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Donnerstag, 25. Oktober 2018

Mathilda ahoi!

Neues von mir nach langer Abstinenz. Wo ich gerade am Computer sitze, um schnell ein Schnittmuster auszudrucken, kann ich den Umstand auch nutzen und flott einen Post in die Welt schicken. Stell ich doch endlich mein bisheriges Lieblingsteil des Jahres vor:

So ganz neu ist es nun schon nicht mehr. Ende Juni entstand es aus gegebenem Anlass. Als Dresdner leben wir ja in der schönen Stadt, in der auch Erich Kästner seine Kindheit verbrachte (wie man in seinem Buch "Als ich ein kleiner Junge war" wunderbar nachlesen kann). Dem berühmten Sohn Dresdens ist natürlich ein Museum gewidmet. Und von da aus wird jedes Jahr für Drittklässler eine Kästner-Rallye organisiert. An der wollte die Klasse von Kind Nr 2 teilnehmen (und ich durfte als "Begleitmama" mit).
Die Rallye ist eine spannende und wirklich liebevoll und aufwändig gestaltete Veranstaltung mit Diebesjagd á la "Emil und die Detektive", verschiedenen Stationen, die Themen aus Kästner-Büchern aufgreifen und zum Nachdenken und Mitmachen anregen, viel "Fußarbeit" durch die gesamte Innenstadt und vor allem Spaß. Der fängt schon damit an, dass die Kinder sich (so ungefähr jedenfalls) im Stil der Entstehungszeit von "Emil und die Detektive" kleiden. Klar, dass da ein Nähprojekt für mich drinsteckte, strebte das betreffende Kind doch höchstmögliche Perfektion an. Woher es das nur hat ...? :-)

Für ein Mädchen "von früher" muss es natürlich auf alle Fälle ein hübsch nostalgisches Kleid sein. Praktischerweise hatte ich schnittmustertechnisch das Richtige im Vorrat: Ottobre 3/13. Ich selbst hatte eigentlich ein romantisches Puffärmelkleidchen mit Knopfleiste ins Auge gefasst, von dem ich annahm, dass es im Sinne des Kindes sei. Die Wahl der jungen Dame fiel aber stattdessen auf ein Matrosenkleid. Fand ich super, zumal das mal was ganz anderes ist, als was man sonst so näht. In der Zeitschrift wird ein Modell aus hellblauem Ramie mit rosa Matrosenstreifen gezeigt. So ging das natürlich nicht. Damit es richtig "echt" wird, muss es schon dunkelblau und weiß sein.

Auf der Suche nach dem passenden Stoff im Nähstübchen stießen wir auf einen Chambrai, gewebt aus mittelblauen und schwarzen Fäden. Der Stoff wirkt aus der Entfernung dunkelblau und hat dazu einen wunderschönen Schimmer. Außerdem gefiel uns auch die Struktur, etwas gröber und weicher als Popeline, eher leinenartig, aber weder so teuer noch so knitterig. Der perfekte Stoff war gefunden. Schließlich sollte er kein allzu steifes, strenges Kleidungsstück ergeben, damit es nicht bei dem einen Einsatz als Kostüm bliebe. Dafür wäre der Aufwand an Stoff und Mühe dann doch etwas schade.

Also, langer Rede kurzer Sinn - ein bisschen genäht, gebügelt und so weiter und - tadaaa:


Steht ihr gut, finde ich. Da der Schnitt nur bis 128 ging, ältere Ottobre-Modelle aber sowieso weit ausfallen, habe ich einfach Ärmel, Taille und Saum etwas verlängert. So passt es bei Größe 134 perfekt.


Da der Tag etwas kühler und windig war, mussten die nicht ganz authentischen Leggins drunter. Noch besser wären natürlich weiße Kniestrümpfe gewesen. Die hatten wir aber nicht. Und man muss es ja auch nicht übertreiben mit dem Perfektionismus ... :-D Aber immerhin konnten wir zu unserer Freude einen passenden Strohhut auftreiben. Und brave lange Zöpfe sind natürlich Pflicht zu dem Outfit.


Schon schick, so eine ganze Klasse "von früher" in der Straßenbahn. Schade, dass sie uns keinen "Hecht" geschickt haben ...

Bei der Kästner-Rallye dabei zu sein hat sich auf alle Fälle gelohnt: Für die Kinder, die viel Spaß hatten und nebenbei auch noch so einiges über Kästner, seine Bücher und ihre Stadt lernen konnten. Für mich, weil ich wieder ein Stück nähen konnte, das ich sonst vielleicht nie probiert hätte. Und natürlich für Mathilda, die das schöne Kleid jetzt bei jeder passenden Gelegenheit ausführen darf.

Freitag, 13. April 2018

Echte Mädchenkleider

Ganz aktuell - diese Woche bei schönstem Frühlingswetter fotografiert - präsentiere ich: die "Mädchenkleider".

Wenn ich schon neue Fotos von relativ neuen Kleidern - nur zweimal gewaschen :-) - habe, verblogge ich die lieber gleich, bevor sie dem Schicksal als Nachtrag zu enden anheimfallen. Davon gibts schon genug, sowohl auf der Festplatte schlummernde Fotos als auch nicht fotografierte Nähwerke. Besserung gelobe ich trotzdem lieber nicht. Die Tage sind voll und beginnen viel zu früh, was mir nicht liegt, sich aber in absehbarer Zeit nicht ändern lässt. Man gehe bitte wohlwollend davon aus, dass ich mit allem, was hier erscheint, mein Bestes gebe. :-D

Nun also - neuer Anlauf - die Mädchenkleider. Dass Kleider für Mädchen gedacht sind, ist ja wohl klar, und so entbehrt der Titel nicht einer gewissen Redundanz. So scheint es jedenfalls. Zur Rettung meiner Ehre in Sachen des schriftlichen Ausdrucks muss ich denn wohl schnellstens Fotos zeigen, die nachweisen, dass ich zu Recht auf dieser Bezeichnung bestehe. ;-)



Was hab ich gesagt? - Mädchenkleider, eindeutig. Von oben bis unten voller Mädchen. Dass auch Mädchen drinstecken, ist da fast schon nebensächlich.


Der schlichte und schön schul-, garten-, wald- und spielplatztaugliche Schnitt ist ein Ottobre-Modell (Blue Charlene, 4/16). Ich habe lediglich die im Schnitt vorgesehenen Bindebänder etwas an praktische Anforderungen angepasst. Nur der sichtbare geknotete Teil ist tatsächlich ein Jerseyband. Im Tunnel versteckt sich ein Gummi. So sind die Kleider flott an- und auszuziehen, ohne dass jedes Mal das Bändchen geöffnet werden muss.
An Mathilda sitzt die 134 schon gut. Emilias 122 hat noch deutlich Zuwachsreserve. Aber das ist nicht von Nachteil. Die Langarmzeit ist vorerst bald vorbei, und bekanntlich sprießen die Kinder über den Sommer besonders schnell.


