiner Mutter, die sich schon als Enkelbetreuerin im Geburtsfall bei uns eingerichtet hatte, halt mal zu dm fahre. Meine Familie war dagegen. Wieso bloß? Mir war doch einfach nur langweilig. Ich ließ dann trotzdem Jan einkaufen gehen.
Was die Verdauung anregt, kann auch Wehen anregen. Normalerweise trinkt man ein Glas pro Tag. Larissa meinte großzügig: "Och, trink ruhig die ganze Flasche." Dafür musste eine besorgt werden. Ich stellte mir das so vor, dass ich mit meiner Mutter, die sich schon als Enkelbetreuerin im Geburtsfall bei uns eingerichtet hatte, halt mal zu dm fahre. Meine Familie war dagegen. Wieso bloß? Mir war doch einfach nur langweilig. Ich ließ dann trotzdem Jan einkaufen gehen.Als Raphael, der von der Anwesenheit der geliebten Larissa gar nichts mitbekommen hatte, aufwachte und hörte, dass das Baby bald kommen will, wollte er natürlich nicht in den Kindergarten und durfte zu Hause bleiben.
Der Tag verging. Ein komischer Zwischenzustand irgendwie. Man wartet und langweilt sich und hat doch nicht die Nerven, eine sinnvolle und länger dauernde Tätigkeit anzufangen. Weil man ja nie weiß ...
Ich ernährte mich von Pflaumensaft und Wehentee. Am Nachmittag machten Jan und ich noch einen Spaziergang zum Garten. Das Wetter war schwülheiß, aber egal, Hauptsache laufen. Das hat sonst immer Wehen gebracht. Dieses Mal brachte der Ausflug nichts außer einem frischen Sommerblumenstrauß. Also hieß es weiter warten. Mit Vanilleeis und Erdbeeren geht das besonders angenehm. :-) War ich froh, nicht im Krankenhaus zu sein! Denn dort hätte ich wohl meine Zeit damit verbracht, mich abwechselnd zu Tode zu langweilen und unerwünschte Einleitungsversuche abzuwehren ...
Auch Nichtstun macht irgendwann müde. Am frühen Abend warteten wir immer noch. Gemeinsam mit der Hebamme entschieden wir, dass ich versuchen würde, noch ein bisschen zu schlafen. Gegen 22.00 Uhr wollte sie dann vorbeikommen und, falls bis dahin nichts geschehen würde, die härteren Geschütze auffahren, die Hebammen noch so auf Lager haben.
Auch Nichtstun macht irgendwann müde. Am frühen Abend warteten wir immer noch. Gemeinsam mit der Hebamme entschieden wir, dass ich versuchen würde, noch ein bisschen zu schlafen. Gegen 22.00 Uhr wollte sie dann vorbeikommen und, falls bis dahin nichts geschehen würde, die härteren Geschütze auffahren, die Hebammen noch so auf Lager haben.
Für die zukünftigen großen Geschwister wars auch Zeit schlafen zu gehen. Die waren natürlich total aufgeregt. Erst wollten sie so gemeinsam auf der Matratze schlafen. Sie fanden aber nicht zur Ruhe und landeten dann doch jeder in seinem eigenen Bett. Was mir auch lieber war, denn Raphael hatte sich gewünscht, zur Geburt geweckt zu werden. Mathilda sollte aber besser weiter schlafen.
Im Schlafzimmer konnte ich dann wirklich noch mal etwas ausruhen, begleitet von Lavendelduft. Ich hatte mir eine Pflanze fürs Fensterbrett gekauft, weil ich den Duft schon zu Mathildas Geburt so angenehm gefunden hatte. Gegen 20.00 Uhr hatte ich das Gefühl, dass etwas in Gang käme. Bis auf eine einzelne Wehe hier und da war zwar äußerlich nichts anders, aber da war was. Interessanterweise hatte Larissa daheim auch so ein Gefühl gehabt und stand dann schon eher als geplant wieder vor unserer Tür. Sie dekorierte mangels Duftlampe unseren Wohnzimmerleuchter mit ölgetränkten Klopapierstreifen. Auch schön. :-) Es war natürlich ein wehenanregendes Öl. Und obwohl ich so ein Duftzeugs sonst gar nicht leiden kann, fand ich diesen Geruch total angenehm. Der Körper weiß eben, was er braucht. Weiter gings mit einem Einlauf, der natürlich kein Ergebnis außer dem in jedem Fall zu erwartenden brachte. Bauchmassagen mit wehenanregendem Öl wirkten da schon besser und wir konnten die eine oder andere Wehe verzeichnen.