Den schicken Mädchenstoff haben meine jungen Damen beim Sommerstoffmarkt des letzten Jahres aufgestöbert. Zuerst hatte Mathilda ihn in der Hand. Keine Frage, dass Emilia natürlich sofort denselben brauchte. Glücklicherweise gab es ihn in zwei unterschiedlichen Blautönen, genau passend zum jeweiligen Kind. Blaugrau fürs große Fräulein, dem die väterlichen Braunaugengene zumindest einen goldenen Schimmer um die Pupille in sonst graublauen Augen verliehen haben. Himmelblau fürs kleine Fräulein, dessen klare Blauaugen in dieser Farbe umso mehr strahlen. Perfekt. Fehlten nur noch passende Kombistoffe, denn das Modelmuster erschien mir doch zu dominant, um ein ganzes Kleidungsstück daraus zu nähen. Rotbrauner Punktejersey fand sich im Nähstübchen, hellblaue Sternchen im dunkelblauen Kaufhaus.


Die bequemen Schlupfkleider mit dem offenbar unschlagbar coolen Muster werden jederzeit gern wieder ausgeführt, wenn sie frisch und sauber zur Verfügung stehen. Das ist im fortgeschrittenen Alter der Damen immerhin nicht mehr selbstverständlich. Da kleidet man sich zunehmend nach jeweiliger Lust und Laune (die für Außenstehende, wie etwa vernunftorientierte Mütter nicht unbedingt nachvollziehbar ist - also drei Kreuze für jedes universell einsetzbare Stück im Kleiderschrank :-) ).
Zur Beliebtheit der lässigen Teile trägt wohl auch das Lob diverser Bewunderer bei, die sich für dieses Outfit immer finden, besonders wenn die beiden im Partnerlook auftreten.
Da haben Kauf und Näharbeit sich doch mal richtig gelohnt. Pures Nähmama-Glück. :-D

Montag, 15. Mai 2017

Bitte Meer!

Die Sonne wärmt endlich wieder und weckt die Urlaubssehnsucht auf. Strand, Meer, Muscheln und Steine sammeln ... Leider können wir uns in diesem Jahr auf all das mal nicht vorfreuen. Unser Küchenprojekt, im letzten Post schon erwähnt, verhindert das. Zeitliche und finanzielle Ressourcen sind nun einmal begrenzt. Also machen wir das Beste draus, freuen uns auf die neue Küche und stillen den Hunger nach Meer mit den maritimen Kleidungsstücken, denen noch ein Hauch vom letzten Urlaub anhaftet.


Emilia hatte Anfang Juni schon dieses Sommerkleidchen bekommen. Genäht frei nach Ottobre 3/2013. Dort gibts am Halsausschnitt noch einen Volant. Zum maritimen Jersey von Blaubeerstern passt so eine geknotete Minischluppe aber viel besser. Auf dem ersten Modelfoto gleich nach Fertigstellung, das leider etwas duster geraten war, reicht das gute Stück noch fast bis ans Knie, und hier, nur ein paar Wochen später im Juli ... Inzwischen ist es leider kein Kleid mehr und wird wohl zu 'nem anderen kleinen Mädchen umziehen.



Etwas war noch übrig von Streifen und Meer:


Noch gerade genug für ein Shirt fürs große Mädel. Ich habe wieder den selbst gebastelten Schnitt mit angeschnittenen Ärmeln und hinten leicht verlängertem Saum genommen und das Vorderteil längs geteilt. Auch hübsch, finde ich. Leider fototechnisch etwas mangelhaft, weil es nur für einen schnellen Handyknips reichte, bevor wir vor dem Regen fliehen mussten, der da schon bedrohlich über die Kieler Bucht heranzieht.

Doch es folgten noch heiterere Tage und damit schönere Bilder von der neuesten Strandmode für die junge Dame:


Aus Ankerjersey und rot-weißen Streifen wurde ein Princess Castle (Ottobre 4/2013). Nur die Taschen habe ich weggelassen, weil ich keine beulenden und zerrenden Steinsammlungen in Jerseykleidern mag. Und zu denen wäre es in dieser Umgebung unweigerlich gekommen. :-)


Sieht man ja, gesammelt wird schon fleißig. Nur müssen so eben andere, weniger mühevoll entstandene Behältnisse dafür herhalten.


Den Wickelausschnitt hält noch ein rotes Ankerknöpfchen zusammen, weils da war und passt. Rundum schön mit hohem Lieblingsstückpotential. In diesem Kleid kann man auch ein bisschen Strandstimmung genießen, wenn es dieses Jahr "nur" mit Oma und Opa zum Stausee geht.

Mit Nachträgen müsste es das, zumindest was Kindersachen angeht, eigentlich gewesen sein. Auf dass bald aktuelle Sommermodelle folgen ...

Mittwoch, 8. Februar 2017

Blumengrüße aus Bullerbü

Dieses Jahr stand schon im Januar der Fototermin in Kindergarten an - verständlicherweise. Denn diese Woche ist unsere letzte im lieben, vertrauten Kindergarten. Danach wird umgezogen und die alte, baufällige aber so schön gemütlich gewohnte Baracke abgerissen. Das stellt einen Einschnitt ins Kinderleben dar, der ein ganzes Thema für sich ist.

Jetzt geht's erstmal wieder um Klamotten. Irgendwie ist es zur Tradition geworden, dass es zum Besuch des Fotografen ein neues Outfit gibt. Für mich ein Anlass, meinen Lieblingsschnitt aus meinem Weihnachtsgeschenk auszuprobieren: "Anna" aus dem Buch "Kinderkleider". Ich hatte es an eine zukünftig dreifache Mädchenmama verschenkt, weil es Mädchensachen pur bietet. Kleidchen ohne Ende und noch so ein paar andere Ideen zum Schmücken und Spielen, die kleine Fräuleins garantiert begeistern. Und dann blieb mir nichts übrig, als es mir selbst zu wünschen, weil ich dem typisch skandinavischen Bullerbü-Charme, den das Buch zweier finnischer Autorinnen verströmt, einfach nicht widerstehen konnte. Es ist sooo süß, einfach nur zum Anschauen. Danach nähen kann man natürlich auch. :-)

Und da kommen wir zu ein paar kleinen Haken. Was mir weniger gefällt, sind die fehlenden Angaben zur benötigten Stoffmenge für die Schnittmuster. Das ist laut Text bewusst so gehalten, um die Kreativität beim Kombinieren nicht einzuschränken. Funktioniert so bei mir nicht. Dass ich mangels jedes sinnvollen Anhaltspunkts zum Stoffverbrauch erst aufwändig rumprobieren muss, würde mich eher davon abhalten, noch mal schnell so ein Kleidchen zu nähen, als die Kombifreudigkeit anzuregen. Die kommt von selber beim Blick ins Stoffregal.
Aber das nehme ich in Kauf. Der Bullerbü-Faktor ...