Auch wenn das jetzt irgendwie klingt, als ob wir krampfhaft versucht hätten, Wehen herbeizuzaubern, war das überhaupt nicht so. Die Atmosphäre war ganz entspannt, wir hatten viel Spaß und das Gefühl, dass schon alles seinen Gang gehen wird. Deswegen gingen wir dann auch alle erstmal wieder ins Bett. Die zweite Nacht nun schon.
Ich blieb allerdings nicht lange liegen. Nun begann sich doch endlich was zu tun. Ca. 24 Stunden nach dem Blasensprung weckte ich dann die Hebamme, weil es sich so langsam nach Geburtswehen anfühlte. Wir begaben uns also gemeinsam ins Schlafzimmer und warteten erstmal weiter, ab jetzt eben mit Wehen. Sie wurden dann auch bald so stark, dass ich nach bisheriger Erfahrung meinte, es könne nicht mehr lange dauern. Auch der entsprechende Druck war da. Also wurde gegen 3.00 Uhr nachts Raphael geweckt.
So wurde weiter gewartet - wir drei und die Hebamme. Die Oma fieberte im Wohnzimmer mit und hätte jederzeit Raphael übernommen, wenn seine Anwesenheit ihm selbst oder mir zu viel geworden wäre. Ich sehe hier entspannter aus, als ich mich fühlte. :-) Es wehte und wehte und wehte ... Aber sonst nix.
Immer wieder hatte ich das Bedürfnis, ein Stück zu laufen oder wenigstens aufrecht zu knien. Ein neues Gefühl beim 3. Kind, dessen Sinn mir später klar wurde.
So wurde weiter gewartet - wir drei und die Hebamme. Die Oma fieberte im Wohnzimmer mit und hätte jederzeit Raphael übernommen, wenn seine Anwesenheit ihm selbst oder mir zu viel geworden wäre. Ich sehe hier entspannter aus, als ich mich fühlte. :-) Es wehte und wehte und wehte ... Aber sonst nix.
Immer wieder hatte ich das Bedürfnis, ein Stück zu laufen oder wenigstens aufrecht zu knien. Ein neues Gefühl beim 3. Kind, dessen Sinn mir später klar wurde.Raphael wurde die Sache nun doch zu langwierig und er ging zur Oma, um sich vorlesen zu lassen. Das war definitiv spannender als das, was sein Schwesterlein da mit der Mama anstellte. :-)
Mein Zeitgefühl war inzwischen völlig abhanden gekommen. Als Larissa vorschlug, dass wir mal die tiefe Hocke versuchen, um dem Baby voran zu helfen, musste ich vom Bett auf den Boden gelangen. Als dabei mein Blick aus dem Fenster auf die Gartenanlage fiel, stellte ich mit Erstaunen fest, dass wieder die Sonne schien! Was für einen schönen Geburtstag sich das Käferchen da ausgesucht hatte! Frisch, voller rosa Kletterrosen, bunter Blumen und Vogelgesang. Den Augenblick werd ich wohl nie vergessen. Wunderschön! Trotzdem hieß es erstmal weiterkämpfen. Mittendrin kam die zweite Hebamme und musste sich erstmal um meinen Mann kümmern, dessen Kreislauf wohl der Aufregung und dem Schlaf- und Kaffeemangel nachgab. Dummerweise hing ich zwischen seinen Beinen und hätte mich da nicht mehr wegbewegen können. Aber er saß ja auf dem Bett, musste sich nur nach hinten fallen lassen und war mit ein paar Schlucken Cola und einem kühlen Tuch auf der Stirn schnell wieder auf die Beine gebracht. Dann bestellte Larissa schnell frischen Kaffee. Als sie zur 2. Hebamme meinte, sie könne Milch und Zucker noch mitbringen, war mein einziger Gedanke: "Och nööö, es dauert noch ..." Denn für den Dammschutz braucht man den Kaffee schwarz. Irgendwie bekam ich noch mit, wie sich eine Tasse Kaffee über den Boden ergoss. Komisch, was für Momentaufnahmen hängen bleiben. Ich kämpfte mit aller Kraft, was auch nicht ganz leise vonstatten ging. Deswegen winkte ich ab, als ich gefragt wurde, ob Raphael geholt werden sollte. Das wäre ihm wahrscheinlich doch unheimlich geworden.
Und schließlich kam unser Baby um 6.39 Uhr doch angeschlüpft und sofort war allen klar, warum es so viel Mühe gekostet hatte: Ein Sternguckerle! Tja, wenn man sich so einen Tag aussucht, will man eben wirklich das Licht und nicht den Fußboden der Welt erblicken. Versteh ich ja irgendwie.
Da lag sie, klein, lebendig und erstaunt über die Welt . Jetzt wurde sofort Raphael geholt, der kein Problem damit hatte, dass er den eigentlichen Geburtsmoment verpasst hatte. Er freute sich und fing gleich an, für sein Schwesterchen zu sorgen. Er meinte, wenn sie so weint, müsste sie doch genommen werden. Das sah ich auch so. Aber wir zwei hingen ja noch aneinander und zwischen den Beinen des frischgebackenen 3fachen Papas. Wir mussten erstmal mit vereinten Kräften aufs Bett bugsiert werden. Dann konnte endlich gekuschelt werden. Emilia war sehr aktiv und robbte sofort los, um die Milchquelle zu finden.
Dabei durfte in aller Ruhe die Nabelschnur auspulsieren. Da dem Kindsvater, der sonst tapfer alles mitmacht, das Durchschneiden nicht geheuer ist, wurde Raphael gefragt, ob er es tun möchte. Der antwortete mit stolz geschwellter Brust: "Ja, ich bin doch ein guter Bruder!". Mit Hilfe der Hebamme machte er seinen Job auch wirklich gut.

Inzwischen war auch Mathilda aufgewacht und schaute sich ihr Schwesterchen und überhaupt das Ganze erstaunt an.
Die Sache mit der Plazenta fanden beide Kinder sehr interessant und kein bisschen eklig und ließen sich von den Hebammen alles genau zeigen und erklären.
Die zweite Hebamme, Angie, eine ganz liebe junge Frau, die mit den Kindern toll umgehen konnte, schlug vor, dass sie gemeinsam mit den Kindern ein Geburtslied für Emilia singen. Und das taten sie: "Wie schön, dass du geboren bist ...". Raphael sang hingebungsvoll und erstaunlich textsicher mit. (Ist wohl im Kindergarten das Standardgeburtstagslied.) Danach meinte er aus vollem Herzen: "Danke Mama, dass du das Emilchen ausgebrütet hast!" Schon allein der Satz war alle Mühen wert. :-)
Hebamme Larissa (deren Erlaubnis ich habe, dieses Foto zu veröffentlichen ;-) ) schaute noch gemeinsam mit den Kindern, ob Emilchen und ich das Stillen gut gemeinsam hinkriegen. Irgendwann wurden natürlich auch noch die technischen Daten des neuen Erdenbürgers erhoben und die U1 gemacht. Aber wie und wann, das gehört nicht zu den Informationen, die mein erschöpftes Hirn an dem Tag dauerhaft gespeichert hat. ;-)
Ein erstes Geschwisterfoto ist natürlich ein Muss. Raphael wollte unbedingt sein geliebtes Schwesterchen mal im Arm halten. Und Emilia hatte nichts dagegen, auch wenn das Geschick dazu noch etwas zu wünschen übrig ließ. Sie wusste wohl, dass wir in der Nähe sind und aufpassen. :-)
Ja, da war sie nun. So winzig klein und süß. Ein Wunder, das jetzt zu uns gehört!
Die Sache mit der Plazenta fanden beide Kinder sehr interessant und kein bisschen eklig und ließen sich von den Hebammen alles genau zeigen und erklären.