Beim Nähen fiel mir dann ein weiteres Problem auf: Ärmelschnittteile ohne Passzeichen. Das geht eigentlich gar nicht, zumal die Schnittmuster auf Webware ausgelegt sind. Da kann man nicht so hier und da ein bisschen zurechtdehnen. Das muss passen und sitzen. Und das ist nun mal ohne Markierungen nicht leicht zu erreichen. Es geht schon irgendwie, aber schön ist anders. Überhaupt ist ein bisschen Erfahrung beim Nähen nach diesem Buch nötig. Zum Beispiel sind auch keine Schlitzmarkierungen für den Knopfverschluss vorhanden. Es wird zwar erklärt, wie der Schlitz gearbeitet wird. Wie groß man ihn macht, muss man selbst entscheiden. Da kann man sich leicht verschätzen und der Kopf ginge dann nicht durch. Insgesamt fehlt mir da doch so ein bisschen die Professionalität. Aber - siehe oben ...

Positiv fällt mir nach dem Nähen des einen Schnittmusters auf, dass die Ärmelansatznähte fein an der richtigen Stelle sitzen. Das ist bei Schnittmustern für so weite, lässige und aus Begeisterung für schöne Stoffe gebastelte Schnittmuster nicht selbstverständlich, muss aber sein, damit's richtig hübsch wird. So ist es ein weites, aber kein übergroßes Kleid. Genau das gefällt mir.

Fazit zum Buch: Durch übergroße Professionalität glänzt es nicht. Also lieber Erfahrung sammeln mit ein paar wirklich guten! ausführlichen E-Books von Profi-Erstellerinnen. Dann kann man nachvollziehen, was die näherfahrenen Bullerbü-Mamas mal eben aus dem Handgelenk schütteln und die durchaus süßen Kleidchen nacharbeiten.

So wie Emilias Fotografenkleid 2017:


"Anna" in 110/116. Blümchen und Pünktchen fanden sich im Stoffregal, haben wohl irgendwann vom Stoffmarkt hergefunden. Der zarte Blümchenlook passt gut zu genau diesem Fräulein. Bester Beweis: Es mag das Kleid, obwohl es rosa ist und Kind neuerdings erklärt, dass Rosa eigentlich nicht mehr ginge und Blau DIE Farbe wäre. Ich glaube, es wird groß ...
 

Blitzfotos am frühen Morgen zeigen natürlich nicht die ganze Schönheit. Reh, Brosche und Leggins sind eigentlich lila, und zwar nicht finsterlila, sondern schön gedämpft farbig. Mal sehen, ob der Fotograf das besser kann ...

Wir grüßen hiermit also dem Winter zum Trotz mit bunten Blümchen und wünschen uns bald den Frühling her - für noch mehr Bullerbü-Kleidchen.

Montag, 6. Februar 2017

Die Vogelscheuche im Samtkleid


Da ist sie - Mathilda. Und dass sie im neuen Weihnachtsoutfit wie eine Vogelscheuche aussähe, ist natürlich keinesfalls meine Behauptung. Sie meinte selbst beim Posieren, dass sie jetzt eine Vogelscheuche darstellen würde. Guter Versuch, meine ich. Die Haltung stimmt schon mal. Aber wer so süß lächelt, bietet keinen wirklich erschreckenden Anblick. Deswegen kann man die kleine Vogelscheuche im Galaoutfit mit diesem Titel wohl auch nicht beleidigen. :-)


Das Weihnachtskleid 2016 ist ein "Silver Touch" (Ottobre 4/16), allerdings mit ein paar kleinen Änderungen. Der Schnitt gefiel uns sofort, war aber leider erst ab Größe 134 vorhanden. Aktuell ist Mathilda bei 128, und man kennt ja die lässige Weite vieler Ottobre-Sachen. Ich habe also einfach in der Mitte ein paar Zentimeter herausgenommen, so dass die Schulterbreite passt, und den Ausschnitt wieder zurechtgerückt. Etwas mehr Ärmelweite stört nicht, wenn sowieso ein Shirt untergezogen wird. Weil wir ein richtiges Kleid statt einer Tunika wollten, habe ich den Rock noch etwas verlängert. Bei der Suche nach dem passenden Stoff für ein feines Festtagskleid fiel mir im dunkelblauen Stadtkaufhaus ein großzügiger Rest warmgrauer Samt in die Hände. Das ist so ein Glücksgriff auf den zweiten Blick. Fällt erstmal nicht auf, wenn man in der Restekiste stöbert, aber wenn man dann kapiert, was man da in der Hand hält - yeehaa! Elastischer Baumwollsamt - angenehm zu tragen, streichelweich, vielseitig kombinierbar und schick. Gibt ein super weihnachtsfeines Kleid für 6 Euro! Auf dem schlichten Stoff darf's dann gern noch ein bisschen glitzern. Aufgebügelte Sternchen gehen nicht nur zur Weihnachtszeit.
Elastische Webware verhält sich anders als Jersey, deswegen fiel die im Schnitt vorgesehene Bandversäuberung für Ausschnitt und Ärmel natürlich aus. Es wurde also mit Beleg verstürzt bzw. ein Saum genäht.
Die sportlich wirkenden untergelegten Originaltaschen passten auch nicht so recht zum Gesamteindruck. Weil Taschen trotzdem ganz praktisch sind zu Schnupfenzeiten, wurden sie in Nahttaschen umgewandelt.


Drunter trägt die junge Dame ein schon mehrfach bewährtes "Roundabout" Shirt (Ottobre 1/12). Den Stoff hat sie selbst ausgesucht - trotz Riesenauswahl ein schlichtes, leicht meliertes Türkis. Meine Tochter ... :-)

Vogelscheuche? Doch wohl eher nicht.

Mittwoch, 11. Januar 2017

MMM - Lieblingsstück 2016

Die Nähdamen vom MMM führen heute ihre Top-Hits des vergangenen Jahres vor, und da möchte ich mich gern wieder einmal einreihen. Der Dauerbrenner in meinem Kleiderschrank ist nicht ein einziges Stück, sondern viel mehr ein Schnitt - Marly von schnittquelle. Ich habe davon inzwischen sage und schreibe 5 Varianten auf der Stange hängen. Und dabei wirds wohl nicht bleiben. Der Schnitt ist so optimal für mich geeignet, dass ich immer wieder danach greife und fröhlich dran rumbastle, denn auch dafür bietet er sich an. Durch Unterbrustnaht und -abnäher und Abnäher im Rücken lässt sich der Schnitt mit recht wenig Aufwand prima an die eigenen Kurven anpassen. Außerdem kann man durch die Teilung auch schön mit verschiedenen Rockformen experimentieren. Der Ausschnitt lässt sich ebenfalls variieren ... unendliche Möglichkeiten, dazu ruckzuck umzusetzen. Perfekt für mich, wo ich doch dazu neige, immer mal noch schnell über Nacht ein neues Kleidungsstück zu brauchen. ;-)

Zuerst zeige ich das neueste Kleid aus der Reihe - mein Weihnachtskleid und tatsächlich auch das, was ich am heutigen MMM wieder trage. Ich glaube, es hing noch nie im Schrank:


Die Rückseite wurde, abgesehen von den individuellen Anpassungen, nach dem Originalschnitt genäht. Dem Vorderrock habe ich ein paar Zentimeter Breite zugefügt und eine Kellerfalte gelegt. Der Ausschnitt ist mit Beleg gearbeitet, weil ich das an einem eher "feinen" Kleid schicker finde als Bündchen oder Einfassband. Am Saum habe ich 6cm zugegeben, damit aus dem Kassak ein Kleid wird (jedenfalls für mich :-) ).

Das Material ist ein Jaquard von Stoff und Stil - ein Traum. Ich hatte mich schon im Katalog in das Design verliebt. Und als ich im Urlaub in das Paradies in Lübeck tatsächlich live betreten konnte, wurde das Geburtstagsgeld dafür auf den Kopp gehauen. :-) Baumwollmix, nicht zu fest und nicht zu labberig, gut zu verarbeiten, gut zu tragen, schick, aber nicht zu sehr, wunderbar.

Im Sommer entstanden gleich mehrere verschiedene Marly-Adaptionen. Eine sommerlich gemusterte fehlt mir noch in der Fotodokumentation. Aber es gibt ja noch zwei:


Einmal in Blau aus Viskosejersey (billiger Test-Rest). Hier habe ich statt Abnähern einfach mal nur Falten in das Rockteil gelegt, und zwar vorn und hinten. Die Form hat mich überzeugt, das blaue Kleid ist trotzdem kein Lieblingsstück an sich, weil der Jersey einfach nichts verzeiht. Der zeichnet alles ab. :-p Außerdem pillt er. Angenehm zu tragen ist er trotzdem, kommt also bei großer Hitze gern daheim zum Einsatz.


Dann ist da noch dieses Modell. In Lieblingspetrol ja schon mal prädestiniert für einen der vorderen Plätze. Wurde dann auch oft und noch lange in den Herbst hinein getragen. Hier habe ich einen weiteren Rock ohne Abnäher angesetzt und am Ausschnitt und unter der Brust gemusterte Einsätze reingebastelt.

Noch einem kleinen verspielten Detail konnte ich nicht ganz wiederstehen:


Auch die armen Einzelstücke aus der Knopfkiste brauchen schließlich ein nettes Zuhause. :-)

Die erste Marly ist schon mal beim MMM erschienen und soll hier der Ordnung halber auch erwähnt werden. Zu den Allroundtalenten gehört sie auf alle Fälle:


Dann war da noch ein tolles schickes Sommerkleid nach Stoff und Stil-Schnitt, das es bisher nicht auf ein akzeptables Foto geschafft hat. Wird nachgeholt, versprochen. Wenn es wärmer ist.

Dieses Jahr müssten wohl mal wieder Oberteile im großen Stil drankommen. Da fehlts momentan im Schrank. Also ein Hoch auf die vorhandenen Lieblingsstücke und auf zu neuen Taten!

Und jetzt lasse ich mich noch von den anderen Lieblingssachen beim MMM inspirieren.

Montag, 3. Oktober 2016

So ein Tag hat keine Taschen ...

Komische Überschrift, ich weiß. Ich erkläre das gleich. Ich saß gerade (seltenes Vorkommnis) mal am "großen" Schreibtischrechner um ein Schnittmuster auszudrucken und dachte mir, wo ich schon da bin, könnte ich mich doch endlich spontan dem Blog widmen. Lang genug war ich sozusagen weg. Dabei war das gar nicht beabsichtigt. So ein Tag hat eben nur, wie gesagt, einfach keine Taschen. Und das ist mein Problem, nämlich so:

Ihr kennt doch sicher alle den kleinen Maulwurf. Angefangen hat die ganze Geschichte um den vielgeliebten kleinen Kerl mit einem kleinen Filmchen darüber "Wie der Maulwurf zu seiner Hose kam". Eigentlich thematisiert der Film auf kindgerechte Art die Herstellung von Kleidung aus Leinen. Aber er illustriert auch ganz gut, warum ich so lange nicht gebloggt habe, finde ich:
Am Anfang krabbelt der kleine Maulwurf fröhlich und hochmotiviert aus seinem Erdhügel auf der bunten Blumenwiese (so ähnlich wie ich morgens aus dem Bett, na gut, in meinem Fall meistens eher müde als fröhlich). Dabei schleppt er alles mit sich, was ihm wichtig und wertvoll ist: Spielsachen, Fundstücke ... Nur, oh weh, er kann einfach nicht alles auf einmal tragen, irgendein Lieblingsding fällt immer wieder runter und bleibt auf der Strecke. Kurz vor dem Verzweifeln fällt der Blick des Maulwurfs auf die Wäscheleine, an der eine blaue Latzhose flattert - mit gaaanz großen Taschen. Er beschließt sofort, dass genau so eine die Lösung seines Problems wäre und macht sich eifrig daran, sich dieses Traumteil zu beschaffen. Am Ende stopft er glücklich all seine Schätze in die Taschen und ist zufrieden.
Bei mir läuft das leider nicht so. Ich stehe auf, den Kopf voller Dinge die ich unbedingt erledigen müsste oder gern tun würde - Kinder-, Schul-, Kindergartenkram, Wäsche, Küche, Haushalt, Garten, Nähen, Bloggen, Einkaufen, Lesen, Basteln, Malen ... Irgendwie versuche ich alles mitzuschleppen, aber irgendeins fällt immer runter, oder auch mehreres. Das ist wohl auch der Tatsache geschuldet, dass ich eher ein "Niedrigenergiemensch" bin. Ich staune immer wieder, welches Pensum manche schultern, die unglaublich viele Aktivitäten anscheinend mühelos unter einen Hut bringen. Ich kann das nicht. Die letzten Wochen und Monate waren ereignisreich, und zwischendurch brauch ich neben aller nötigen Umtriebigkeit einfach meine Ruhe. In letzter Zeit hieß das mal ganz viel Lesen.
Den Computer (erwähnte ich bereits, dass der Arbeitsplatz auch irgendwie gar nicht mehr bequem ist, seit der Mann ihn sich nach seinen Kriterien eingerichtet hat ;-) ), also, den hab ich aus Versehen fallen gelassen und für lange Zeit liegen gelassen. Es gab immer auch genug anderes zu tun. Das finde ich furchtbar schade, denn eigentlich macht mir die ganze Bloggerei doch Spaß. Ich will versuchen, mir den Computer irgendwie auf die Schulter zu hieven und ihn da zu balancieren, denn große Taschen krieg ich an die vorhandene Tageszeit eben nicht angenäht. (Und vielleicht gehen nach wochenlanger Krankheitswelle und Ferien ja auch mal alle Kinder wieder in Schule und Kindergarten, das würde schon helfen. ;-) )

Zu zeigen gibt's genug, denn das Nähen habe ich nicht fallengelassen. Und damit der Post nicht ganz langweilig bilderlos daherkommt, zeige ich passend zum Thema noch etwas, was Taschen hat - Teil der Sommergarderobe des großen Mädchens:


Das Kleidchen heißt Colourful Stripes (Ottobre 3/14), genäht habe ich Größe 128 aus Streifenjersey (Kaufhausrest) und einfarbigem Swafingjersey (Restevorrat). Die Fotos entstanden Anfang Juni, noch saß das Kleid sehr lässig, seitdem ist das Mädel gründlich in seine neuen Sommersachen reingewachsen.