Die zweite Hebamme, Angie, eine ganz liebe junge Frau, die mit den Kindern toll umgehen konnte, schlug vor, dass sie gemeinsam mit den Kindern ein Geburtslied für Emilia singen. Und das taten sie: "Wie schön, dass du geboren bist ...". Raphael sang hingebungsvoll und erstaunlich textsicher mit. (Ist wohl im Kindergarten das Standardgeburtstagslied.) Danach meinte er aus vollem Herzen: "Danke Mama, dass du das Emilchen ausgebrütet hast!" Schon allein der Satz war alle Mühen wert. :-)
Hebamme Larissa (deren Erlaubnis ich habe, dieses Foto zu veröffentlichen ;-) ) schaute noch gemeinsam mit den Kindern, ob Emilchen und ich das Stillen gut gemeinsam hinkriegen. Irgendwann wurden natürlich auch noch die technischen Daten des neuen Erdenbürgers erhoben und die U1 gemacht. Aber wie und wann, das gehört nicht zu den Informationen, die mein erschöpftes Hirn an dem Tag dauerhaft gespeichert hat. ;-)
Ein erstes Geschwisterfoto ist natürlich ein Muss. Raphael wollte unbedingt sein geliebtes Schwesterchen mal im Arm halten. Und Emilia hatte nichts dagegen, auch wenn das Geschick dazu noch etwas zu wünschen übrig ließ. Sie wusste wohl, dass wir in der Nähe sind und aufpassen. :-)
Ja, da war sie nun. So winzig klein und süß. Ein Wunder, das jetzt zu uns gehört! Tja, so war das mit der Hausgeburt. Lang, anstrengend und trotzdem ganz entspannt und wunderschön. Ich würde es jederzeit wieder so und nicht anders machen.
Mittwoch, 12. Oktober 2011
Mittwoch, 31. August 2011
Pimp my Zuckertütchen oder ...
... Aus Kindern werden Leute.
Es handelt sich um handelsübliche Minizuckertüten aus einem Mehrfachpack. Dass wir im Hause Himmelblau und Sommerbunt den Pünktchenlook lieben, wisst ihr ja. Und der ist in diesem Fall auch ganz einfach zu erreichen. Man nehme ein Blatt selbstklebende Adressetiketten und eine Lochzange, stanze aus dem nicht bedruckbaren Rand Punkte aus und klebe die auf. Dann klebe man ein Stück kariertes Schleifenband auf Teppichklebeband, schneide es aus und teile es längs mit der Zickzackschere. Damit wird der obere Rand verziert. Dann noch einen passenden Kleinkram aufkleben, Überraschung rein, mit Satinbändchen zubinden, fertig.
Gut, bei uns handelt es sich doch immer noch um recht kleine Kinderleutchen. Aber man kann es nicht leugnen - sie werden größer. Und so geht denn morgen wieder eins zum ersten Mal in den Kindergarten. Mathilda verkündet nun schon seit Tagen, dass sie doch schon groß und fast ein Kindergartenkind ist. Täglich wurde ungeduldig gefragt, ob denn nun endlich schon September oder wenigstens Donnerstag wäre. :-) Morgen wird nun beides der Fall sein, und Mathilda freut sich riesig. Als Mama sieht man das Ganze schon eher mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Schön ist, dass die große kleine Maus ihrem ersten Schrittchen in den Ernst des Lebens so fröhlich und unerschrocken entgegenblickt. Aber es ist auch eine Trennung. Ja, auch die immer noch vorhandene unsichtbare Nabelschnur wird jetzt deutlich dünner, und das tut eben ein bisschen weh. Aber so ist es nun mal, keine Liebe ohne Schmerz. Bald werden wir uns an die neue Situation gewöhnt haben und stolz dabei zusehen, wie unser Kindergartenkind mit jedem Tag selbständiger wird.