Für ein bisschen Extra-Pfiff habe ich statt farblich passend Grau oder Rosa zu wählen, türkisfarbene Kamsnaps angebracht. Der himmelwärts gerichtete Blick unseres Models ist leicht durch die Tatsache erklärt, dass wir uns dort gerade im Hochseilgarten Moritzburg befinden und irgendwo da oben die ganze Klasse des großen Bruders herumklettert. :-)


Und wo wir schon mal dabei sind, zeigen wir noch das schicke Jeanscap. Zugegeben, es ist ganz schnöde gekauft. Eigentlich aus der Jungsabteilung, aber viel cooler als alles, was explizit für Mädchenköpfe angeboten wurde. Wir haben es mit einem Aufbügler und ein paar Hotfix-Steinchen damentauglich aufgepeppt.

So, das soll's für heute gewesen sein. Hoffentlich der erste von vielen folgenden Posts noch in diesem Jahr ... :-)

Freitag, 18. März 2016

Käferkind mit Fotogen

Also, ich hoffe zumindest, dass Kind und Kleidung irgendwie ein Fotogen abbekommen haben. Denn der Anlass, dieses Outfit zu nähen, war wieder einmal der Besuch des Fotografen im Kindergarten. Wobei, eigentlich sind die Kinder ja immer hübsch. Nur die sogenannten Top-Fotoprofis haben in letzter Zeit Ergebnisse geliefert, bei deren Anblick ich mir sagen musste, so hätte ich es auch hingekriegt, möglicherweise besser, und das ohne Profi-Equipment. Nun ja, lassen wir uns überraschen ...

Einstweilen haben wir schon mal unsere frühmorgendlichen "Sicherungsfotos", - der Beweis, dass das Outfit rundum hübsch war, bevor es mit den Herausforderungen des Kindergartentages konfrontiert wurde. ;-)


Puuuh, ich bin ja froh, dass die junge Dame die neuen Sachen so freudig trägt. Noch am Vortag sah es nicht danach aus. Um das Kind für den Heimweg vom Kindergarten zu motivieren, erzählte ich ihm, dass ich ein neues Kleid genäht hätte, das es dann gleich anprobieren könnte. Auf die Frage, wie es denn aussähe, erzählte ich (böser Fehler), es wäre aus rotem Cord. Und schon gings los: "Cord? Ist das der Stoff mit diesen Streifen? Den maaag ich niiicht ..." Und noch einiges mehr war auszusetzen am vermeintlichen Aussehen des Kleides. An den Käferstoff, der fürs Shirt vorgesehen war, konnte das Fräulein sich auch nicht mehr erinnern, und überhaupt wäre das bestimmt alles doof. :-p Durch die Aussicht, die Kleiderknöpfe mit aussuchen zu dürfen, ließ sich das Mädel dann doch erstmal etwas besänftigen und so halb überzeugen, dass das Kleid mit diesen Streifen vielleicht am Ende doch nicht völlig blöd werden würde.


Als Tochterkind den Käferstoff daliegen sah, zog ein Strahlen übers Gesicht und es nickte nachdrücklich, "Ja, den!" Das Kleid als Beigabe konnte man dann schon mal gnädigerweise anprobieren. Und siehe da, es war ja doch toll, so richtig toll! Den Ausschlag gab "die Spitze in der Mitte", in Näherinnenfachchinesisch "Kellerfalte" genannt. Immer wieder interessant, mit welch einfachen und unerwarteten Dingen man ein Kind glücklich machen kann. Die "komischen Streifen" wurden jedenfalls seitdem nicht wieder erwähnt. Die Knopfwahl der Dame führte, wie man sieht, zu einem kleinen Käferoverkill, denn zum Käfershirt mussten es auch noch die Marini-Knöpfe sein. Was solls, wenns schön macht ... Auf das Stückchen Käferwebband am Saum kams dann auch nicht mehr an.


Da ist das freche Käferkind, komplett ausgestattet und brav bezopft. Damit zumindest der erste Eindruck stimmt. ;-) Mit der klassischen Mädchenfrisur bekommt man die wilden Wellen für eine Weile ganz gut gebändigt. Außerdem gibt das Ganze so einen süßen Retrolook, der mir ziemlich gut gefällt. Noch ist der Nachwuchs zumindest in vielen Fällen für Mutters Geschmack zu haben, das muss man ausnutzen. :-D


Die technischen Details:
Shirt: Mr Bear (Ottobre 6/13) Weite 98, Länge 104, Käferjersey ein Mitbringsel vom vorletzten Urlaub (Nellirabelli)
Kleid: Oona (Farbenmix) 98/104, Volant am Saum weggelassen, dafür das Kleid entsprechend verlängert. Schnittmuster unter den Armausschnitten geteilt und ins vordere Rockteil Kellerfalte eingefügt. Roter Feincord - keine Ahnung mehr, geheime Langzeitvorräte für schlechte Zeiten. :-)

Insgesamt ein klarer Fall für die Meitlisache.

Mittwoch, 16. März 2016

MMM mit Marly

Geschafft - ein neues Kleid kann zum MMM präsentiert werden. Und das bei Tageslicht! Gestern fand sich praktischerweise ein Schwesterherz zu einem spontanen Foto bereit. Aber es bleibt die alte Frage: Was mache ich dabei bloß mit diesen Händen, die immer so unmotiviert rumhängen, wenn sie nichts zu tun haben?


Na ja, eigentlich auch egal, hängen sie halt rum. Es geht ja schließlich ums Kleid. :-)




Dieses ist, jedenfalls grundlegend, eine Marly von Schnittquelle. Der Schnitt stellt eigentlich ein Kassak dar. Aber das hat ja, was mich angeht, nicht viel zu sagen. 3 cm Verlängerung, und schon ist es ein angemessen langes Kleid. Länger wärs auch nicht gegangen, denn genau das und keinen Zentimeter mehr gab der Stoffrest her, den ich bei Stoff Fischer aus dem Restekorb gezogen hatte. 90 cm auf 1,45 m Breite waren es und dafür kein Schnäppchen. Aber ich hatte mich eben sofort in den Stoff verliebt - angenehm im Griff (Das Schildchen weist es als Mischung aus PE, V, BW, EL aus.) und schlicht mit einem gewissen Etwas. Eben das, was ich mag. So sieht das aus der Nähe aus:


Grau mit winzigen Einsprengseln in vielen bunten Farben. Das heißt, was immer man daraus macht, passt wirklich zu allem. Ein echtes Brot-und-Butter-Teil. Mir schwebte nach dem Kauf sofort ein schlichtes ärmelloses Kleid mit Teilung unter der Brust vor. Dank Frau Frauenoberbekleidung konnte ich die Marly live testen und für gut befinden. Beim Nähen mit meinem etwas stabileren Material wurden dann noch ein paar Änderungen fällig. Den Brustabnäher musste ich um 1cm vertiefen und auch am vorderen Unterteil kleine Abnäher einfügen. Außerdem mussten für ein ärmelloses Kleidungsstück natürlich die Armlöcher vertieft werden. Arm- und Halsausschnitte habe ich mit innenliegenden Bändern eingefasst. Wenn ich den Schnitt wieder nähe, werde ich alle Abnäher noch ein wenig zur Mitte hin versetzen. Damit könnte der Sitz perfektioniert werden. Aber auch so, wie das Kleid jetzt ist, ist es prima. Der Stoff ist ein Alltagsheld. Das Teil kann tagelang getragen werden, ohne dass es mehr als minimale Sitzfalten und -beulen bildet. Die schlichte Marly kann man schick oder alltäglich stylen und ohne oder mit Kurz- oder Langarmshirt drunter tragen, dazu beliebig Strickjacken drüberschichten, und mit einer schmalen Hose kombiniert würde es wahrscheinlich auch gehen.
Momentan mag ich es mit Langarmshirts, hier ein selbst genähtes, dessen Schnitt ich von einem Kaufshirt abgenommen habe.

Fertig, ab damit zum MMM. Mal sehen, was es dort heute bei den anderen Damen zu entdecken gibt.

Mittwoch, 24. Februar 2016

MMM mit Strickjacke 2.0

Mittwoch - wieder Zeit für irgendwie in den Alltag gequetschte Outfitfotos. So viel Bloggerdisziplin muss sein. :-)

Heute hat es erst am Abend gepasst, also Blitzfotos. Ich habe versucht, weder zu dumm zu gucken, noch irgendwelche komischen Körperhaltungen einzunehmen. Kind 3 machte mir daraufhin "schöne" Posen vor. Sehr dekorative Balletthaltungen. Ich hab's auch nachgemacht und mich so ablichten lassen, weil das Kind sonst weinen wollte. Aber freut euch nicht zu früh, das zeige ich garantiert nicht in der Öffentlichkeit. Die Fotos dürfen gern in den ewigen Servergründen vor sich hin existieren, mehr aber auch nicht. :-D

Hier präsentiere ich die "normalen" Ansichten einer Durchschnittsfrau am Mittwochabend:


Zuerst natürlich mit der titelgebenden "Strickjacke 2.0". Ich hatte schon bei der Präsentation der Miette, meiner ersten selbstgestrickten Jacke, angekündigt, dass ich jetzt tüfteln will, bis mir das perfekt sitzende Exemplar gelungen ist. Modell 2.0 ist eine wesentliche Verbesserung zur Miette, aber von Perfektion doch noch einige Macken entfernt. Ich habe nicht nach einem bestimmten Modell gearbeitet, sondern das Internet nach allgemeinen Anleitungen für Raglan von oben durchforstet, meine Erfahrungen vom Erstversuch und die Änderungswünsche einfließen lassen und so eine ganz schlichte Jacke gestrickt. Es ging ja nicht um Schnickschnack, sondern Passform. Es ist ein tragbares Stück herausgekommen, dessen Hauptmangel allerdings eine zu lang geratene Raglanlinie ist. Also hab ich da wieder meine vertraute Falte über der Brust. Leider merkt man das aber erst, wenn man schon wesentlich weiter gestrickt hat. Der endgültige Sitz des Ganzen erschließt sich eben doch erst zum Schluss, wenn alles dran ist.  Bleibt also jetzt so. Ich hab nun zumindest eine Vorlage, mit der ich weitere Versuche während des Strickens vergleichen kann. Ansonsten könnte die Ausschnittform noch etwas runder werden. Und die Ärmel, die hier beim Tragen immer kürzer werden und irgendwann nicht mehr ganz als Langarm durchgehen, müssen auch etwas mehr "Schrumpfreserve" haben.
Gestrickt ist das Ganze mit 5er Nadeln aus einer günstigen Baumwollmischung. Für mich sehr angenehm zu tragen und deshalb trotz der Mängel intensiv genutzt. Zumal ich ja bisher kaum eine Alternative in der passenden Länge zu Kleidern habe. Aber das soll sich ändern. Exemplar 3.0 ist bereits in Arbeit. Gleiches Garn für gute Vergleichbarkeit, aber dieses Mal in Rot. Fortsetzung folgt ...


Unter der Jacke trage ich heute mein erstes Friday Evening (Ottobre 5/13). Das hängt schon eine Weile im Schrank und wird auch immer wieder gern als unkompliziertes Alltagsteil hervorgeholt.

So, die allmittwöchliche (gibt's so'n Wort?) Nähbloggerpflicht ist getan. Jetzt ab mit dem Beitrag zum MMM. Um diese Zeit lohnt sich der Besuch da besonders. Ich kann jetzt genüsslich die Beiträge des ganzen Tages durchstöbern. :-)

Mittwoch, 27. Januar 2016

MMM mit Neuem und Altbewährtem

Heute raffe ich mich, wenn auch spät, dann doch mal wieder auf zum Sprung in den MeMadeMittwoch. Da der Mann krank und daheim ist, können die Kinder nicht Amok laufen, während ich hinter verschlossener Schlafzimmertür hocke. ;-)
Von letzteren sind auch zwei krank, aber irgendwie immer noch voller Energie zum Toben oder Streiten. Wie machen Kinder das bloß immer? Für kurze Zeit sind sie völlig hinüber, fiebern, jammern und husten einem zu jeder Tages- und Nachtzeit ins Gesicht. Dann geht das Fieber, Husten und Schnupfen bleiben allerdings, sodass der Kindergartenbesuch außer Frage steht. In diesem Zustand wird Kind zwar schnell müde, ist aber nur äußerst mühevoll zum Schlafen zu bewegen, spielt und kaspert lieber, bis ihm etwas gegen den Strich geht (was so ungefähr aller 3 Minuten der Fall ist), dann heult es fürchterlich um kurze Zeit später den gleichen Zyklus von vorn zu beginnen. Natürlich unterbrochen von den Phasen, in denen es wegen Meinungsverschiedenheiten mit den Sorgeberechtigten einen richtigen Wutanfall bekommt, der noch etwas lauter und natürlich auch länger ausfällt. Ausgeprägte Erziehungsresistenz beschreibt meine Sichtweise des Zustands ziemlich gut. Das Kind sieht das wohl etwas anders. Puuh ... Am Ende eines solchen Tages können Freud und Leid ganz eng beieinander liegen, vor allem, wenn ein kleines, süßes, blondgelocktes Mädchen ankommt, einem liebevoll die Ärmchen um den Hals schlingt und dabei zärtlich säuselt: "Weißte Mama, ich mag dich, aber leider bist du manchmal so fies." Ähm *nach Luft schnapp* - Was soll man dazu sagen?
Mein Immunsystem hat sich wohl angesichts hartnäckiger Hustenattacken von außen gedacht: "Och komm, machen wir ihnen die Freude und lassen ein paar Viren rein. So'n kleiner Schlagabtausch kann ja nicht schaden ... oh Mist, die sind stärker, als die aussehen ... Sch...husten!" Tja, so langsam, aber wirklich nur langsam gewinnen die Abwehrtruppen wieder die Oberhand. Ich hoffe, die lassen sich nicht noch auf ein Duell mit den Durchfallviren vom anderen Kind ein ...