Um uns den Tag ein wenig zu versüßen, gibts eine kleine Überraschung. Die Kinder freuen sich direkt darüber, und Mama und Papa an der Freude der Kinder. :-) Außerdem hab ich mir natürlich mit den Zuckertütchen auch ein kleines bisschen Bastelspaß gegönnt:
Es handelt sich um handelsübliche Minizuckertüten aus einem Mehrfachpack. Dass wir im Hause Himmelblau und Sommerbunt den Pünktchenlook lieben, wisst ihr ja. Und der ist in diesem Fall auch ganz einfach zu erreichen. Man nehme ein Blatt selbstklebende Adressetiketten und eine Lochzange, stanze aus dem nicht bedruckbaren Rand Punkte aus und klebe die auf. Dann klebe man ein Stück kariertes Schleifenband auf Teppichklebeband, schneide es aus und teile es längs mit der Zickzackschere. Damit wird der obere Rand verziert. Dann noch einen passenden Kleinkram aufkleben, Überraschung rein, mit Satinbändchen zubinden, fertig.Wir haben natürlich deshalb zwei Stück, weil Raphael nicht leer ausgehen soll, auch wenn sein eigener Kindergartenstart nun schon fast zwei Jahre zurückliegt. Ein besonderer Tag ist es auch für ihn. Schließlich bricht nun die kleine Schwester in eine Domäne ein, die bisher ihm allein gehörte. ;-) Und er ist, man sollte es kaum glauben, schrecklich eifersüchtig und momentan entschlossen, "seine" Tilda keinem anderen Kind zu überlassen. Da kommt der Beschützerinstinkt durch. Betrachten wir es mal als einen süßen Liebesbeweis und gehen davon aus, dass er die Durchsetzung dann nicht so ernst nehmen wird. ;-)
So, jetzt aber ab ins Bett. Ich hab morgen nen anstrengenden Tag vor mir. Muss ja auch in den Kindergarten! :-)
Samstag, 28. Mai 2011
Kurze Meldung
Ich bin noch da und auch immer noch kugelig. Allerdings kommen schon öfter ein paar Wehen, Junikäferchen guckt meinem Gefühl nach schon fast mit der Nase raus und laut Hebamme sieht der Gesamtbefund schon gut geburtsbereit aus. Das ist ja sehr schön, aber bis mindestens Dienstag soll die Madame doch noch drin bleiben!
So, und hier noch ein Bild von mir und dem integrierten Junikäferchen für alle, die das so dringend sehen wollten :-) :
Hm, es ginge noch eindrucksvoller. Ich sollte noch mal eins im Stehen und im Vollprofil machen lassen. Aber heute war ich zu müde. ;-)
Zu allem Überfluss ist auch noch der Käfervater krank geworden. Wäre schon schön, wenn wir den wieder fit kriegen würden, bevor es losgeht. Das Einkaufen hat er mir trotzdem verboten, weil Laufen nun mal bei mir ganz gut Wehen anregt. So ist er jetzt doch selbst losgezogen, unter anderem um meine Colavorräte aufzustocken. Das Zeug trinke ich sonst gar nicht. Aber momentan hilft es mir ganz gut, wenigstens eine gewisse Restenergie aufrecht zu erhalten. Soll ja auch während der Geburt gelegentlich ganz hilfreich sein. ;-)
Schlafen kann ich nicht mehr ordentlich. Aller gefühlter 10 Minuten ruft das stille Örtchen, dann kann ich wieder auf der einen Seite nicht mehr liegen und muss den mühsamen Umwälzungsprozess in Angriff nehmen, dann schnarcht der verschnupfte Mann neben mir im Bett und meistens kommt auch noch irgendwann mitten in der Nacht ein Kind unter meine Decke geschlüpft, das die ohnehin schon mangelnde Bequemlichkeit weiter einschränkt und morgens die Nacht früher beendet, als mir lieb ist. Kein Wunder, dass ich einfach nur müüüüde bin ... Am liebsten würde ich mich jetzt bis Dienstag ins Bett legen und schlafen, sooft es nur geht. Und dann tue ich alles dafür, dass es schnell losgeht. :-)
Ihr merkt es schon - ich hab es satt und bin definitiv geburtsreif. Wenn es so weit ist, werde ich gern den umfangreichen Bauch gegen das kuschelige Käferchen im Arm eintauschen. :-D Wann wird das wohl passieren? Das ist sooo spannend, denn selbst wenn alle Anzeichen auf Geburt stehen, kann man damit noch gut 2 bis 3 Wochen rumlaufen, wie ich aus Erfahrung weiß ... Bitte niiiicht! ;-)
So, und hier noch ein Bild von mir und dem integrierten Junikäferchen für alle, die das so dringend sehen wollten :-) :
Hm, es ginge noch eindrucksvoller. Ich sollte noch mal eins im Stehen und im Vollprofil machen lassen. Aber heute war ich zu müde. ;-)
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