Jetzt bin ich aber irgendwie mächtig vom Thema abgekommen. MMM, das wollte ich eigentlich. Also, ich trage heute, und dieses Mal wirklich tagesaktuell, Kleid und Strickjacke, die neu, weil noch nicht hier vorgestellt worden sind. Altbewährtes ist trotzdem dabei, denn es handelt sich wieder um meinen Lieblingskleiderschnitt Ella von Pattydoo.
So lümmele ich heute noch leise vor mich hin hustend zu Hause herum und stricke:


Natürlich nicht in Stiefeletten. Die hab ich nur an, weil ich wohl oder übel gleich einkaufen muss. Die Strickjacke muss ich noch ausziehen, denn bei 15 °C Januartemperatur wird das so zu warm unterm Mantel. Die Jacke ist eine Miette, vielfach bei anderen Bloggerinnen bewundert, im Urlaub mal in Angriff genommen und Anfang dieses Jahres endlich fertigbekommen. Das allein ist für mich ein Grund, ein bisschen stolz auf mich zu sein. Schließlich ist das erst das zweite gestrickte Kleidungsstück meines Lebens, das ich nicht nur angefangen habe. :-) Das Jäckchen besteht aus billiger Synthetikwolle. Ich musste ja erstmal probieren, ob das was Brauchbares wird mit mir und dem Stricken wirklich tragbarer Kleidung. Geworden ist es, war auch nicht schwer. Nur etwas groß geraten ist das Teil. Nun gut, aller Anfang ... Für zu Hause ist es ganz gemütlich. Und ich weiß jetzt, wie es geht und was ich gern anders hätte. Zum Beispiel einen engeren Ausschnitt und einen etwas längeren Saum. So habe nämlich immer das Gefühl, dass ein kleiner Streifen vom Rücken frei liegt, der auch noch gewärmt werden sollte. Was ich an dieser Jacke liebe, ist die Technik - Raglan von oben. So hat man das Gefühl, dass man das Stück nicht mühsam Teil für Teil zusammenstoppelt und irgendwie nie fertig wird, sondern es wächst einem von Anfang an das ganze erkennbare Kleidungsstück unter den Händen. So lässt es sich auch gut anpassen. Diese neue Strickerfahrung hat die Lust auf mehr geweckt. Also habe ich mit etwas Internetrecherche und Rumprobiererei inzwischen schon eine zweite Jacke fertig, der allerdings noch die Knöpfe fehlen. Die ist schon viel besser ausgefallen. Garn für eine NOCH bessere Strickjacke 3.0 liegt bereits da. Mal sehen, bei welcher Versionsnummer ich angekommen bin, bis ich bis ins letzte Detail zufrieden bin ... :-)

Ein Foto vom Tage gibt es heute zwar, allerdings habe ich vergessen, das Kleid auch mal ohne Jacke fotografieren zu lassen. Also doch noch ein mieses älteres Blitzfoto. :-p


Ella in Gr. D (38) mit 3/4-Ärmeln und einem Ausschnitt mit innen liegender Bandversäuberung, der irgendwo zwischen der engen und der weiten Variante im Schnittmuster liegt. Das Material ist irgendeine Mischung, die ich schon länger daliegen hatte. Da der Stoff nur querelastisch ist, habe ich dieses Mal einen Brustabnäher in die Ella eingefügt. Der tut dem Sitz im Ärmelbereich zusammen mit den bei der Vorversion vorgenommenen Änderungen sehr gut. Immerhin ist die altbekannte Falte jetzt schon fast weg (je nachdem, wie ich dastehe). :-) So ist das Kleid angenehm zu tragen, durchaus wärmend und so knitterfrei, dass es schnell zum Alltagshelden avanciert. Sein Debüt hat es allerdings ganz festlich als mein Weihnachtskleid gegeben, mit schmalem schwarzem Gürtel und Granatschmuck dazu. Mit rotem Gürtel und Blümchenohrringen kombiniert hat es mich ins Theater begleitet. ("Drei Männer im Schnee" von Kästner im Kleinen Haus hier in Dresden. Durfte überraschend meinen Vater begleiten. Hat man auch nicht alle Tage. War toll! Würde ich durchaus ein zweites Mal anschauen.)
Zurück zum Kleid - wie man sieht, wieder ein vielseitiges Lieblingsteil.

Das nächste wird aber keine Ella, ich reiß mich ganz sehr zusammen. Ich hab doch so viele schöne Schnittmuster ... :-D

Und jetzt ab damit zum MMM. Und mal schauen, wer sich dort heute noch präsentiert.

Mittwoch, 9. Dezember 2015

MMM im Lieblingskleid

Spät kommt er, aber er kommt - mal wieder ein Beitrag zum Me Made Mittwoch. Ich hab was Neues, und auch wieder nicht, denn es ist nun schon zum vierten Mal die Ella von Pattydoo geworden. Ich kann nichts dafür, das ist einfach mein Kleid. ;-)

Vor einer Woche ergab sich wieder einmal ein netter Vormittagsnähtreff mit Malou und Frauenoberbekleidung. Das kommende Weihnachtsfest bestimmte die Schnittauswahl. Es wurden teils Weihnachts- teils sozusagen Vorweihnachtskleider zugeschnitten. Bei mir war's letzteres. Denn ich möchte auch zu Weihnachten eine Ella, hatte mir aber vorgenommen, bevor ich sie aus dem "guten" Stoff zuschneide, mein Armausschnittproblem an diesem Schnittmuster anzugehen und ein Testkleid mit Änderung zu nähen.

Also bastelte ich ein bisschen an Armausschnitt und Ärmel und schnitt dann mutig zu wie sonst auch, mit leicht verlängertem Vorderteil (wegen der Oberweite) und etwas verlängertem Rock, und zwar aus Courtelle-Jersey von Stoff und Stil. Mit der Overlock-Maschine war das Kleid schnell zusammengetackert.

Ich probierte es an und dachte: "Na toll, ein Nachthemd."
Aus diesem Stoff fiel das Teil deutlich größer aus als sonst und der recht schwere Rock zog die Taillennaht zu weit nach unten. Eigentlich war's überall zu lang, wo es nur zu lang sein kann. Das lässt sich zum Glück ändern. An der Taille etwas raus, Rock kürzer, Ärmel auch. Die Weite ist OK, so wirkt das Kleid etwas lässiger als die ganz körpernahe Variante. Die Änderung am Ärmel ist dadurch zwar nicht zu erkennen, aber ich denke, bei einem weniger elastischen Stoff wird sie sich schon positiv bemerkbar machen.

Und da ist die Ella in Antik-Blau (Zum Glück hab ich Fotos vom Sonntag, als es im Treppenhaus noch Sonne gab. Heute wär's hoffnungslos gewesen.):


Für etwas Wärme und einen weniger blassen Akzent am Hals habe ich mir noch einen Loop zum Kleid genäht. Dunkelblau mit weißen Pünktchen, sehr synthetisch, fällt aber schön. Aus der Restekiste beim dunkelblauen Kaufhaus:


Und da ich Dreiviertelärmel mag, es draußen aber doch etwas wärmer brauche, habe ich mir noch ein Paar Armstulpen gestrickt:


So viel von mir zum MMM, jetzt stöbere ich noch mal bei den anderen Nähdamen.


Dienstag, 25. August 2015

Schulmädchenchic

Wie versprochen - heute gibt's Bilder von unserer Schulanfängerin im feinen Kleid und mit Zuckertüte.

 Auf zur Schule! Gleich geht's zum ersten Mal mit dem Ranzen auf dem Rücken los. Im Hintergrund stehen die Geschwister zur seelischen und moralischen Unterstützung bereit. Der ältere Bruder ist immerhin schon schulerfahren und so eine kleine Schwester zu haben, hilft auf alle Fälle, sich schon mächtig groß zu fühlen. ;-)

 Der erste offizielle Gang zur Schule. Noch ist der Ranzen recht ungewohnt. Deswegen auch die etwas steife Armhaltung. :-) Ziemlich verloren sieht das Kind hinter seinem Schulgepäck aus. Wir haben schon den kleinsten Ranzen ausfindig gemacht, der noch ein sinnvolles Volumen für die nächsten Jahre aufweist. Jetzt muss das Mädel reinwachsen. Schafft sie schon.

 Schnell sind Einführungsveranstaltung und erste Stunde in der Klasse überstanden und das frischgebackene Schulkind hat sich seine Zuckertüte verdient. Dass die seinen Geschmack trifft, sieht man deutlich.

 Und hier noch ein Blick aufs Kleidchen. Leider habe ich kein besseres Foto, denn hier steht das kleine Fräulein etwas verschroben da, so dass das Kleid irgendwie zu groß wirkt. Eigentlich bin ich mit der Passform ziemlich zufrieden, zumal ich extra vorher ein Probestück angefertigt hatte. Der Schnitt ist "Chopin" (Ottobre 3/10), etwas weniger tüllig und glänzend gestaltet als im Heft vorgeschlagen. Wir wollten kein Ballkleid, sondern eins, das etwas öfter getragen werden kann und trotzdem schick ist. Ich habe Größe 116 genäht und es fällt, wie von etwas älteren Ottobremodellen gewohnt, nicht gerade schmal aus. Finde ich gut so, denn dieser Schnitt dürfte noch ein ganzes Stück Längenwachstum mitmachen. 116 wäre auch die momentane Kaufgröße. Ich vermute aber, die wird sich demnächst nach oben bewegen. An der Strumpfhose erkennt man leider unser derzeitiges Größendilemma. (Ich hasse Doppelgrößen!) Kind hat wohl lange schmale Beine. Denn 110/116 passt nicht mehr, da muss ständig gezupft und gezogen und der Rock nach oben gerafft werden. Geht also gar nicht. 122/128 muss sein, die schlägt nur leider nach kurzer Zeit Falten. Grrr ... Aber na ja, der Schönheit hat's wohl keinen Abbruch getan. :-)

Und noch einmal von hinten. Was war ich stolz auf mich: Nahtverdeckter Reißverschluss in 3-schichtigem Kleid, und alles traf sich wo es sollte. Er ging auch problemlos auf und zu. Bis zu dem Zeitpunkt, wo wir dringend los mussten. Plötzlich klemmte er sehr hartnäckig. Gaah! Der Kindsvater hat ihn dann mit einem beherzten Zug doch noch zubekommen. Alles schön, bis zum Nachmittag im Garten - kaputt! Ich weiß nicht, ob ich an einer Stelle doch ungünstig genäht habe oder einen schlechten Reißverschluss erwischt hatte (war ein teurer aus dem dunkelblauen Kaufhaus). Ist im Nachhinein auch egal. Ich hab mich sehr geärgert, die ganze Mühe umsonst! Inzwischen habe ich's halbwegs überwunden und sage mir, dass uns von allen möglichen Horrorszenarien die mildeste Variante getroffen hat. Nicht auszudenken, wenn das vor dem Losgehen passiert wäre oder das Mädel während der Veranstaltung auf einmal mit offenem Reißverschluss dagesessen hätte ... Gestern habe ich das Unglücksteil herausgetrennt und muss die Sache jetzt möglichst schnell reparieren. Fototermin ... Hoffentlich trifft sich wieder alles so fein. Leider klappt's ja oft nicht, wenn es gerade dringend ist. Aber man könnte ja auch mal Glück haben ...

Verwendete Stoffe: Baumwollpopeline und Viskosefutter vom Nähstübchen Emily.

Mittwoch, 5. August 2015

Maritimer Mittwoch

Der MMM macht Sommerpause, und wir haben auch Urlaub. Trotzdem, oder gerade deshalb nehme ich den Mittwoch mal wieder zum Anlass, Genähtes für mich zu zeigen. Das Urlaubsoutfit schlechthin - mein neues maritimes Lieblingskleid vor passender Kulisse:


Schnitt, wie könnte es anders sein, wieder Ella von Pattydoo. Ich habe zur Abwechslung die Variante mit Taillenband gewählt. So hat es quasi schon einen eingebauten "Gürtel" und man muss bei warmem Wetter kein Extra-Accessoire tragen. Dieses Mal habe ich Größe E zugeschnitten statt der D bei der letzten Ella. So sitzt sie insgesamt etwas luftiger, was mir für so ein Sommer-Freizeitkleid gut gefällt. Nur an der Armkugel könnte etwas weniger Stoff sein. Das war aber auch bei der kleineren Variante schon der Fall. Da müsste ich Armausschnitt und Ärmel ändern, was ich mir bisher nicht so recht zutraue.


Hier sieht man mich in die Sonne blinzeln und kann das hübsche maritime Muster aus der Nähe bewundern. :-)


Und hier der Beweis, dass das Kleid auch bei einer frischen Seebrise noch eine gute Figur macht - also so gut, wie eben möglich. ;-)

Stoffe, wie so oft: Nähstübchen Emily (Die Anker konnte ich als "Stoff der Woche" günstiger ergattern.)

Und falls jemand jetzt gern genau diese Kulisse für eigene maritime Kreationen hätte: Man findet sie im Yachthafen von Heiligenhafen in Ostholstein.

Kleiner Nachtrag, weil ich hier so öffentlich verkünde, dass wir im Urlaub sind: Unsere Wohnung wird von einer gefährlichen Raubkatze bewacht. Nee, Quatsch, aber das Mini-Raubtier erhält anwesende Dauerbetreuung. Sorry, keine leere unbeobachtete Wohnung bei uns. :-p